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Feuerwerksunglück von Datteln

Dortmunder zahlt beinamputiertem Opfer 3000 Euro

DORTMUND/DATTELN Im "Böller-Prozess" gegen einen Gastronom (51) aus Lütgendortmund hat der Angeklagte am Mittwoch finanzielle Wiedergutmachung in Aussicht gestellt. Bereits in den kommenden Tagen will er vorab 3000 Euro an das Hauptopfer überweisen. Der Frau musste nach Querschlägern ein Unterschenkel amputiert werden.

Dortmunder zahlt beinamputiertem Opfer 3000 Euro

Der angeklagte Gastronom aus Lütgendortmund vor Gericht: Er ist verantwortlich für das Feuerwerksunglück von Datteln an Silvester 2015/16, bei dem 25 Menschen verletzt wurden.

Das sagte der Verteidiger des Angeklagten, Gennaro Festa, am Mittwoch während des Prozesses zum Unglück. Als am Mittwoch am Bochumer Landgericht vorne am Richterpult ein DVD-Video von dem verheerenden Feuerwerksunglück bei einer Silvesterparty am Dattelner Wellnesshotel Jammertal vorgespielt wurde, war - trotz fehlender Sicht aus dem Zuschauerbereich - alleine über den Ton zu erahnen, welch dramatische Szenen sich damals abgespielt haben müssen.

Nach ersten kleinen Feuerwerks-Knallern ertönt urplötzlich eine Serie von Detonationen und Raketen-Zischgeräuschen, die praktisch sofort in schrille verzweifelte Schmerzschreie von Hotelgästen, offenbar vor allem von dem schwerst verletzten Hauptopfer, münden.

Laut Anklage waren damals durch unkontrollierten Raketenbeschuss aus einer offenbar umgekippten Feuerwerksbatterie des Angeklagten mindestens 25 der 350 Partygäste teils schwer verletzt worden. Zahlreiche Personen erlitten Knalltraumata und Verbrennungen, einer Kellnerin musste sogar ein Unterschenkel amputiert werden. 

"Unglücksbatterie" war nicht für den Privatgebrauch gedacht

Der Gastronom hatte am Montag zum Prozessauftakt bereits zugegeben, am 1. Januar 2016 kurz nach dem offiziellen Hotel-Feuerwerk eine eigene Raketenbatterie gezündet zu haben. Laut Anklage war die in China produzierte und in Tschechien vertriebene "Unglücksbatterie" allein für Großfeuerwerk gedacht. Sie war weder in Deutschland zugelassen, noch für den Privatgebrauch gedacht. Der Gastronom hatte berichtet, dass er den Raketen-Karton kurz zuvor von einem Vertreter in seinem Lokal zum Tausch gegen vier Pizzas angeboten bekommen habe.  

Wie am Mittwoch bekannt wurde, soll am 7. November das Hauptopfer als Zeugin aussagen. Die Anklage gegen den Lütgendortmunder lautet unter anderem auf Herbeiführen einer Sprengstoffexplosion, fahrlässige Körperverletzung und unerlaubten Erwerb von explosionsgefährlichen Stoffen. Der Prozess wird fortgesetzt. 

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