Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.

"Stiftung Lesen" wehrt sich

Schriftsteller kritisieren Einladung an AfD zum Vorlesetag

Der bundesweite Vorlesetag am 17. November sorgt schon weit vorher für Diskussionen. Der Grund: Die „Stiftung Lesen“, die den Vorlesetag gemeinsam mit ihren Partnern „Die Zeit“ und der „Deutsche Bahn Stiftung“ organisiert, hat auch Mandatsträger der AfD eingeladen.

/
Familienministerin Manuela Schwesig (r.), und die Kultusministerin von Mecklenburg-Vorpommern, Birgit Hesse (l.), lasen 2016 in einer Grundschule.

Die Präsidentin der Schriftstellervereinigung PEN, die Autorin Regula Venske, schießt scharf gegen die "Stiftung Lesen".

Für die Schriftstellervereinigung PEN-Zentrum Deutschland ist das nicht tragbar. „Die Stiftung Lesen widerspricht ihren eigenen Grundsätzen“, erklärt Präsidentin Regula Venske (Foto) in einer Pressemitteilung.

Diese Grundsätze sehen unter anderem vor, dass die Zusammenarbeit mit Parteien, die antidemokratisches, rassistisches, fremdenfeindliches oder diskriminierendes Gedankengut verbreiten, ausgeschlossen sei.

"Stiftung Lesen macht Bock zum Gärtner"

„Mit ihrer flächendeckenden Einladung an Abgeordnete, für einen Tag Literaturbotschafter zu spielen, macht die Stiftung Lesen sowieso schon manchen Bock zum Gärtner“, erklärt Venske in der Mitteilung weiter: „Mandatsträger der AfD aber können keine Lesebotschafter an deutschen Schulen sein.“

Jörg F. Maas, Geschäftsführer der „Stiftung Lesen“, wehrt sich und stellt klar: „Wir laden alle Mandatsträger der Landtage und des Bundestages ein, nicht explizit die AfD. Außerdem werden rechtsradikale Parteien nicht eingeladen.“ Solch ein Fall sei die NPD, die seit Jahren ignoriert wird.

„Wir weisen alle Kitas und Schulen darauf hin, dass sie Leute, die bei ihnen vorlesen wollen, ablehnen können“, erklärt Maas. Für Carlos Collado Seidel, Generalsekretär des PEN-Zentrums Deutschland, ist dies das falsche Signal: „Die Stiftung Lesen muss vorsichtig sein, die AfD nicht gleichzusetzen mit anderen Parteien."

Schriftsteller hoffen auf Kitas und Schulen

Er ist der festen Überzeugung, „dass die Kitas und Schulen keine AfD-Mitglieder vorlesen lassen. Die Schulen haben den Pluralismus in Leitbildern – und das bietet die AfD nicht“.

Auch Jörg F. Maas von „Stiftung Lesen“ geht nicht davon aus, dass AfD-Mitglieder vorlesen werden, da „es zum Beispiel Kitas gibt, die gar keine Politiker haben wollen“. Maas erklärt aber auch: „Wir können nicht die Entscheidung treffen, wer demokratisch ist und wer nicht.“

/
Familienministerin Manuela Schwesig (r.), und die Kultusministerin von Mecklenburg-Vorpommern, Birgit Hesse (l.), lasen 2016 in einer Grundschule.

Die Präsidentin der Schriftstellervereinigung PEN, die Autorin Regula Venske, schießt scharf gegen die "Stiftung Lesen".

Anzeige
Anzeige