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Goalgetter Goretzka weist Schalke 04 den Weg

Gelsenkirchen. Das Toreschießen gehört eigentlich nicht zu den Hauptaufgaben von Leon Goretzka. Und doch avanciert der Mittelfeldspieler zum besten Schützen seiner Mannschaft und trifft auch beim 2:0 gegen Mainz. Für die Schalker ist das nicht nur von Vorteil.

Goalgetter Goretzka weist Schalke 04 den Weg

Leon Goretzka (l) wird von seinem Schalker Teamkollegen gefeiert. Foto: Ina Fassbender

Drei Spiele, drei Treffer - Leon Goretzka wird beim FC Schalke 04 mehr und mehr zum Mann für die wichtigen Tore.

Wie schon in den vergangenen beiden Partien gegen Bayer Leverkusen (1:1) und Hertha BSC (2:0) sorgte der Nationalspieler auch beim 2:0 (1:0) über den FSV Mainz für die Führung (13. Minute) des Revierclubs. „Ich hätte nichts dagegen, wenn es so weiter geht. Aber trotzdem kann man jetzt nicht erwarten, dass ich in jedem Spiel ein Tor mache“, kommentierte der Mittelfeldspieler seine ungewohnte Rolle als Goalgetter.

Dass der Spielmacher auch am 8. Oktober zwei Tore zum 5:1 der deutschen Nationalmannschaft in der WM-Qualifikation gegen Aserbaidschan beigesteuert hatte, passt ins Bild. Bei aller Freude über die neue Treffsicherheit von Goretzka wächst auf Schalke jedoch die Sorge um dessen Verbleib. Mit jedem seiner Treffer dürfte es schwieriger werden, den im Sommer auslaufenden Vertrag mit dem von diversen zahlungskräftigeren Clubs umworbenen Star zu verlängern. „Das Selbstvertrauen habe ich mir einfach erarbeitet. Ich habe ein gewisses Grundvertrauen in meine Fähigkeiten“, sagte Goretzka.

Um den Ausnahmekönner zu halten, will Schalke an seine finanzielle Schmerzgrenze gehen. Noch ist Trainer Domenico Tedesco guter Dinge, dass Goretzka auch in Zukunft das königsblaue Trikot trägt. Dem „Westfälischen Anzeiger“ gewährte der 32 Jahre alte Fußball-Lehrer unter der Woche einen Einblick in den Verhandlungstand. „Wir sind mit Leon derzeit in guten Gesprächen.“

Die positive Entwicklung bei Goretzka steht für den Aufschwung der Schalker. Langsam aber sicher trägt die Arbeit des neuen Trainers Früchte. Der von Goretzka schon vor einer Woche als „erwachsen“ bezeichnete Spielstil bereitet Fußball-Ästheten zwar nur wenig Freude, ist aber effektiv. Wie schon in Berlin ebnete die starke Defensive den Weg zum Erfolg. Zur Freude von Sportvorstand Christian Heidel: „Es ist einfach beeindruckend, wenn man sieht, wie die Mannschaft den Plan des Trainers umsetzt. Ich glaube, dass man den jetzt erkennen kann. Das verinnerlicht die Mannschaft immer mehr.“

So wurde die Partie gegen Mainz zum Spiegelbild des Spiels in Berlin. Auch dort ließ die Abwehr kaum Chancen des Gegners zu, auch dort sorgten Goretzka und Guido Burgstaller (74.) für die Treffer. Beide Profis erzielten bisher damit mehr als die Hälfte (7) aller bisherigen Schalker Saisontore (12). Der in der vergangenen Winterpause vom Zweitligisten Nürnberg verpflichtete Burgstaller wurde von den Fans erneut in Sprechchören gefeiert. Das schien dem Österreicher schon fast peinlich: „Es ist überragend, dass das honoriert wird, was ich auf dem Platz mache. Aber ich will mich nicht in den Vordergrund stellen.“

Der als spielerisch limitiert, aber extrem mannschaftsdienlich bekannte Profi gab das Lob lieber weiter: „Man muss unserer Abwehr ein Riesenkompliment aussprechen. Die Jungs gewinnen hinten fast jeden Zweikampf und lassen nur sehr wenig zu. Vorne schießen wir zum Glück auch immer das eine oder andere Tor.“

Dagegen ging der kurze Höhenflug der Mainzer vorerst zu Ende. Das zuletzt in drei Spielen mit sieben Punkten gewonnene Selbstvertrauen schien mit einem Mal verflogen. „Es war ein Lehrbeispiel dafür, dass wir in der Bundesliga nur gewinnen können, wenn wir unsere Tugenden abrufen, alles reinwerfen und brutale Wege gehen und darüber ins Spiel kommen“, befand Torhüter Rene Adler. Ähnlich sah es Sportdirektor Rouven Schröder: „Mir hat nach vorne definitiv der Mut gefehlt. Du musst daran glauben, dass du gegen so einen Gegner etwas mitnehmen kannst. Das haben wir nicht gemacht.“

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