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Tausende Häuser zerstört

17 Tote durch Waldbrände in Kalifornien

SAN FRANCISCO „Es ist die reine Zerstörung“, sagt Kaliforniens Feuerwehrchef Ken Pimlott. Seit Tagen wüten Wald- und Buschbrände im Norden Kaliforniens. Die Regierung forderte Zehntausende Anwohner auf, sich vor den Flammen in Sicherheit zu bringen. Die Ausmaße waren am Mittwoch auch in San Francisco zu spüren.

17 Tote durch Waldbrände in Kalifornien

Ein Feuerwehrmann in Anaheim

Bei verheerenden Waldbränden im Norden Kaliforniens sind mindestens 17 Menschen ums Leben gekommen und Tausende Häuser zerstört worden. In der Stadt Santa Rosa sowie in den Weinregionen Napa und Sonoma nördlich der Metropole San Francisco hinterließen die Feuer vielerorts nur noch Schutt und Asche.

Weit mehr als 2000 Gebäude brannten ab, über 45.000 Hektar Land wurden Opfer der Flammen. Mehr als 100 Menschen wurden verletzt. Die Sicherheitskräfte fürchteten weitere Todesopfer, da noch zahlreiche Menschen vermisst wurden. Für Mittwoch rechnete der Wetterdienst mit weiteren Winden, die mit starken Böen die Brände anfachen können.

Über 400 Feuerwehrleute am Mittwoch im Einsatz

Bei starken Winden hatten sich mehr als ein Dutzend Brände ausgebreitet. Am Mittwoch wüteten in der Region noch immer 15 Feuer. Mehr als 400 Feuerwehrleute waren im Einsatz. Dazu kamen nach Angaben von CNN etwa 4000 Ersthelfer, Freiwillige und Kräfte des Militärs. „Es ist die reine Zerstörung“, sagte Kaliforniens Feuerwehrchef Ken Pimlott.

Waldbrände in Kalifornien

Feuerwehrmänner bei den Löscharbeiten
Rauchschwaden ziehen in der Nähe von Anaheim (USA) über den Highway 91.
Eine Familie in Santa Rosa schaut sich die Überreste eines Nachbarhauses an. Autos sind zu Schrotthaufen eingeschmolzen.
Unbeschädigte Häuser stehen in Santa Rosa auf der linken Straßenseite, während die rechte Straßenseite komplett vom Feuer zerstört wurde.
Anwohner flohen in Sonoma Valley mit ihren Autos vor den Flammen.
Phoebe Vernier sucht  in Santa Rosa (Kalifornien, USA) mit einem Helfer nach Gegenständen, die den Brand überstanden haben.
Ausgebrannte Fahrzeuge stehen am in Santa Rosa (USA) vor vom Feuer völlig zerstörten Grundstücken.
Ein ausgebranntes Auto in Santa Rosa
Zwei ausgebrannte Autos in Santa Rosa
Michael Nills (r) und Jimmy Duncan blicken in Santa Rosa mit Atemschutzmasken auf die abgebrannte Nachbarschaft.
Dieses Satellitenbild der NASA zeigt am die Waldbrände, die am Montag in Kalifornien wüteten.
Ein Feuerwehrmann kämpft in Santa Rosa gegen die Flammen eines brennenden Hauses.
Vier vollständig ausgebrannte Fahrzeuge in Santa Rosa
Wayne Sims spritzt in Santa Rosa Wasser auf die Überreste des Hauses seines Nachbarn.
Rauch steigt in der Nähe eines Weingutes in Sonoma Valley auf.
Der leere Highway 101
Ein Mitarbeiter des US-Forstdienstes versucht in Napa County, einen Brand aufzuhalten.
Goldfische schwimmen in Santa Rosa, die in einem Teich des abgebrannten Hauses überlebt haben.
Ein Fahrradfahrer fährt an den Überresten eines Hilton-Hotels vorbei.
Ein Waldbrand in Napa County  in der Nähe der Weinberge.
Ein Waldbrand in Napa County  in der Nähe der Weinberge.
Ein ausgebranntes Auto in Santa Rosa
Die Golden Gate Bridge in San Fransisco, umhüllt von Rauchwolken
Ein Feuerwehrmann in Anaheim
Mehrere Buschbrände haben im Norden Kaliforniens über 20.000 Anwohner zur Flucht getrieben.
Bei starken Winden hatten sich mehr als ein Dutzend Brände über Nacht rasch ausgebreitet. Nach ersten Schätzungen sollen 1500 Gebäude abgebrannt sein. Etwa 20 000 Menschen mussten ihre Häuser verlassen und in Sicherheit gebracht werden. Der Gouverneur des Westküstenstaates, Jerry Brown, rief in mehreren Bezirken den Notstand aus. Tausende Häuser seien bedroht.
Großen Schaden richteten die Flammen in den Wein-Tälern Napa und Sonoma an. In der Kleinstadt Santa Rosa brannten mehrere Wohngebiete ab. Fernsehbilder zeigten verwüstete Straßenzüge mit ausgebrannten Fahrzeugen und verkohlten Häusermauern.
In einem Trailerpark mit Wohnmobilen seien mehr als 100 Behausungen zerstört worden, sagte ein Mitarbeiter der Anlage dem Sender KPIX. Alle Bewohner, überwiegend ältere Menschen, seien rasch in Sicherheit gebracht worden. Auch zwei große Hotels brannten nieder.
Die Brände hätten viele Regionen einfach überrollt, sagte Feuerwehrchef Ken Pimlott bei einer Pressekonferenz. Viele Menschen hätten rasch die Flucht ergreifen müssen. Bei heißen Temperaturen und starken Winden fraßen sich die Flammen schnell durch die trockene Vegetation.

Im Napa County starb ein Ehepaar, das seit 75 Jahren verheiratet war. Der Mann war 100 Jahre alt, seine Frau 98. In der Stadt Santa Rosa wurde eine Ausgangssperre verhängt, um Plünderungen zu verhindern. In der Kleinstadt mit rund 175.000 Menschen brannten mehrere Wohngebiete ab.

In acht Gemeinden wurde der Notstand ausgerufen

Gouverneur Jerry Brown erklärte für acht Gemeinden den Notstand. Die Behörden forderten Zehntausende Menschen auf, sich vor den Flammen in Sicherheit zu bringen. In der Nacht zu Mittwoch galten auch für Teile der Stadt Caligosta Evakuierungsmaßnahmen. Der lokale Sender KPIX berichtete, auf dem einzigen Highway, der als Fluchtweg in Frage kam, habe sich der Verkehr gestaut. An Tankstellen sei das Benzin knapp geworden.

US-Präsident Donald Trump sagte, die Regierung sei an der Seite der Kalifornier. Die Brände hätten eine furchtbare Tragödie verursacht. „Die Menschen haben mein größtes Mitgefühl. Sie machen eine Menge durch“, sagte Trump am Rande einer Ehrung im Weißen Haus.

Oktober ist nach Angaben der kalifornischen Behörden traditionell der Monat mit den meisten Bränden. Feuerwehrchef Pimlott sagte, dass 95 Prozent aller Feuer in Kalifornien - vorsätzlich oder fahrlässig - von Menschen verursacht würden. Die Wahrscheinlichkeit, dass Blitze große Flächenbrände auslösten, sei sehr gering. 

dpa

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