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Eistanz

Ganz viel Gefühl - verpackt in vier Minuten Kür

Dortmund Das Zauberwort, das Sehnsuchtsziel heißt Olympia, da leuchten die Augen der jungen Wintersportler. In Südkorea wollen sie im kommenden Februar dabei sein. Mit bangem Herzen aber verfolgen die Eis-Artisten die politischen Verwicklungen zwischen Nordkorea und den USA und der Drohung, die Winterspiele (9. bis 25. Februar) abzusagen.

Ganz viel Gefühl - verpackt in vier Minuten Kür

Eine Liebesgeschichte in vier Kür-Minuten: Katharina Müller und Tim Dieck haben sich als Kür-Thema "Bodyguard" ausgesucht.

"Eigentlich möchte ich gar nicht darüber nachdenken, weil das Dinge sind, die wir nicht beeinflussen können", sagt Katharina Müller, und Tim Dieck ergänzt: "Für Sportler ist das schrecklich, vier Jahre auf etwas hinzuarbeiten, und dann findet es nicht statt." Nein, diese dunklen Gedanken schieben beide energisch beiseite.

Intensiver Sommer

Einen intensiven Sommer haben die Eistänzer auf ihr Sehnsuchtsziel hingearbeitet, waren fast drei Monate in den USA, in Canton (Ohio), einem Trainings-Paradies für ihren Sport. Sie waren auch in Wien, um bei den amtierenden Showtanz-Weltmeistern Vadim Garbuzov und Kathrin Menzinger am Feinschliff auf dem eisglatten Parkett zu arbeiten.

"Wir haben neue Impulse gesucht und auch gefunden. Jetzt sind wir so gut vorbereitet wie noch nie. Die Programme stehen. Jetzt freuen wir uns auf die nächsten Wettkämpfe und wollen zeigen, was wir können", kündigt der 21-jährige Dieck selbstbewusst an.

Vier Bewerber 

Nur ein deutsches Eistanz-Paar darf an den Olympischen Winterspielen 2018 teilnehmen, vier Bewerber gibt es. "Das wird eine spannende Zeit, und am Ende wollen wir es sein, die das Ticket nach Pyeongchang lösen", hofft die 22-jährige Müller. Die Dortmunder haben bis zu den Deutschen Meisterschaften im Dezember in Frankfurt am Main für internationale Wettbewerbe in Minsk (Weißrussland), Warschau (Polen) und Zagreb (Kroatien) gemeldet, wo sie immer auch auf mindestens drei nationale Konkurrenten treffen.

"Es geht darum, möglichst viele Punkte zu sammeln, letzte Möglichkeit dazu ist dann die DM", erklärt Dieck das Qualifikations-Prozedere. Zum "Aufwärmen" fliegen die beiden heute zum "Cup of Nice" nach Nizza. Das Thema für das Kurzprogramm ist südamerikanisch und vom Weltverband vorgegeben. Samba-Rumba-Samba haben sich Müller/Dieck ausgeguckt ("Damit richtig Dampf in die Halle kommt") und schicke Kostüme schneidern lassen.

Kür-Thema bereitet Kopfzerbrechen

Das frei zu wählende Kür-Thema hat ihnen da schon mehr Kopfzerbrechen bereitet. "Wir haben halt nach dem perfekten Programm für uns gesucht, das andere noch nicht hatten, das gut zu uns passt und auch die Preisrichter überzeugt", erzählt Müller vom schwierigen Findungsprozess. Herausgekommen ist die aufs Eis getanzte (und auch schon verfilmte) Liebesgeschichte "Bodyguard" - mit ganz viel Gefühl, verpackt in vier Kür-Minuten.

"Wir leben und lieben dieses Programm", sagen die jungen Eistänzer, die in Dortmund mit Landestrainer Vitali Schulz an ihren Auftritten feilen, unisono. Wer wissen will, wie hart die jungen Eistänzer auf ihren olympischen Traum hinarbeiten, findet Videos oder Videoblogs auf ihrem eigenen Youtube-Kanal. Und wenn sich alle Wünsche erfüllen und die große Politik nicht noch vollends verrückt spielt, zeigen sie ihre Kunst vielleicht im Februar im Fernsehen - als deutsches Eistanz-Paar in Pyeongchang.

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