Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.

Grillo-Theater

Schauspiel „Willkommen“ spielt Positionen zur Flüchtlingsfrage durch

Essen Im Schauspiel „Willkommen“ im Essener Grillo-Theater lotet das Dramatikerduo Lutz Hübner und Sarah Nemitz unsere Toleranzgrenze aus. Die Die Bereitschaft, die eigene Komfortzone aufzugeben, ist jedoch unterschiedlich groß.

Schauspiel „Willkommen“ spielt Positionen zur Flüchtlingsfrage durch

Die WG (v.l.): Silvia Weiskopf, Jan Pröhl, Henriette Hölzel, Stephanie Schönfeld und Stefan Migge Foto: Birgit Hupfeld

Einmal im Monat kommen die fünf Bewohner der Wohngemeinschaft zum gemeinsamen Dinner zusammen. Doch diesmal läuft das Essen aus dem Ruder. Denn Benny, der für ein Jahr als Dozent in die USA geht, macht den Vorschlag, sein Zimmer für die Dauer seiner Abwesenheit an Flüchtlinge zu vermieten.

Dramatikerduo lotet die Toleranzgrenze aus

In der Boulevardkomödie „Willkommen“ lotet das Dramatikerduo Lutz Hübner und Sarah Nemitz die Toleranzgrenze im liberalen Großstadtmilieu aus. Das pointierte Dialog-Pingpong hat Thomas Ladwig mit seinem spielfreudigen Ensemble amüsant im Essener Grillo-Theater in Szene gesetzt.

Essen Das Essener Grillo-Theater wird in diesem Jahr 125 Jahre alt. Unter dem Motto „Wer zahlt die Zeche?“ feiert das Schauspiel Essen ab September die Jubiläumsspielzeit 2017/18.Mit einem Festakt und der Eröffnung einer Fotoausstellung über Gründer Friedrich Grillo startet die Saison am 15.9. im Grillo-Theater. Einen Tag später gibt es ein großes Geburtstagsfest mit Dinner an einer großen Tafel rund ums Theater, zu dem bei freiem Eintritt alle eingeladen sind.mehr...

Gespielt wird in einer Küche, die ein riesiger Tisch dominiert (Ausstattung: Ulrich Leitner). Die bühnenbreite Fensterfront gibt den Blick auf die Essener Skyline frei. In diesem Mikrokosmos werden die Positionen zur Flüchtlingsfrage durchgespielt. Dazu gibt es eine stimmige Figurenzeichnung, die zwar nicht ohne Stereotype auskommt, aber nie karikaturhaft wirkt.

Die Bereitschaft, die eigene Komfortzone aufzugeben, ist unterschiedlich groß. Die wunderbare Silvia Weiskopf als Hauptmieterin Sophie, Ex von Benny (Jan Pröhl) und Fotografin, will aus der Aufnahme von Flüchtlingen gleich ein Kunstprojekt machen.

Trinkfeste Doro lehnt den Vorschlag ab

Stephanie Schönfeld als trinkfeste Doro hingegen lehnt den Vorschlag ab, lässt ihrem Hass auf die arabische Männerwelt freien Lauf. Der angehende Banker, gespielt von Stefan Migge, fürchtet, seine Probezeit mit einer lärmenden Großfamilie in der Wohnung nicht zu bestehen.

Essen Der Grillo-Theater-Intendant Christian Tombeil hat einen tierisch vergnüglichen Theaterspaß inszeniert - mit technikaffinem Mader, einer Schleichwege kennenden Katze und einem chaotischen Maulwurf. mehr...

Studentin Anna (Henriettes Hölzel) rückt mit einem anderen Vorschlag heraus: Sie ist schwanger und hätte das Zimmer gern für den Vater ihres Kindes. Praktischerweise taucht ihr Freund Achmed (Halil Yavuz) dann auf und wird von den WG-Mitbewohnern ins Verhör genommen. So bekommt die Geschichte noch einmal einen neuen Dreh.

Ensemble füllt die zugespitzten Dialoge mit Leben

Das Ensemble versteht es prächtig, die zugespitzten Dialoge mit Leben zu füllen. Bei der Premiere gab es für das kurzweilige Spiel tosenden Applaus. Und das Grillo-Theater dürfte mit der humorvollen und gleichzeitig nachdenklich machenden Inszenierung einen neuen Renner im Repertoire haben.

Termine: 7./22./31.12., 10./24.1., 10.2.; Karten: Tel. (0201)8122200.

Anzeige
Anzeige