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Datenschützer fordern Schulfach gegen Sorglosigkeit im Netz

Oldenburg. Persönliche Daten sind heiß begehrt. Unternehmen sammeln sie, um mehr über ihre Kunden zu erfahren. Regierungen verabschieden Gesetze, damit etwa die Daten von Flugreisenden gespeichert und ausgetauscht werden können. Datenschützer sehen großen Handlungsbedarf.

Datenschützer fordern Schulfach gegen Sorglosigkeit im Netz

Ein Kind vergnügt sich mit einem Tablet: Was geht und was geht nicht für Kinder im Internet? Foto: Jens Kalaene

Der verantwortungsvolle Umgang mit persönlichen Daten im Internet muss aus Sicht von Datenschützern von klein auf gelernt werden. Im Schulunterricht brauche es dazu deutlich mehr Aufklärung, sagte die Vorsitzende der Datenschutz-Konferenz von Bund und Ländern, Barbara Thiel.

Nötig sei ein verpflichtendes Fach, das Medienkompetenz vermittele, forderte Thiel vor Beginn einer Tagung der Datenschutzbehörden in Oldenburg.

Auch Erwachsene müssten besser über die Risiken eines freizügigen Umgangs mit ihren Daten informiert werden. Die digitale Sorglosigkeit gehe durch alle Altersgruppen und Bevölkerungsschichten, sagte Thiel, die Landesbeauftragte für den Datenschutz in Niedersachsen ist.

Die unabhängigen Datenschutzbehörden des Bundes und der Länder kommen routinemäßig zweimal im Jahr unter wechselndem Vorsitz zusammen. Damit wollen sie unter anderem eine einheitliche Anwendung des Datenschutzrechts in Deutschland erreichen.

Bei der diesjährigen Herbsttagung wollen die Datenschützer von Bund und Ländern auch über den Austausch von Fluggastinformationen beraten. Ziel sei ein Beschluss, der die Bundesregierung und den europäischen Gesetzgeber auffordert, Gesetzesvorhaben nachzubessern, erläuterte die Konferenz-Vorsitzende Thiel. Dafür soll eine im Juli verkündete Entscheidung des Europäischen Gerichtshofs ausgewertet werden. Das höchste EU-Gericht hatte damals ein von der EU und Kanada geplantes Abkommen zum Austausch von Fluggastdaten als unvereinbar mit Datenschutzvorschriften erklärt.

Die Konferenzteilnehmer wollen zudem über künftige Arbeitsweisen beraten. Mit der neuen EU-Datenschutzgrundverordnung, die im Mai in Kraft treten soll, erhielten die Datenschutzbehörden mehr Macht und könnten Verstöße effektiver ahnden, sagte Thiel. Um die neuen Herausforderungen zu bewältigen, müssten die Behörden personell aufgestockt und die Zusammenarbeit zwischen den Bundesländern verändert werden. An diesem Donnerstag wollen sie über Ergebnisse ihrer Tagung informieren.

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