Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.

Musiktheater im Revier

Tanzabend der Kontraste

GELSENKIRCHEN Die Ballettpremiere von „Old, New, Borrowed, Blue“ begeisterte am Samstag das Publikum im Gelsenkirchener Musiktheater im Revier. Ballettdirektorin Bridget Breiner hatte dazu drei berühmte Kollegen eingeladen.

Tanzabend der Kontraste

Szene aus der Choreografie „Indigo Rose“ mit Paul Calderone und Hitomi Kuhara Foto:Radu

Den besten Choreografien von Jiri Kilián, David Dawson und Uwe Scholz fügte Bridget Breiner eine eigene Arbeit hinzu. Dabei kam nun ein vierteiliger, ungemein kontrastreicher Tanzabend zustande, der vor allem für die Tanzenden eine Riesenaufgabe bedeutete, die sie mit Bravour bestanden. Sie nämlich lernten dabei, ganz neue Tanzformen zu erproben – und das war wohl auch Bridget Breiners kunstpädagogische Idee dabei.

Höhepunkt „Indigo Rose“

Vier Choreografien – etwas Altes (auf Bachs Klavier-Inventionen), etwas Neues (auf Mozarts langsamen Satz aus dem Klavierkonzert KV 271), etwas Ausgeborgtes (Breiners Ballettszene „Zu Ehren Henry Purcels“, die sie, nach einer Komposition von Georgs Pelecis 2014 für das Lettische Nationalballett einstudierte) – schließlich, als absoluten Höhepunkt „Indigo Rose“ (eine Huldigung ans Blau), das turbulente Meisterstück des Star-Choreografen Jiri Kilián, mit dem er 1998 Weltruhm erlangte. Die Choreografen studierten ihre Stücke selbst ein und freuten sich beim Schlussapplaus über den ungewöhnlich großen Beifall.

Vom Spitzentanz zum Ausdruckstanz

Alle Tänzer sind so sparsam kostümiert, dass jede ihrer Bewegungen genau zu verfolgen ist. Ausgehend vom Spitzentanz gibt es dann immer neue Übergänge zu Formen von Ausdruckstanz – und das verlangt von den Tanzpaaren eine große ästhetische Disziplin. Ähnlich sparsam und präzise genau sind Bühne und Licht konzipiert. Umso überraschender ist dann „Indigo Rose“, das Finale, bei dem Tanzstile, Bühnenbild, Licht und auch die Musik sozusagen überfallartig, aber gezielt, aus den Fugen geraten.

Der Beifall für den mehrteiligen Ballettabend zeigt, dass er die eigentliche Alternative zum gängigen Märchen- und Erzählballett ist. Diese Art von Tanzabend kommt nicht nur Ballettfans zugute, sondern vor allen Dingen den Tanzensembles selbst, deren Gestaltungshorizont sich auf diese Weise enorm erweitern kann.

Termine: 1./2./7./14.12, 26.1.; Karten: Tel. (0209) 4097200.

Anzeige
Anzeige