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Neu im Kino

Tennisspiel der Titanen: McEnroe gegen „Eis-Borg“

Dortmund Sportlerdramen fürs Kino folgen einem bestimmten Muster. Vorstellung der Kontrahenten, oft böser Bube gegen Lichtgestalt. Ist die Persönlichkeit umrissen, schildert der Film den Weg der Akteure bis zum Moment des Duells: Ein besonderes spannendes liefern sich die Mimen Sverrir Gudnason und Shia LaBeouf in „Borg / McEnroe“.

Tennisspiel der Titanen: McEnroe gegen „Eis-Borg“

HANDOUT - Björn Borg (Sverrir Gudnason, l) nach seinem Sieg über John McEnroe (Shia LaBeouf) in einer Szene des Films "Borg/McEnroe" (undatierte Filmszene). Der Film kommt am 19.10.2017 in die deutschen Kinos. (zu dpa-Kinostarts vom 12.10.2017) ACHTUNG: Verwendung nur für redaktionelle Zwecke im Zusammenhang mit der Berichterstattung über diesen Film und mit Urheber-Nennung Foto: Julie Vrabelova/-/ +++(c) dpa - Bildfunk+++

Björn Borg und John McEnroe lieferten sich 1980 in Wimbledon ein Jahrhundertspiel. Fünf nervenaufreibende Sätze. Sieben Matchbälle wehrt McEnroe ab, und muss sich doch geschlagen geben. Borg triumphierte zum fünften Mal in Wimbledon und schrieb Sportgeschichte.

Janus Metz Pedersens „Borg/McEnroe“ bedient die erwartbare Dramaturgie ziemlich perfekt. Der Film begleitet die Spieler bei der Vorbereitung auf Wimbledon, Rückblenden dienen der Charakter-Erforschung.

Das Finale ist packend in Szene gesetzt

Das Finale ist packend in Szene gesetzt. Der Platz von oben, die Gesichter der beiden, Studien in Zeitlupe. Publikum und Anzeigetafel. Musik an, Musik aus. Das Gleiche mit dem Ton – die Stille ist ein gutes Mittel, um Momente für die Ewigkeit zu kreieren. Shia LaBeouf spielt John McEnroe, Sverrir Gudnason verkörpert Björn Borg. Ist Björn Borg, möchte man sagen, seine Ähnlichkeit verblüfft.

DORTMUND Die Ausgangsidee des SciFi-Dramas "Was ist mit Monday passiert?" des Norwegers Tommy Wirkola ist nicht übel. Sie malt das Bild eines Polizeistaats der Zukunft, der seine Bürger hart anfasst. Es gilt strikte Ein-Kind-Politik: Jedes weitere Kind wird den Eltern genommen und in Kälteschlaf versetzt, bis Mutter Erde wieder Nahrung für alle hat.mehr...

Borg ist damals der Popstar des Tennis‘, ein Posterboy, der Kreisch-Alarm bei den Mädels auslöst. Sein Manager überlegt, wie sich Borgs Hochzeit mit Freundin Mariana (Tuva Novotny) vermarkten ließe: Ein Vorgeschmack auf den Celebrity-Rummel von heute.

Provokantes Großmaul trifft auf kühlen "Eis-Borg"

Dabei ist Borg ein introvertierter Typ, dem das Etikett des kühlen „Eis-Borgs“ anhaftet. Anders McEnroe, ein Rüpel und Großmaul, das Schiedsrichter und Publikum provoziert. Der Film zeigt ihn als Kläffer mit Komplexen, gegängelt vom strengen Vater. Es riecht nach Küchenpsychologie, erfüllt aber den Zweck, McEnroes Biestigkeit zu erklären.

Borg war auch mal ein Wüterich, hören wir. Sein Trainer (Stellan Skarsgard) hat ihm die Wut nur mühsam abdressiert. Als Psychogramm ist „Borg/McEnroe“ also eher griffig-schlicht, was aber nicht den Unterhaltungswert schmälert. Auch als Zeitchronik der ausgehenden 70er-Jahre ein sehenswertes Kinostück.

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