Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.

Theater Dortmund

Tanze deinen Traum

DORTMUND Ganz Dortmund tanzt den Madison. Zumindest die Zuschauer, die am Samstagabend die Premiere des Musicals „Hairspray“ im Opernhaus euphorisch gefeiert haben. Aber die rasante, bunte Inszenierung hat eine zweite Ebene.

Tanze deinen Traum

Die pummelige Tracy (Marja Hennicke) tanzt in der Fernsehshow. Oben links schauen Traceys Eltern und Freundin am Fernseher zu.hickmann Foto: Fotografie Bjoern Hickmann

Willkommen in den Sixties: Toupierte Jackie-Kennedy-Frisuren, ein poppiges, quietschbuntes Bühnenbild und ganz viel Swing und Rhythm’n’Blues machen das Musical von Mark Shaiman zum Bühnenfeger.

Regisseurin und Choreografin Melissa King hat das 2002 uraufgeführte Broadway-Erfolgsstück mit Pep und in Broadway-Qualität auf die Bühne gebracht – in einem schnell verwandelbaren, raffinierten Bühnenbild von Knut Hetzer und mit opulenten Kostümen von Judith Peter, in denen es aus jeder Stofffalte glitzert. Und King nimmt auch mit Augenzwinkern das Show- und Fernsehgeschäft auf die Schippe.

Glänzendes Ensemble

Es geht um Teenager-Träume, berühmt zu werden und den Idolen aus dem Fernsehen nah zu sein. Aber auch um Ausgegrenztsein, um die Diskriminierung von Schwarzen in Baltimore 1962, um Schwule, weil Mutter Edna mit einem Mann besetzt sein muss, um Mobbing unter Jugendlichen und die Twiggy-Figur. Damit wird „Hairspray“ zum Highschool-Musical in erster Linie für ein junges Publikum, macht aber auch deren Elterngeneration Spaß.

Obwohl viel „Hairspray“ in der Luft und auf den Perücken liegt, müsste das Musical eigentlich „Tracy“ heißen. Tracy ist der pummelige, unangepasste Teenager, der seine Träume lebt und tanzt und mit ihrem sonnigen Gemüt alle Hindernisse wegwischt. Die großartige Marja Hennicke ist Tracy, ein Kraftprotz an Power und Bühnenpräsenz, der toll tanzt und singt. Hannes Brock (in seiner letzten großen Rolle in Dortmund) ist als Tracys Mutter Edna ebenfalls ein Pfund – humorvoll und mit Tiefgang, wenn die Mutter zweifelt, was richtig für Tracy ist. Diese Rolle ist ein Geschenk für den spielfreudigen Hannes Brock.

Ein glänzendes Ensemble hat Dortmund für diese Produktion, die auch Silvester auf dem Spielplan steht, mit vielen Gästen zusammengestellt. Deborah Woodson ist das Pendant zu Edna, die Mutter von zwei farbigen Jugendlichen. Mit großer Blues-, Soul- und Gospelstimme zeigt auch sie eine überwältigende Präsenz. Genauso wie die Dortmunder Philharmoniker, die unter Leitung von Philipp Armbruster mit zündendem Elan spielen.

Boulevard im Swingkleid


Melissa King hat mit dem Ensemble wunderbar alle Charaktere gezeichnet. Tracys Kontrahentin Amber (Marie-Anjes Limpp) und ihre Mutter, TV-Produzentin Vilma von Tussie (Sarah Schütz), erinnern an Aschenputtels Stiefschwester und Stiefmutter. Auch das macht Spaß.

„Hairspray“ ist eine Boulevard-Komödie im Swing-Gewand und ein Stück, das zwei Stunden bestens unterhält, aber nachdenklich macht. Denn aktuell ist die Geschichte immer noch so wie 1962.

Termine: 27./29.10., 5./10./ 18./19./25.11., 1./16./21./ 23./31.12., 7.1., 2.2.; Karten: Tel. (0231) 5027222. www.theaterdo.de

THEMEN

Anzeige
Anzeige