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Premiere auf Zypern

BVB steht nach Leipzig-Pleite in der Bringschuld

NIKOSIA Nach zwei Niederlagen zum Start hält nur ein Sieg am heutigen Dienstagabend bei APOEL Nikosia (20.45 Uhr) die Chancen von Borussia Dortmund auf ein Überwintern in der Champions League am Leben. Die Schwarzgelben betreten Neuland auf Zypern, auf der mit einer Million Einwohnern kleinen Insel hat man noch nie gespielt.

BVB steht nach Leipzig-Pleite in der Bringschuld

Nach dem Ausrutscher gegen Leipzig will der BVB heute auf Zypern in die Erfolgsspur zurückfinden.

Die Abflugzeit am frühen Vormittag sorgte für einigen Stress im Reisetross der Borussia. Marketing-Boss Carsten Cramer hetzte in letzter Sekunde durch die Abfertigung, nachdem er im morgendlichen Berufsverkehr im Stau gestanden hatte. Und Trainer Peter Bosz hatte seinen Pass im Koffer vergessen - der befand sich freilich schon auf dem Weg ins Flugzeug, das den BVB am Montag schon um neun Uhr nach Larnaca bringen sollte.

Vierstündige Anreise

Bosz durfte nach einer ausdrücklichen Versicherung, das Dokument nachzureichen, dennoch mitfliegen. Und weil auch im Luftraum über Dortmund eine Menge los war, hob der Flieger auch noch deutlich verspätet ab.  

Für die Verzögerungen und eine vierstündige Anreise in den äußersten Südosten Europas wurde die Mannschaft bei der Ankunft auf dem Flughafen Larnaca entschädigt mit Sommertemperaturen von 30 Grad Celsius. Die Hitze dürfte beim Anstoß heute Abend allerdings keine nennenswerte Rolle spielen. Um die 20 Grad werden erwartet, perfektes Fußballwetter also.

Schmelzer dämpft Erwartungen

Vor dem Abflug erspähten die wenigen Fans auch einen Spieler, der etwas überraschend mit auf die Dienstreise ging. Marcel Schmelzer schob seinen Rollkoffer gemütlich vor sich her. Ob die Anwesenheit des Kapitäns mehr ist als eine moralische Stütze, das klärt sich erst nach dem Anschwitzen wenige Stunden vor dem Anpfiff. „Er ist mitgeflogen, das zeigt, er kann spielen“, meinte Bosz. „Wir müssen nur entscheiden, ob wir ihn auch bringen.“

Schmelzer selbst dämpfte übertriebene Erwartungen: „Ich habe drei Mal mit der Mannschaft trainiert“, meinte er, normalerweise reicht das nach fünf Wochen Verletzungspause nicht. Das Abschlusstraining bestritt der Linksverteidiger problemlos.

"Robuster spielen"

Dortmund betritt Neuland auf Zypern, auf der mit einer Million Einwohnern kleinen Insel hat man noch nie gespielt. An den Ambitionen ließen weder der Kapitän noch der Sportdirektor irgendwelche Zweifel. Er sei zuversichtlich, dass der BVB die Qualität habe, um in Nikosia zu gewinnen, meinte Michael Zorc und hatte gleich das passende Rezept dabei: „Robuster spielen, aktiver sein bei eigenem Ballbesitz. Und wir müssen unsere Chancen nutzen.“ Kein Zufall, dass Zorc diese Punkte ansprach, denn genau in diesen drei Bereichen sah er beim 2:3 gegen Leipzig Mängel, die letztlich zur Niederlage geführt hätten.

Angesichts der Ausgangslage zählen in den beiden nun anstehenden Vergleichen gegen den Tabellendritten aus dem Fußball-Zwergenstaat nur zwei Siege. „Diesen Anspruch haben wir auch“, meinte Schmelzer. Trainer Bosz hat die knifflige Frage zu lösen, wie er mit Jeremy Toljan nach dessen rabenschwarzer Vorstellung gegen Leipzig umgehen soll. „Ich habe ganz ruhig mit ihm gesprochen“, meinte Bosz am Abend. „Er hatte keinen guten Tag, aber da war er auch nicht der Einzige.“

Bartra drängt in die Startelf

Änderungen dürfte es also in jedem Fall geben. Marc Bartra war gegen Leipzig einer der wenigen mit Normalform, der Spanier drängt zurück in die Dortmunder Startelf, auch Christian Pulisic dürfte zurückkehren. Julian Weigl und Shinji Kagawa sind weitere Startelf-Kandidaten.

Deutscher Fußball wird auf Zypern übrigens wohlwollend betrachtet, denn einer ihrer Nationalhelden ist Deutscher. Rainer Rauffmann war in der 2. Bundesliga eher mittelmäßig erfolgreich - bis er Ende der 1990er-Jahre bei Omonia Nikosia anheuerte und viermal in Serie (!) Torschützenkönig wurde. Die Zyprer verehrten den mittlerweile 50-Jährigen wie einen König. Noch heute ist er Deutschlands bekanntester Fußballer. Und beliebter als Götze oder Weigl...

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