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Der Mann mit dem Hundebiss: Friedel Rausch ist tot

Luzern. Friedel Rausch hat einen festen Platz in der deutschen Fußball-Geschichte. Durch seine Erfolge als Trainer, vor allem aber durch den Biss eines Schäferhunds. Jetzt ist Rausch im Alter von 77 Jahren gestorben.

Der Mann mit dem Hundebiss: Friedel Rausch ist tot

Friedel Rausch ist im Alter von 77 Jahren gestorben. Foto/Archiv (2003): Bernd Settnik Foto: Bernd Settnik

Ein Hundebiss mitten im Spiel sicherte Friedel Rausch auf ewig einen Platz im Anekdoten-Schatz der Fußball-Bundesliga. Trotz der Wunde am Gesäß setzte der damalige Schalker Profi das Revierderby gegen Borussia Dortmund fort, die skurrile Szene blieb unvergesslich.

Aber auch mit seinen Erfolgen als Trainer auf Schalke, in Kaiserslautern, Frankfurt und Luzern machte sich der gebürtige Duisburger einen großen Namen im Fußball-Geschäft. Am Samstag ist Friedel Rausch in seiner Schweizer Wahlheimat im Alter von 77 Jahren unerwartet an einem Herzversagen gestorben, wie seine Familie mitteilte.

Sein erster Herzensverein, der FC Schalke 04, schrieb in einem Nachruf auf die Clublegende: „Der FC Schalke 04 wird Friedel Rausch stets ein ehrendes Andenken bewahren.“ Nach seinen Anfängen als Spieler beim Meidericher SV war Rausch 1962 zu den Königsblauen gewechselt. 195 Partien in der Oberliga und der Bundesliga bestritt er für die Gelsenkirchener.

Darunter war eben auch jenes Spiel gegen den BVB am 6. September 1969, als ein Wachhund Rausch die Zähne in den Hintern bohrte. „Ich wusste gar nicht, wie mir geschah. Plötzlich rief einer, Vorsicht, die Hunde sind los. Da kamen schon die Höllenschmerzen“, erzählte Rausch später einmal. Zuvor waren die Schalker in der 37. Minute durch Hansi Pirkner in Führung gegangen, voller Freude stürmten die Fans der Gäste im überfüllten „Stadion Rote Erde“ den Rasen. In diesem Chaos erwischte Schäferhund Rex erst Schalkes Gerd Neuser am Oberschenkel und dann Rausch am Hintern.

Weil Spielerwechsel noch nicht erlaubt waren, ließ sich der Verteidiger eine Tetanusspritze geben und spielte weiter. „Aber die nächsten Nächte konnte ich nur auf dem Bauch schlafen“, sagte Rausch. „Wenn ich in Deutschland oder speziell im Ruhrgebiet unterwegs bin, sprechen mich die Leute sofort auf diese Situation an“, berichtete Rausch vor einigen Jahren.

1976 übernahm Rausch nach einer Zeit als Jugendtrainer und Assistent von Grantler Max Merkel als Cheftrainer die Schalker und führte sie in der Folgesaison zur Vize-Meisterschaft. Sein größter Erfolg war der Gewinn des UEFA-Cups 1980 mit Eintracht Frankfurt.

Es folgten eine Reihe weiterer Engagements, unter anderem bei Fenerbahce Istabul, beim 1. FC Kaiserslautern, Borussia Mönchengladbach und dem 1. FC Nürnberg. „Er hat einen großen Fußabdruck in der Geschichte unseres Vereins hinterlassen und wird immer Teil der FCK-Familie bleiben“, twitterten die Lauterer, mit denen er 1994 Vizemeister wurde.

Rauschs Laufbahn in verantwortlicher Position endete 2006 als Teamchef beim FC Luzern. In der Geschichte des Schweizer Clubs gilt er als bislang erfolgreichster Trainer, gewann in seiner ersten Amtszeit unter anderem die Schweizer Meisterschaft. Bis zu seinem Tod lebte er mit seiner Frau bei Luzern in der Nähe seiner beiden Söhne.

In den vergangenen Jahren hatte Rausch bereits große gesundheitliche Sorgen. So erlitt er bei einem Sturz vor seinem Haus vor zwei Jahren schwere Kopfverletzungen. Von diesen habe er sich aber damals gut wieder erholt, teilte seine Familie mit.

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