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Banken und Unternehmen machen Druck auf Brexit-Unterhändler

Brüssel/London (dpa) Je länger sich die Brexit-Verhandlungen hinziehen, desto schwieriger wird es für Unternehmen zu planen. Deshalb macht die Wirtschaft zunehmend Druck. Vor allem die Briten sollen sich bewegen.

Banken und Unternehmen machen Druck auf Brexit-Unterhändler

Blick auf die Hochhäuser im Finanzbezirk City of London und die London Bridge. Der Stillstand bei den Brexit-Gesprächen könnte die britische Finanzwirtschaft einem Branchenverband zufolge teuer zu stehen kommen. Foto: Monika Skolimowska

Britische Banker und europäische Unternehmer haben rasche Entscheidungen zum Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union gefordert.

"Unsere Unternehmen brauchen Klarheit und Zeit, um sich auf die Lage nach dem Brexit vorzubereiten", schrieb der europäische Arbeitgeberverband Businesseurope dem EU-Ratspräsidenten Donald Tusk vor dem EU-Gipfel. Ein Jahr sei schon verloren gegangen, und der Zeitdruck wachse.

Ein Branchenverband der britischen Finanzwirtschaft warnte zugleich vor hohen Kosten bei einem Stillstand der Verhandlungen. Grund dafür sei, dass die Unternehmen ihre Pläne für einen ungeregelten EU-Austritt des Landes nicht länger aufschieben können.

Der Verband der britischen Finanzunternehmen TheCityUk schätzt, dass der Branche in Großbritannien Einnahmen von bis zu 22,5 Milliarden Euro (20 Milliarden Pfund) entgehen, sollten sich London und Brüssel nicht auf ein Abkommen über die künftigen Handelsbeziehungen einigen können. Zudem seien bis zu 75 000 Jobs in Gefahr. Diese Folgen würden auch von einem Abkommen mit ähnlichem Marktzugang wie bisher nur minimal abgemildert, sollten sich beide Seiten nicht spätestens im ersten Quartal 2018 auf eine Übergangslösung geeinigt haben.

Businesseurope forderte ebenfalls Übergangsregelungen. "Am besten" wäre dem Unternehmerverband zufolge eine Lösung, die Großbritannien während dieser Übergangszeit mit allen Rechten und Pflichten in der Zollunion und im gemeinsamen Markt halte.

Die Unternehmer unterstützten die EU-Verhandlungslinie, wonach Fortschritte auf drei Feldern die Voraussetzungen für weitergehende Regelungen sind: die Rechte der britischen und EU-Bürger, die Lage an der irisch-nordirischen Grenze und die Finanzfragen. "In diesem Zusammenhang fordern wir die britische Regierung auf, rasch weitere Verhandlungsvorschläge für alle drei Themen zu machen", heißt es in dem Brief der Businesseurope-Präsidentin Emma Marcegaglia an Tusk.

Im März 2019 wird Großbritannien aus der EU ausscheiden. Die Finanzunternehmen haben dafür längst Pläne in der Schublade. Im schlimmsten Fall müssten sie Tausende Mitarbeiter an Standorte innerhalb der EU verschieben und teilweise Lizenzen für den Europäischen Binnenmarkt erwerben. Lange lassen sich die Pläne TheCityUK zufolge nicht mehr aufschieben.

Bericht des Branchenverbands 'TheCityUK' - Englisch

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