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Tennis

Linda Puppendahl ist neu in der Weltrangliste

Deuten Die Deutenerin Linda Puppendahl wird erstmals in der WTA-Rangliste geführt. Ein Erfolg, den die 17-Jährige aber einzuordnen weiß.

Linda Puppendahl ist neu in der Weltrangliste

Diesen Tag wird sich Linda Puppendahl rot im Kalender anstreichen. Am 13. November wurde die 17-jährige Spielerin des Tennisclubs Deuten zum ersten Mal auf der WTA-Weltrangliste der Damen geführt. Mit drei erspielten Punkten steht Puppendahl auf Position 1213, doch viel wichtiger als die Platzierung sind die Erfahrungen, die sie von ihren Turnierreisen aus der Türkei und Marokko mit nach Hause bringt.

Am späten Montagabend flog Linda Puppendahl aus Agadir zurück, wo sie soeben in der ersten Runde des 15.000-Dollar-Turniers gegen topgesetzte Rumänin Oana Simion (WTA 399) mit 3:6/1:6 verloren hatte. Am Dienstagmorgen stand sie bereits um 10 Uhr wieder im Leistungszentrum des Westfälischen Tennisverbandes in Kamen auf dem Trainingsplatz, um sich auf das erste Westfalenliga-Spiel mit den Damen des TC Deuten und die darauf folgenden Deutschen Jugendmeisterschaften in Essen sowie die Westfälische Meisterschaft der Aktiven in Werne vorzubereiten. „Ich bin ziemlich müde aber auch glücklich, dass sich die Reisen gelohnt haben“, sagt Puppendahl.

Doch so schön es auch ist, zum ersten Mal und dann noch bereits mit 17 Jahren im WTA-Ranking zu stehen, stellt Linda Puppendahl andere Dinge in den Fokus. „Ich habe viel gelernt. Vor allem, dass ich in bestimmten Situationen viel mehr an meine eigene Stärke glauben muss. Die Mädels, die auf den kleinen Turnieren aufschlagen, die wollen mit aller Macht nach oben und glauben an sich. Ich hätte noch mehr erreichen können, wenn ich in manchen Situationen einfach selbstbewusster gewesen wäre“, so Linda Puppendahl.

Auch die sozialen Unterschiede auf der ITF-Tour sind der Abiturientin nicht verborgen geblieben. Während Spielerinnen aus reichen Ländern finanziell auch Minus-Bilanzen bei Turnieren verkraften und fokussiert weiter an sich arbeiten können, stehen Profis aus Osteuropa oder Nord-Afrika unter einem hohen finanziellen Druck. Dieser Druck kann laut Puppendahl leistungsfördernd wirken, er kann aber auch bei talentierten Spielerinnen das schnelle Aus sämtlicher Profi-Träume bedeuten, wenn die Ergebnisse nicht stimmen.

Mit der Tennis-Glamour-Welt aus dem Fernsehen haben die ITF-Turniere jedenfalls nichts zu tun. Die Zuschauerzahlen sind überschaubar, die Kosten höher als die Einkünfte. Für ihre Achtelfinal-Teilnahmen kassierte Puppendahl nach Steuern knappe 250 Dollar. Das reicht – mit etwas Glück – gerade für den Flug.

Noch weit entfernt
„Ich bin sehr dankbar dafür, dass ich von meinen Eltern, dem Westfälischen Tennisverband und vom TC Deuten unterstützt werde, der für mich Kontakte zu den Sponsoren herstellt“, sagt Puppendahl. Bis zu den großen Fleischtöpfen mit Millionen-Preisgeldern, an denen ein Sascha Zverev oder eine Angelique Kerber sitzen, ist Tennisspielerin Linda Puppendahl im Moment noch so weit entfernt, wie die Deutener Birkenallee von der Fifth Avenue in New York.

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