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Buchkritik

Philippa Gregory: „Wolfsschwestern – Das Erbe der Tudors“

Philippa Gregory schreibt Margret Tudor eine fiktive Biografie auf den Leib.

Philippa Gregory: „Wolfsschwestern – Das Erbe der Tudors“

Bereits als Kinder lernen sich Margret Tudor und Katharina von Aragon, die später Margrets Bruder Henry heiratet, zu Anfang des 16. Jahrhunderts kennen. Aus kindlicher Eifersucht, aber auch Bewunderung für die schöne, fremde Prinzessin aus Spanien, wird bei Margret Jahre später Hass: Sie heiratet den schottischen König James IV., um den Frieden zwischen Schottland und England zu sichern. Dieser Plan misslingt allerdings, denn ihr Mann trifft später auf dem Schlachtfeld auf die englische Streitmacht. Als James IV. im Kampf fällt, lässt Katharina – mittlerweile englische Königin – seinen Leichnam verschleppen. Margret muss ihre Stellung in Schottland wahren, um ihren Sohn, noch ein Kleinkind, auf den Thron setzen zu können.

Aus der Sicht von Prinzessin Margret schildert Autorin Philippa Gregory die Beziehung der beiden Frauen. Der Roman liest sich wie eine fiktive Autobiografie. Aufgelockert werden diese Erzählungen durch kurze Briefpassagen. Man erahnt als Leser, unter welchem Druck die Tudor-Prinzessin bereits als Kind steht: Sie will die Erwartungen ihrer Familie erfüllen, fühlt sich aber zusehends vom Hause Tudor im Stich gelassen und der ungesunde Konkurrenzkampf mit Katharina macht ihr das Leben zusätzlich schwer.

Insgesamt ein historischer Roman, der sich leicht weglesen lässt. Spannender wäre er wohl, wenn für den Leser auch Katharinas Gedankengänge deutlich geworden wären. Der autobiografische Ansatz hat Stärken, verschenkt aber auch einen Teil des Potenzials der Geschichte um die beiden Frauen.

Philippa Gregory: Wolfsschwestern – Das Erbe der Tudors, 646 S., Rowohlt, 10,99 Euro, ISBN 978-3-499-29115-9.

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