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Ruhrbühnen

Theater-Besucher entdeckten Neues vor der Haustür

BOCHUM 1100 Menschen gingen am Sonntag auf die Reise „Jackpott“. Das Ziel war unbekannt. Und da gab es einige Überraschungen.

Theater-Besucher entdeckten Neues vor der Haustür

Gut gelaunt waren die Theaterreisenden unterwegs. „Jackpott“ führte unter anderem ins Gelsenkirchener Musiktheater im Revier.

Zu einer Expedition in die dichteste Theaterlandschaft der Welt fanden sich am Sonntagmorgen rund 1100 Menschen an der Jahrhunderthalle Bochum ein. Auf der ersten Theaterreise „Jackpott“ war nur eins klar: Es geht zu drei von zehn Theatern aus dem Verbund der Ruhrbühnen.

Als im Bus das Programmheft ausgeteilt wird, wissen die Mitfahrer zumindest, welche Aufführungen die Bühnen zeigen. Ein Mann auf Route vier sagt: „Eigentlich interessiert mich nur das Stück in Dortmund.“ Seine Frau interveniert: „Lass dich doch einfach überraschen.“ Der Bus steuert an Dortmund vorbei, man bestimmt das erste Ziel per Ausschlussverfahren: Hagen muss es sein.  

Mehr als 100 Künstler

Ein großer Teil der mehr als hundert Künstler, die an „Jackpott“ beteiligt sind, präsentiert zur ungewohnt frühen Auftrittszeit einen erstaunlich gut gelaunten Ausschnitt aus dem Musical „In den Heights von New York“. Einige Darsteller haben inmitten der Theatertouristen Platz genommen, gemeinsam bildet man die Menge der Neuankömmlinge im Großstadtmoloch. Diese Erzählung passt zum Reisethema, vermischt sich mit eigenen Eindrücken vom unbekannten Terrain vor der Haustür. Doch die etwas klischeebehafteten Musical-Nummern wollen nicht so richtig zünden.

Dortmund gefällt

Anders am zweiten Ziel: Das Schauspiel Dortmund hat das Stück „Die schwarze Flotte“, ein Solo für Andreas Beck, für die Theaterreise auf der Bühne des Kinder- und Jugendtheaters eingerichtet. Nach der Aufführung einer investigativen journalistischen Recherche zu Flüchtlingsfrachtern auf der Mittelmeer-Route stürmt das Publikum auf den Reiseleiter zu: „Andreas Beck ist so ein großartiger Schauspieler! Das Stück ist so klug und spannend – einfach toll!“

Ernüchterung in Essen

Doch was wäre eine Reise ohne Ernüchterung? Die komplett englischsprachige, visuell und konzeptuell unspektakuläre Performance „Tomorrow’s Parties“ von Forced Entertainment in Pact Zollverein fordert das Publikum nicht nur zu einer massiven Abstimmung mit den Füßen heraus.

Sie ist auch beim gemeinsamen Abendessen in der Jahrhunderthalle Thema, wo alle wieder zusammenkommen: „Das hätten meine Schüler besser hingekriegt“, sagt eine Lehrerin an einer der langen Tafeln. An einer weiteren Reise würde sie trotzdem teilnehmen – denn Theater macht auch dann Spaß, wenn man sich an ihm reiben kann.

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