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Dritter Landtags-Austritt

AfD-Abgeordneter verlässt Fraktion und Partei

BERLIN/DÜSSELDORF Der AfD-Abgeordnete Frank Neppe ist am Dienstag aus der Fraktion im nordrhein-westfälischen Landtag und der Partei ausgetreten. Der Abgeordnete aus Iserlohn beschwerte sich in einem Brief über die Partei, die sich immer weiter in eine "rechte Ecke" bewege. Und rechnet mit "Parteifreunden" ab.

AfD-Abgeordneter verlässt Fraktion und Partei

Der NRW-Landtagsabgeordnete Frank Neppe aus Iserlohn ist aus der Fraktion und der Partei ausgetreten.

Die AfD verliert immer mehr Mandatsträger, die mit dem Kurs der Parteiführung unzufrieden sind. Mit einem verbitterten Brief an Parteimitglieder verabschiedete sich am Dienstag der nordrhein-westfälische Landtagsabgeordnete Frank Neppe aus Fraktion und Partei.

In dem Brief, der der Deutschen Presse-Agentur vorliegt, beklagt Neppe, dass einige Funktionäre der Partei die AfD mit ihren Äußerungen „immer weiter in die rechte Ecke bugsieren“. Linksextreme Kräfte fühlten sich durch derartige Äußerungen zudem legitimiert, AfD-Politiker zu bedrohen. Neppe beklagte, die Partei habe ihm nach einem Angriff auf sein Haus „keinerlei Hilfe angeboten“.

Neppe behält Abgeordnetenmandat bei

„Ich bin nicht mehr bereit, für solche 'Parteifreunde' und 'Führungskräfte' meinen Kopf hinzuhalten“, schreibt Neppe. Sein Abgeordnetenmandat werde er allerdings nicht aufgeben, sagte er der dpa weiter. Unklar sei auch, ob er gemeinsam mit den anderen beiden ausgetretenen früheren AfD-Fraktionsmitgliedern zusammenarbeiten werde. „Das ist noch nicht klar, da schauen wir mal.“

Der Ton in der AfD sei vor allem auf Bundesebene rauer geworden. „Ich wurde offen angefeindet“, kritisierte Neppe. In seinem Brief heißt es weiter: „Sehr enttäuscht bin ich auch von Mitgliedern, denen es in der AfD niemals um die Sache ging, sondern lediglich darum, ihr eigenes Ego zu befriedigen. Wie ein Fähnchen im Wind wechselten sie ihre Meinungen, um immer auf der Seite der vermeintlichen Mehrheit zu stehen. Dass sie nun auch die Kräfte unterstützen, die diese Partei unvermeidlich ins gesellschaftliche Aus führen, ist ihnen egal.“

Elf Austritte aus Landtagen seit Bundestagswahl

Der Aderlass prominenter AfD-Vertreter hatte Ende September begonnen, als die bisherige Parteichefin Frauke Petry und ihr Ehemann, der damals noch amtierende NRW-Landtagsfraktionschef Marcus Pretzell, der AfD den Rücken kehrten. Aus den Landtagsfraktionen in NRW, Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen gab es seit der Bundestagswahl insgesamt elf Austritte. Aus der Bundestagsfraktion verabschiedete sich in der vergangenen Woche zudem der Abgeordnete Mario Mieruch.

Von sich aus trennt sich die AfD in Nordrhein-Westfalen dagegen vom ehemaligen Vorsitzenden des Kreisverbandes Rhein-Sieg, Thomas Matzke. Der Kommunalpolitiker werde mit sofortiger Wirkung ausgeschlossen, teilte die Partei am Dienstag mit: „Thomas Matzke wird wegen vorsätzlichen und erheblichen Verstößen gegen die Ordnung und die Satzung der Partei aus der Alternative für Deutschland ausgeschlossen.“

dpa

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