Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.

Thementag

Experten sprechen mit Nordkirchener Gesamtschülern über Formen der Sucht

Nordkirchen Die Achtklässler der Gesamtschule haben sich am Montag mit dem Thema Sucht beschäftigt. Vor allem eine Form der Abhängigkeit stand dabei im Fokus.

Experten sprechen mit Nordkirchener Gesamtschülern über Formen der Sucht

Einen ganzen Tag lang haben sich die Schüler der Johann-Conrad-Schlaun-Schule mit dem Thema Sucht beschäftigt. Seit rund 20 Jahren gibt es den Aktionstag. Regelmäßiger Gast ist dabei Dr. Gerhard Pohl von der Fachstelle für Suchtvorbeugung beim Caritasverband für den Kreis Coesfeld. Foto: Foto: Karim Laouari

Für die meisten Jugendlichen sind Soziale Medien ein fester Bestandteil des Alltags. Fotos, Videos, Erlebnisse mit den Freunden oder auch völlig Fremden teilen – das alles ist nur einen Fingerwisch auf dem Smartphone dank Apps wie Instagram, Snapchat und Facebook entfernt. Und dadurch auch so verlockend, dass soziale Medien für Jugendliche zur Sucht werden können. Seit knapp 20 Jahren beschäftigen sich die Schüler der achten Jahrgänge der Johann-Conrad-Schlaun-Schule (JCS) mit dem Thema Sucht. Wichtiger Bestandteil ist ein kompletter Schultag, an dem sich die Jugendlichen mit Experten und Lehrern nur mit Sucht und Suchtprävention beschäftigen. Gestern waren dazu wieder Dr. Gerhard Pohl, Leiter der Fachstelle Suchtprävention des Caritasverbands für den Kreis Coesfeld, und zum ersten Mal zwei Vertreter des Blauen Kreuzes in der Nordkirchener Gesamtschule zu Besuch.

Fokus verändert sich

Im Laufe der Jahre habe sich bei dem Präventionstag der Fokus immer wieder verändert, erklärt Birgit Kühmichel, Abteilungsleiterin der Jahrgangsstufen acht bis zehn im Gespräch mit den Ruhr Nachrichten. Standen vor einigen Jahren noch Zigaretten - und Cannabiskonsum deutlicher im Vordergrund, so liegt der Fokus in diesem Jahr auf medialen Süchten, wie die Lehrerin erklärt. Das bedeute aber nicht, dass andere Süchte nicht angesprochen werden. In kleinen Gruppen sprechen die Schülerinnen und Schüler ohne Zwang über das Thema, können Fragen stellen, erfahren und erarbeiten selbst viele Hintergrundinformationen über die zahlreichen Formen von Sucht und deren Ursachen. „Es bringt nichts, wenn ich nur einseitig davor warne“, sagt Gerhard Pohl, der seine Schülergruppe gerade erarbeiten lässt, welche Vor- und Nachteile soziale Medien eigentlich haben.

Eigene Haltung entwickeln

Die Jugendlichen sollen selbst an das Thema herangehen und eine eigene Haltung dazu entwickeln. Am Ende steht zum Beispiel die „Unterhaltung“ dem „Zeitfresser“ gegenüber. Das Ziel sei, ein Bewusstsein für das Thema zu fördern und Zusammenhänge zu vermitteln, wie Sucht entsteht und wie Betroffene damit umgehen können. Das gelte nicht nur für Suchterfahrungen, die Schüler selbst machen, sondern auch für die Familie oder den Freundeskreis, wie Birgit Kühmichel sagt. Sie hat den Präventionstag ins Leben gerufen. Die Idee dazu entstand aus ihrer Arbeit als Beratungslehrerin an der JCS. Zur achten Jahrgangsstufe passe die Thematik besonders, weil diese sich mit Jahresthema „Verantwortung übernehmen“ befasse – „sowohl für andere als auch für sich selbst“, fügt Birgit Kühmichel hinzu.

Mit dem Projekttag sei das Thema außerdem noch nicht abgeschlossen. Es ziehe sich weiter wie eine Spirale fächerübergreifend durch den Unterricht in den Klassen, erklärt die Lehrerin.

Jahresbericht der Suchtpräventionsstelle

  • Der Bedarf an Suchtprävention im Kreis Coesfeld sei ungebrochen hoch, schreibt der Caritasverband in seinem Jahresbericht von 2016.
  • Insgesamt 188 suchtpräventive Maßnahmen zählte der Verband im Kreis Coesfeld.
  • 78 davon richteten sich direkt an die Zielgruppe in diesem Fall in der Mehrheit Jugendliche von 14 bis 17 Jahren (73 Fälle), Kinder (24) und junge Erwachsene (10).

Anzeige
Anzeige