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Buchkritik

Inge Meyer-Dietrich: „Eisengarn“

Eisengarn heißt so, weil es nicht nur wunderbar glänzt, sondern auch reißfest ist. Es hält also allerhand aus. Es ist ein bisschen wie Sie.“ – Sie, das ist Näherin Mimi. Deren Mann Mitte der 30er-Jahre immer noch an den Folgen des ersten großen Krieges leidet. Deren Kinder nicht verschont werden, als der zweite große Krieg beginnt.

Inge Meyer-Dietrich: „Eisengarn“

Inge Meyer-Dietrich erzählt intim, authentisch, mit detailliertem Hintergrund. Von Mimis großem Traum, dem eigenen kleinen Modesalon; von Doktor Breuer, der der Familie auch in kniffligen Situationen hilft; von Gärtner Petschko, der immer schweigsamer wird; von Nachbar Kolpe, der sich Hitler zum Vorbild nimmt. „Eisengarn“ ist kein Roman über die, die Kriege erfinden und führen. Er schildert, wie es sich im Ruhrgebiet in schlechten Zeiten lebte. Ohne Nostalgie, ohne erhobenen Zeigefinger, exemplarisch für unsere Eltern und Großeltern.

„Mimis Zähigkeit und Überlebenswille, ihr Einfallsreichtum und die Bereitschaft zu kämpfen, sie stehen beispielhaft für unzählige Ruhrgebietsfrauen, deren Namen in keinem Geschichtsbuch zu finden sind.“ In einer Zeit, die täglich mindestens eine Sensation produziert, muss man sich in das glänzende Leben einer Näherin aus Bochum-Werne verlieben

Inge Meyer-Dietrich: Eisengarn, 224 S., Henselowsky Boschmann, 9,90 Euro, ISBN 978-3-942094-70-2. In „Leben und Träume der Mimi H.“ erzählt Inge Meyer-Dietrich Mimis Geschichte bis zur Mitte der 30er-Jahre; es erschien 2016.

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