Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.

Viele prominente Gäste

Lit.Ruhr in Essen startet mit einer kurzweiligen Gala

ESSEN Wer noch Zweifel hatte, ob es dem Team der Lit.Cologne gelingen würde, ihr Erfolgskonzept mit dem neuen Festival Lit.Ruhr eins zu eins ins Ruhrgebiet zu übertragen, konnte sie bei der von Bettina Böttinger moderierten Eröffnungsgala am Mittwoch in Essen getrost beiseite legen. Nicht zuletzt wegen der vielen prominenten Gäste.

Lit.Ruhr in Essen startet mit einer kurzweiligen Gala

Max Mutzke (l.) und Christoph Maria Herbst sorgten für ein sehr unterhaltsames Programm.

Mit bekannten Namen und einem populären Thema, das Dramaturgin Traudl Bünger in leicht zu konsumierende Häppchen aufbereitet hatte, sorgten die Veranstalter für eine fast ausverkaufte Philharmonie – die leeren Plätze waren wohl vor allem verhinderten geladenen Gästen der Sponsoren geschuldet.

Leben mit der Ehe

Dass die Literatur dabei nicht zu kurz kam, lag vor allem am Vortragsgenie von Iris Berben und Christoph Maria Herbst. „Bis dass der Tod uns scheidet“ lautete das Thema des Abends, der literarisch auslotete, wie es sich mit der Ehe lebt.

Selten ist es so einfach wie in Mikael Niemis Bestseller „Populärmusik aus Vittula“: Der einsame Protagonist braucht sich darin bloß einen Volvo anzuschaffen und die Ehefrau kommt wie von selbst. Eventuell folgende Probleme können leicht mit Alkohol betäubt werden.

Komische Texte wie dieser waren klar in der Überzahl. Auch zwei Gäste sorgten für Lacher: Die mit dem Förderpreis der Stadt Kassel für komische Literatur ausgezeichnete Kirsten Fuchs mit einer Art Kriegsheimkehrer-Slapstick auf gehobenen Poetry-Slam-Niveau und Wladimir Kaminer mit dem seit 17 Jahren bewährten Erfolgsrezept aus in Buch gegossener Stand-Up-Comedy mit russischem Akzent.

Deutschsprachige Soul-Pop-Nummern

Im Verlauf des von Max Mutzke mit deutschsprachigen Soul-Pop-Nummern aufgelockerten Programms wagten sich die Vortragenden jedoch auch vermehrt an ernste Texte wie André Gorz‘ rührenden Liebesbrief an seine 82-jährige Frau – verfasst kurz bevor beide gemeinsam und selbst bestimmt aus dem Leben schieden. Der Tod konnte sie nicht scheiden.

Dass rund 1800 Menschen Standing Ovations für ein Literatur-Programm spenden, muss der Lit.Ruhr, die bis Sonntag in 82 Veranstaltungen Stars wie Zadie Smith, Martin Suter oder Nick Hornby an Orte zwischen Dortmund und Essen bringt, erstmal jemand nachmachen.

Hier einige Höhepunkte der Lit.Ruhr:








 

Anzeige
Anzeige