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In den Sommerpausen

Bochum saniert sein Schauspielhaus für 4,9 Millionen Euro

BOCHUM Die Kammerspiele des Bochumer Schauspielhauses sind innen nicht wiederzuerkennen. Wo sonst gefeierte Künstler auf der Bühne stehen, schwirren Dutzende Arbeiter herum. Das gesamte Schauspielhaus Bochum wird in diesen und den nächsten Theaterferien für insgesamt 4,9 Millionen Euro saniert.

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Die Kammerspiele des Bochumer Schauspielhauses sind noch bis Ende August eine wenig einladende große Baustelle.

Auch die Hinterbühne wird von zahlreichen Bauarbeitern mit schwerem Gerät saniert. Dort stehen sonst die Kulissen.

Die Wände werden neu gestrichen.

Die spielfreie Zeit 2018 wird dafür auf zwölf Wochen verlängert. 1,5 Millionen Euro werden in diesem Jahr verbaut, 3,4 Millionen im kommenden Jahr.

Wer die Kammerspiele – die 410 Sitze umfassende Spielstätte aus dem Jahr 1966 – kennt, würde wohl in Ohnmacht fallen. Hat man den dunklen Zugang durchschritten, warten zunächst Scheinwerfer auf Bauarbeiter, die die Sitzreihen abgedeckt und große Gerüste auf der linken Seiten aufgestellt haben.

Schauspielhaus modernisiert für Hörgeschädigte

An der Decke sind weiße Flecken – dort mussten Löcher verputzt werden, die bei Aufführungen in den letzten Jahren entstanden sind. Die Wandvertäfelung wurde poliert und aufgearbeitet, das Parkett auf dem Boden auch. Außerdem wird ab September jeder Platz für Hörgeschädigte geeignet sein.

„An ihrem Hörgerät können betroffene Personen dann ein weiteres Programm einschalten und somit die Dialoge besser hören“, erklärt Michael Franz von den Zentralen Diensten der Stadt, die für das technische Gebäudemanagement zuständig sind.

400 000 Euro würden in die Kammerspiele investiert, rechnet der stellvertretende Leiter der Zentralen Dienste, Andreas Grosse-Holz, vor. Auf der Hinterbühne, wo sonst Kulissen stehen, ist das Parkett herausgerissen. Bei der Naturbühne nebenan fehlt noch der Fußboden, der schadstoffbelastet war.

Neuer Ozonschrank fürs Schauspielhaus

Der Boden wird für insgesamt 300 000 Euro saniert. Wo sonst die Kulissen vorbereitet werden, tummeln sich nun Bauarbeiter, die Holz schneiden oder die Wand streichen. Zwei Räume weiter wird ein neuer Aufzug eingesetzt. Der alte Aufzug von 1965 war störanfällig.

Eine weitere größere Baustelle sind die Kellerräume, wo ein moderner Sicherungskasten, groß wie ein Kleiderschrank, neu eingesetzt wurde. Während in diesem Sommer vor allem die Kammerspiele einen neuen Anstrich bekommen, ist das Große Haus im nächsten Jahr dran.

Von den neuen Duschen im dritten Obergeschoss werden aber schon ab September alle Künstler des Hauses profitieren. Dort wird auch ein Ozonschrank eingesetzt, der die Kleidung der Künstler selbstständig reinigt.

Jedes Jahr 600 000 Euro von der Stadt Bochum

Dass das Schauspielhaus zu einer Baustelle wird, ist nicht ungewöhnlich. In jeder spielfreien Zeit werden rund 600 000 Euro in die Modernisierung gesteckt. „Alle zehn bis 15 Jahre sind aber auch mal umfangreichere Arbeiten notwendig“, betont Andreas Grosse-Holz, stellvertretender Leiter der Zentralen Dienste.

Die Gebäudemanager mussten sich mit der Denkmalbehörde absprechen, da Teile des Schauspielhauses denkmalgeschützt sind. Logistisch wäre es einfacher gewesen, alles 2018 zu machen und dafür das Haus ein halbes Jahr zu schließen, stellt Grosse-Holz klar: „Aber das wollten das Haus und die Stadt nicht – und das würden auch die Zuschauer nicht wollen.“

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Die Kammerspiele des Bochumer Schauspielhauses sind noch bis Ende August eine wenig einladende große Baustelle.

Auch die Hinterbühne wird von zahlreichen Bauarbeitern mit schwerem Gerät saniert. Dort stehen sonst die Kulissen.

Die Wände werden neu gestrichen.

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