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Juniorenfußball

Beleidigung kostet SV Heek 750 Euro

Heek Ein Jugendspieler wird von einem Zuschauer im Heeker Dinkelstadion rassistisch beleidigt. Nach dem Spiel schlägt der Spieler einen anderen Zuschauer. Das Kreisjugendsportgericht hat jetzt durchgegriffen.

Beleidigung kostet SV Heek 750 Euro

Im Heeker Dinkelstadion, hier ein Archivbild, kam es am 14. Oktober bei einem A-Jugendspiel zu verbalen und körperlichen Attacken. Foto: Keirat (A)

Weil ein Zuschauer im Heeker Dinkelstadion einen A-Jugendspieler von Eintracht Ahaus rassistisch beleidigt hat, ist der SV Heek zu einer Geldstrafe von 750 Euro verurteilt worden. Der Ahauser Spieler, der nach der Partie einem anderen Zuschauer einen Kopfstoß und einen Schlag verpasst hatte, ist für drei Monate gesperrt worden. Das hat das Kreisjugendsportgericht in Coesfeld in seiner ersten mündlichen Verhandlung der laufenden Saison entschieden – üblich ist mittlerweile das schriftliche Verfahren – und die Urteile in den Offiziellen Mitteilungen am vergangenen Freitag veröffentlicht.

Im A-Juniorenspiel der Kreisliga A zwischen dem SV Heek und Eintracht Ahaus kochten am 14. Oktober die Emotionen hoch. Während des Spiels beleidigte ein älterer Zuschauer einen Ahauser Spieler unter anderem mit dem Begriff „Schwattkopp“. Der Schiedsrichter vernahm das, verwies den Zuschauer der Anlage und fertigte nach der Partie einen Sonderbericht an. Der Zuschauer hatte den Vorwurf bereits vor der Verhandlung bestätigt.

Attacke gegen 17-Jährigen

Nach Spielende kam es dann zu einem weiteren Zwischenfall. Der zuvor beleidigte Ahauser Spieler attackierte offenbar einem anderen, 17-jährigen Zuschauer, der daraufhin im Krankenhaus behandelt wurde. Dieses Szenario bestritt der Spieler und auch der Schiedsrichter sah es nicht selbst. Bestätigt hat es einer der Zeugen, die das Sportgericht um den stellvertretenden Vorsitzenden Norbert Sicking hörte und für glaubwürdig befand. Für diese Tätlichkeit verurteilte das Sportgericht den Spieler zu einer dreimonatigen Sperre.

Gegen den SV Heek verhängte es eine empfindliche Geldstrafe von 750 Euro. Er muss für den Zuschauer haften, obwohl der kein Vereinsmitglied ist. Allerdings hat der Verein die Möglichkeit, den Betrag vom Zuschauer zurückzufordern. Das Urteil stößt beim Heeker Vereinsvorsitzenden Eugen Uphues auf großes Unverständnis: „Solche Äußerungen gehören sich nicht und es tut uns leid, was da passiert ist. Aber wie sollen wir so was verhindern, vor allem wenn es von Nicht-Mitgliedern kommt? Dann brauchen wir bald keine öffentlichen Spiele mehr auszutragen.“ Dass der Verein bestraft würde, sei in Ordnung, „aber 750 Euro sind einfach viel zu viel. Vor allem, wenn man bedenkt, dass der Ahauser Spieler einen Zuschauer vorsätzlich verletzt und dafür nur drei Monate gesperrt wird.“

Eintracht sieht es anders

Etwas anders sieht es Eintracht-Jugendgeschäftsführer Andreas Ascher: „Ich war nicht beim Spiel dabei. Aber unser Spieler hat uns gesagt, dass er keine Tätlichkeit begangen hat. Aufgrund einer einzigen Zeugenaussage finde ich die dreimonatige Sperre schon happig. Aber wir akzeptieren das Urteil.“

Grundlage für die Strafe gegen den SV Heek ist Paragraf 12 der Rechts- und Verfahrensordnung des Westdeutschen Fußball- und Leichtathletikverbands.

Dieser ist seit 1. Juli 2017 in Kraft und befasst sich mit dem Tatbestand der Diskriminierung auf oder neben dem Fußballplatz.

Dabei geht es um die Diskriminierung in Bezug auf ethnische Herkunft, Nationalität, Hautfarbe, Sprache, Geschlecht, Religion, Weltanschauung, eine Behinderung oder die sexuelle Orientierung.

Ein solches Verhalten hat der Platzverein sofort zu unterbinden, ansonsten droht ihm eine Strafe von mindestens 500 Euro, wie jetzt beim SV Heek der Fall. „Diese Beträge sind für den Amateurbereich angepasst worden“, erklärt Willy Westphal, Vorsitzender des Fußballkreises Ahaus/Coesfeld. „Vorher waren sie deutlich höher.“

Während ein Vereinsmitglied auch persönlich vom Sportgericht sanktioniert werden kann, haftet der Verein zunächst für Zuschauer, die ihm nicht angehören. Ein Regressanspruch ist für den Verein aber immer gegeben.

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