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ADFC-Umfrage

Fahrradfreundlichkeit: Münster wieder vorne, Bochum holt auf

BERLIN In Sachen Fahrradfreundlichkeit macht in Deutschland den Münsteranern keiner etwas vor: Die Stadt hat in einem Test des Allgemeinen Deutschen Fahrradclubs wieder den ersten Platz belegt. Für Wuppertal und Bochum hat es für die ersten Plätze zwar nicht gereicht, aber sie wurden als "Aufholer" gekürt.

Fahrradfreundlichkeit: Münster wieder vorne, Bochum holt auf

Münster ist auch in diesem Jahr wieder unangefochten die fahrradfreundlichste Stadt in ganz Deutschland.

Münster bleibt nach einer Umfrage unangefochten die fahrradfreundlichste Stadt in Deutschland. Bei dem regelmäßigen Test des Allgemeinen Deutschen Fahrrad Clubs (ADFC) in 539 Städten ist das Münsterland auch sonst eine Radlänge voraus: Den zweiten und dritten Platz belegen erneut Bocholt und Reken. Neu unter den Spitzenreitern ist Göttingen, teilte das Bundesverkehrsministerium am Freitag in Berlin zur Präsentation des Fahrradklima-Tests mit.

So funktioniert der Test des ADFCs:

Dafür wurden im Herbst 2016 bundesweit rund 120.000 Radfahrer befragt, unter anderem zu den Themen Sicherheit und Rad-Infrastruktur in ihrer Stadt. Für die Erfassung und Bewertung der Ergebnisse spielt die Größe der Städte eine Rolle. Unterschieden wird nach Kommunen unter 50.000 Einwohnern, zwischen 50.000 und 100.000, 10.000 und 200.000 und mehr als 200.000 Bürgern. Die Fragen drehen sich unter anderem um das Sicherheitsgefühl, den Zustand und die Streckenführung der Radwege, um Abstellmöglichkeiten und um Mitnahme des Fahrrads in Bus oder Bahn. Die Städte sollen mit dem Test bei der Umsetzung des Nationalen Radverkehrsplans unterstützt werden.

Das Fahrrad kann mehr als Fitness:

Das Fahrrad ist nicht nur Fitness-Gerät, für Verkehrsplaner ist es Teil der Lösung gegen den täglichen Verkehrsinfarkt. In NRW werden Radschnellwege gebaut, Städte wollen den grünen Pfeil fürs Zweirad einführen und reservieren freiwerdende Flächen für Radler. Aber - oft wird Radverkehr doch nur als Randerscheinung gesehen. Bundesweit haben Radfahrer laut einer Umfrage von 2011 im Verkehr nur einen Anteil von zehn Prozent. 

NRW plant derzeit insgesamt sieben Radschnellwege. Die Wege sollen Autobahnen für die Radfahrer sein:  Es gibt kaum Kreuzungen, wenige Steigungen und Hinweisschilder für Nah- und Fernziele. Im Winter werden Schnee und Eis beseitigt. Fußgängerwege sind getrennt. 

Insgesamt gehen die Städte sehr unterschiedlich mit den Radfahrern um. In Düsseldorf ist ein grüner Pfeil für Radfahrer im Gespräch. Der ADFC in NRW begrüßt das sehr: Radler müssten nicht an jeder roten Ampel warten und kämen aus dem toten Winkel heraus. Im Umweltministerium können Fahrrad-Pendler duschen. Köln und Frankfurt, sagt Verkehrs-Experte Gerlach, hätten den Parkraum an Straßen deutlich teurer gemacht als den in den oft leeren Parkhäusern: gut gegen zugeparkte Straßenräume. 

Das sind die "Aufholer" des Jahres:

Neben den Spitzenreitern haben die Tester „Aufholer“ gekürt. Das sind Städte, die im Vergleich zum Test 2014 aus der Sicht der Radler die größten Verbesserungen erreichten. Dazu zählt unter anderem Bochum. Für die Stadt geht es in der Gesamtwertung deutlich nach oben: Landete Bochum im Jahr 2014 noch auf dem vorletzten Platz (37 von 39), wird die Stadt in der Liste jetzt auf Platz 16 geführt. Wuppertal schaffte es unter den größten Städten in NRW sogar auf den dritten Platz. Im Gesamtranking aller deutschen Städte schnitt Wuppertal auch in diesem Jahr besser ab: Bei der letzten Umfrage von 2014 landete die Stadt auf Platz 32. Jetzt ist es sogar Platz 16.

Der ADFC ermittelte die Fahrradfreundlichkeit deutscher Städte zum siebten Mal. Das Bundesverkehrsministerium förderte die Umfrage mit 150.000 Euro. Der Fahrradklima-Test soll Städten dabei helfen, den Radverkehr voranzubringen. 

dpa

 

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