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Gurlitts Sammlung erstmals in Doppelschau zu sehen

Bonn/Bern. Mehr als fünfeinhalb Jahre nach der Beschlagnahmung der spektakulären Kunstsammlung von Cornelius Gurlitt wird der Fund erstmals der Öffentlichkeit präsentiert. In der Doppelausstellung „Bestandsaufnahme Gurlitt“ sind ab Anfang November im Kunstmuseum Bern und in der Bundeskunsthalle Bonn rund 450 Werke aus der zum Teil mit NS-Raubkunstverdacht behafteten Sammlung zu sehen.

Gurlitts Sammlung erstmals in Doppelschau zu sehen

Das Namensschild ist an der Tür zum Haus von Gurlitt zu sehen. Foto: B. Gindl/Archiv

Mehr als 1500 Werke berühmter Künstler wie Monet, Cézanne, Renoir, Macke, Dix, Nolde oder Beckmann waren 2012 in Gurlitts Münchner Wohnung und später in seinem Salzburger Haus entdeckt worden. Zusammengetragen hatte die Kunst sein Vater Hildebrand Gurlitt, der einer der Kunsthändler Hitlers war.

Unter dem Titel „Entartete Kunst - beschlagnahmt und verkauft“ liegt der Schwerpunkt der am 2. November in Bern startenden Ausstellung auf der von den Nazis verfemten Moderne. Die Ausstellung „Der NS-Kunstraub und die Folgen“, die am 3. November in Bonn startet, legt den Fokus auf die Herkunft der Werke.

Nach Angaben des Projekts „Provenienzrecherche Gurlitt“ wurden bis Mitte Oktober Forschungen zu mehr als 670 Werken abgeschlossen - das sind etwa 43 Prozent der Sammlung. Sechs Kunstwerke wurden bisher abschließend als NS-Raubkunst identifiziert. Bei etwa 110 Werken ist nach bisherigem Recherchestand ein Raubkunstverdacht nicht auszuschließen.

Vier Werke von Henri Matisse, Camille Pissarro, Adolph von Menzel und Max Liebermann wurden an die Nachfahren der einstigen Besitzer zurückgegeben. Erst am Mittwoch waren zudem neue Erkenntnisse bekanntgeworden: Das Gemälde „Porträt einer sitzenden jungen Frau“ des französischen Malers Thomas Couture stellte sich NS-Raubkunst heraus. Die Experten identifizierten es als Eigentum des hochrangigen jüdischen Politikers und Nazi-Gegners Georges Mandel.

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