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Frauenfußball

Marie Grothe: „Frauenfußball hat seine Strahlkraft“

Dortmund Marie Grothe (20) hat bisher fünf Tore für den Fußball-Regionalligisten SV Berghofen erzielt. Ein guter Wert für die Stürmerin. Die Position war für die Studentin aus Münster aber vorerst gar nicht angedacht. Im Interview spricht Grothe über ihren linken Fuß, die Chancen auf den Klassenerhalt und den FC Schalke 04.

Marie Grothe: „Frauenfußball hat seine Strahlkraft“

Berghofend Marie Grothe (r.) hat bisher als Stürmerin eingeschlagen und fünf Mal getroffen. Foto: Schütze

Warum führt eine gelernte Defensivspielerin wie Sie die interne Torjägerliste des SV Berghofen an?
Das überrascht mich selbst. Kurios ist auch, dass ich vier meiner fünf Tore mit links geschossen habe, obwohl der rechte Fuß mein starker ist.


Hat es Sie auch überrascht, das Ihr Coach Sie nach ganz vorne gepackt hat?
Im ersten Moment schon. Wir haben unser System umgestellt, spielen jetzt mit einer 4-3-3-Grundordnung. Und ich bin plötzlich von der Sechs nach ganz vorne gewandert. Thomas Sulewski (Trainer, Anm. d. Red.) kennt ja unsere Stärken und Schwächen, er hat sich etwas dabei gedacht. Seine Idee ist bisher aufgegangen. Es darf aber nicht vergessen werden, dass ich die fünf Tore in nur zwei Spielen erzielt habe. Vier allein gegen Leverkusen.


Wie hat sich Ihr Spiel geändert?
Im Sturm zu spielen, ist etwas ganz anderes. Die Belastung hat sich verändert. Ich bin jetzt viel häufiger im Dauersprint als auf der Sechs, führe ganz andere Zweikämpfe, habe aber jetzt häufiger die Möglichkeit, Tore zu erzielen. Ich muss sagen, dass mir beide Positionen Spaß machen. Aber uns ist klar…

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…und zwar?
Ich wurde von meinen Teamkolleginnen auch sehr gut bedient. Ohne sie hätte ich bisher kein Tor erzielt.


Als Aufsteiger ziert Ihr Team Platz sechs mit 17 Punkten. Sind Sie zufrieden?
Wir sind auf jedem Fall gut angekommen. Wir waren bisher in jedem Spiel auf Augenhöhe mit unseren Gegnerinnen, leider haben wir schon zu häufig unentschieden gespielt (fünf Mal, Anm. d. Red.). Es gab da Partien, die hätten wir gewinnen können. Obwohl, wir haben auch zwei mal spät gegen Moers und Bochum ausgeglichen. Also hält sich das alles die Waage.


Wo liegen die großen Unterschiede zur Vorsaison?
Es ist jetzt alles etwas schneller und körperbetonter. Aber wir haben ja bisher bewiesen, dass ein Topteam aus der Westfalenliga auch in der Regionalliga mithalten kann.


Geht bei nur vier Punkten Vorsprung auf den ersten Abstiegsplatz der erste Blick nach unten?
Wir haben vier Punkte Vorsprung auf den Drittletzten. Es werden aber noch mehr Mannschaften absteigen, weil die zweite Liga eingleisig wird. Deshalb müssen wir auf Platz acht landen. Es wäre jetzt falsch, immer auf die Tabelle zu gucken. Wir müssen nur unsere Spiele gewinnen, dann steigen wir nicht ab.


Wie sicher sind Sie sich, dass Ihr Team die Klasse hält?
Es ist realistisch, dass wir auch in der kommenden Spielzeit weiter in der Regionalliga spielen. Wir sind ein eingeschworener Haufen mit tollem Charakter. Auf der anderen Seite dürfen wir nicht vergessen, dass wir einen kleinen Kader haben. Viele Verletzte dürfen wir uns im Lauf der Saison nicht erlauben.

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Blicken wir mal auf den Frauenfußball in Dortmund. Welchen Stellenwert hat er im Vergleich zum Männerfußball?
Ich wohne ja in Münster, bin jetzt die dritte Saison in Berghofen und habe zuvor beim TuS Wickede Ruhr gespielt. Deshalb kenne ich mich nicht überragend in Dortmund aus. Aber ich weiß, dass Eintracht Dorstfeld, die SG Lütgendortmund und der Wambeler SV auch gute Teams stellen. Allgemein gesehen, steht der Frauenfußball natürlich im Schatten der Männer. Das ist nicht nur in Dortmund so. Trotzdem gibt es immer wieder Highlights.


Welche zum Beispiel?
Wir standen ja zuletzt im Westfalenpokalfinale. Da waren 600 Zuschauer auf dem Platz. Das zeigt doch, dass Interesse am Frauenfußball besteht, dass wir Strahlkraft haben.


Wenn Frauen-Bundesliga und Männer-Bundesliga zeitgleich live im Fernsehen laufen. Was gucken Sie?
Wenn Schalke spielt, gucke ich natürlich Schalke. Das ist mein Lieblingsklub, obwohl man das in Dortmund nicht so laut sagen soll.


Machen Sie mal zum Schluss Werbung für Ihre Spiele. Warum lohnt es sich, Frauenspiele des SV Berghofen zu besuchen?
Bei unseren Spielen ist einfach immer etwas los. Hier fallen Tore, die Regionalliga-Mannschaften sind wirklich gut unterwegs, und die Spiele werden häufig erst am Ende entschieden. Spannung ist vorhanden. Es lohnt sich immer, zu uns zu kommen. das ist doch klar.

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