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De Maizière zu Reform-Streit im DOSB: „Brauchen Teamgeist“

Koblenz. Die Leistungssportreform und die verzögerte Umsetzung war das bestimmenden Thema der Mitgliederversammlung des DOSB in Koblenz. Minister Thomas de Maizière forderte dazu auf, aufgekommenen Streit zu beenden und die Teamgeist zu zeigen: „Die Richtung stimmt.“

De Maizière zu Reform-Streit im DOSB: „Brauchen Teamgeist“

Bundesinnenminister Thomas de Maizière spricht bei der DOSB-Mitgliederversammlung in Koblenz. Foto: Thomas Frey

Bundesinnenminister Thomas de Maizière hat nach vehementer Kritik an der Leistungssportreform appelliert, den Streit zu beenden und das Projekt gemeinsam zum Erfolg zu führen.

„Ich bin fest davon überzeugt, dass die große Reform nur gemeinsam gelingt“, sagte der CDU-Politiker auf der Mitgliederversammlung des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) in Koblenz. „Es hilft nicht, dagegen zu sein. Wir brauchen aber Teamgeist, wenn wir den Spitzensport verbessern wollen.“

In einer „Standortbestimmung“ hatten die Spitzenverbände und Landessportbünde ihre große Besorgnis über die „in wesentlichen Teilen“ verzögerte Umsetzung der Reform ausgedrückt. Die Verzögerung führe zu einer „erheblichen Verunsicherung bei Athleten, Trainern und Verbänden“ und gefährde damit „massiv die Vorbereitungen auf die Olympischen Spiele Tokio 2020“.

Minister de Maizière forderte ein Jahr nach Verabschiedung des Konzepts für das Reformvorhaben mehr Geduld. „Solche grundlegende Reformen werden nicht von Popcorn, Partyhütten und Konfettiregen begleitet. Das ist nicht überraschend“, sagte er und betonte: „Die Richtung stimmt. An der einen oder anderen Stelle muss aber mehr Fahrt aufgenommen werden.“ Ein Spiel werde immer in der zweiten Halbzeit entschieden.

Allerdings braucht der Spitzensport schnell den vom Bund zugesagten Zuwachs der Fördermittel, um die Tokio-Vorbereitungen langsam auf Hochtouren zu bringen. „Wir sind an einem Punkt, wo die Möglichkeiten des Sports enden. Soweit konnten wir unsere Hausarbeiten machen“, erklärte DOSB-Präsident Alfons Hörmann. „Ohne die finanziellen Mittel geht es nun nicht weiter.“

Dabei ist der DOSB davon abhängig wann in Berlin eine neue Bundesregierung gebildet wird und einen Haushalt verabschieden kann. 2017 zahlt der Bund 168 Millionen Euro für den Spitzensport.

Folgen für die Sommerspiele 2020 sind ohne schnelles Geld nicht auszuschließen. „Wenn nicht in den nächsten sechs bis neun Monaten etwas passiert, besteht die Gefahr, dass es negative Auswirkungen für Tokio haben kann“, sagte Hörmann. Für die Winterspiele im Februar 2018 werde die Reform weder „im Positiven wie im Negativen“ wirken.

Die Mahnung von de Maizière, geschlossen „in die zweite Halbzeit“ der Reform zu starten, kam dem DOSB-Chef sehr gelegen: „Ich empfand die Rede als Unterstützung, weil sie auch ein Aufruf an die Mitgliedsverbände war, die Dinge weiter so umzusetzen.“

Entschärft wurde ein weiteres kontroverses Thema: Die Finanzierung der Nationalen Anti-Doping-Agentur und der Beitrag des Sports. Die drei Spitzenverbände der Leichtathleten, Radfahrer und Triathleten zogen einen Antrag zur Neuregelung der Zahlungen kurzfristig zurück. Der DOSB hatte zugesagt, dass eine Arbeitsgruppe sich dieses Themas annehmen werde und neue Regelungen entwickelt. „Damit können wir leben“, sagte Triathlon-Chef Martin Engelhardt.

Eine neue Ära wurde in der Führung des DOSB eingeleitet. Nach elf Jahren geht der Vorstandsvorsitzende Michael Vesper in den Ruhestand. Nachfolgerin wird Veronika Rücker, die am 1. Januar das Hauptamt übernimmt. Sie soll das in Koblenz verabschiedete neuen Leitbild des DOSB mit Leben erfüllen und ihn fit für die Zukunft zu machen.

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