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Wasserball: Bezirkspokal

WSV Schermbeck triumphiert über Oberhausen

Schermbeck Die Wasserballer des WSV Schermbeck haben zum dritten Mal den Bezirkspokal Ruhrgebiet gewonnen − und auf ihre ganz eigene Weise gefeiert.

WSV Schermbeck triumphiert über Oberhausen

„Da ist das Ding!“ Die Wasserball-Herren des WSV Schermbeck haben durch einen 23:10-Sieg über die WSG Oberhausen zum dritten Mal den Bezirkspokal gewonnen. Es war der erste Pokalsieg seit 2012.Foto: Lücke

Wasserball ist nicht Fußball oder Basketball. Würde der SV Schermbeck den Kreispokal gewinnen oder die BG Dorsten den WBV-Pokal, dann würden die Fans das Spielfeld stürmen, Konfettikanonen goldene Schnipsel regnen lassen und Queen würden „We are the champions“ aus den Boxen donnern. Als die Herren des Wassersportvereins Schermbeck am Sonntag den Bezirkspokal gewannen, da bauten sie noch vor der Siegerehrung ihre Tore ab, ließen die Metalltreppe wieder ins Wasser und versetzten das Becken wieder in seinen „Normalzustand“.

Klar: Nach dem 23:10-Erfolg über die WSG Oberhausen hatten sie ihren Trainer Mirko Arntzen vor Freude ins Wasser geworfen und lauthals ihren WSV besungen. Doch dann gingen sie gänzlich unaufgeregt zuerst zum Aufräumen über und dann duschen. Als sie schließlich einer nach dem andern im Foyer des Schermbecker Hallenbades eintrudelten, gab‘s natürlich Glückwünsche und Umarmungen − aber auch den ein oder anderen lockeren Spruch.

Schnitzel ohne Beilage
So erfuhr der verdutzte Derk Verwaayen, dass er sich während des Finales für seine Tore zwei Schnitzel verdient habe, doch die Beilage wieder gestrichen worden sei. „Weil du kurz vor Schluss noch eine Zeitstrafe kassiert hast“, erklärte ihm Bernd Holtmann, Vater von Verwaayens Teamkollege Lauritz Holtmann.

Christoph Becker hatte kurz vor Spielende intensivere Bekanntschaft mit Spielweise und Körper eines Gegenspielers gemacht und gemeinsam mit ihm das Becken verlassen dürfen. „Das ist Becker“, waren sich die Fans einig und foppten ihn im Foyer; „Na? Alles wieder normal?“

Stefan Feuerherdt bekam Glückwünsche zum 35. Geburtstag und Malte Kleinsteinberg wurde nach der Party am Vorabend mit einem vielsagenden „Wie geht‘s?“ begrüßt.

In dieser Party und der Verfassung der Spieler vor dem Finale sahen die Anhänger des WSV auch ein Geheimnis des Finalerfolges. „Wenn denen vorm Spiel alles egal ist, sind sie am besten.“

Vielleicht war es so. Vielleicht aber auch so, wie es Heinz Pawlik, Sportlicher Leiter Wasserball beim WSV, und Trainer Mirko Arntzen sahen. „Wenn wir komplett waren, waren wir klarer Favorit. Immerhin spielt Oberhausen eine Liga tiefer“, sagte Pawlik nach dem Spiel und Arntzen meinte: „Ich habe mit einem Sieg gerechnet. Aber nicht mit der Art und Weise.“

Arntzen sah die Kräfteverhältnisse ausgeglichen. Nicht zuletzt wegen des Oberhausener Überraschungssieges im Halbfinale gegen die Duisburg 98. Wohlweislich begann er deshalb mit seinen erfahreneren Akteuren: „Oberhausen hat viele Routiniers in seinen Reihen, die gerne auch mal an der Grenze des Erlaubten spielen und provozieren.“ Arntzen wollte nicht riskieren, dass sich seine jüngeren Spieler zu unbedachten Aktionen hinreißen ließen und startete mit seinen Routiniers. Doch was die im ersten Viertel ins Becken zauberten, hatte er nicht erwartet.

Von Beginn an dominant
Der WSV dominierte vom Anschwimmen weg, stahl den Gästen mit starker Verteidigung immer wieder den Ball und verwertete seine Chancen hochprozentig. 7:1 hieß es nach den ersten acht Minuten, beim Ertönen der Halbzeit-Sirene war beim Stand von 12:3 schon eine Vorentscheidung gefallen. Oberhausens Fans witterten zu Beginn des dritten Viertels zwar noch einmal Morgenluft, doch ihre Tröten und Trommeln, die das 14:8 (20. Minute) feierten, verstummten wieder, als Schermbeck bis zum Viertelende wieder auf 16:8 davon zog.

Im Schlussviertel fügten sich die Gäste in die Niederlage. Schermbeck zauberte phasenweise noch ein wenig, dann ging‘s zur Siegerehrung. Nach dem Aufräumen.

WSV: Gerecke, Holtmann, Lange, Niesen, Drewes, Heming, Verwaayen 5, Feuerherdt 4, Becker 5, Dostlebe 6, Gerecke 1, Gerecke 1, Kleinsteinberg 1, Gerecke; Trainer: Arntzen und Dijkhuis; Betreuer: Lücke und Pawlik

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