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Theater Hagen

Von der befreienden Kraft des Singens

HAGEN Das Theater Hagen bringt schwedischen Kinohit „Wie im Himmel“ auf die Bühne.

Von der befreienden Kraft des Singens

Joshua Schettner (l.) und Andreas Kunz spielen Daniel in jung und alt.

Daniel hat mit 45 Jahren alles erreicht, was er sich erträumt hatte: Aus dem sonderbaren kleinen Jungen mit der Fiedel ist ein berühmter Dirigent geworden. Glücklich macht ihn das nicht, sondern krank. Und so kehrt Daniel, um inneren Frieden zu finden, dorthin zurück, wo er eigentlich nie wieder hin wollte.

Dem schwedischen Regisseur Kay Pollak gelang 2004 mit „Wie im Himmel“ ein Kinohit abseits des Hollywood-Mainstreams und er schuf ein flammendes Plädoyer für die befreiende Kraft des Singens. Denn Daniel, der eigentlich auch die Musik als Beruf hinter sich lassen wollte, findet sich im Dorf seiner Kindheit schnell als Leiter des Kirchenchores wieder, was für alle Beteiligten mit weit mehr als nur Musik zu tun haben wird.

54 Theater-Bilder

Das Theater Hagen hat den beim Publikum erfolgreichen Musikfilm nun als Schauspiel auf die Bühne gebracht. Am Samstag war Premiere.

Regisseur Thomas Weber-Schallauer hat mit Dramaturgin Maria Hilchenbach die 104 Szenen des Drehbuchs auf 54 Bilder für die Bühne heruntergebrochen, was zu Anfang für eine recht atemlose, schlaglichtartige Erzählweise sorgt. Insgesamt aber ist die Bühnenfassung durchaus gelungen.

Sie lebt von starken Darstellern und davon, dass die Schlüsselerfahrung des Singens als Befreiung des Selbst und Weg zum Kern der eigenen Identität wirklich eindrucksvoll ’rüber kommt. Im Bühnenchor sind neben Profis übrigens auch Laiendarsteller, was gut funktioniert.

Hochaktuell

Zum Finale, in der Handlung ein Auftritt des Chores bei einem Wettbewerb, werden die Laien sogar die Bühne dominieren. 75 Sängerinnen und Sänger aus der Region Hagen hat der musikalische Leiter Andres Reukauf zu einem Projektchor versammelt, der stimmgewaltig das Publikum in den Bann schlägt.

Riesenjubel für ein Stück Stadttheater im allerbesten Sinne: mit Bürgern für seine Bürger. Und zu einem Themenkomplex, der wieder hochaktuell geworden ist: Heimat, Gemeinschaft und Identität.


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