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Harter Brocken: Die Kronzeugin

Sankt Andreasberg. Der erste „Harte Brocken“ war ein Überraschungserfolg. Nun geht die Geschichte um den gemächlichen und unterschätzten Dorfpolizisten Frank Koops weiter. Eine Mischung aus Provinzhumor und Krimi.

Harter Brocken: Die Kronzeugin

Frank Koops (Aljoscha Stadelmann, M.) wird von einem Mann mit einer Waffe bedroht. Foto: Volker Roloff/ARD Degeto

An einer Talsperre im Harz kommt es zum Showdown. Wie ein Revolverduell im Wilden Westen - bloß irgendwo auf dem Weg nach Goslar: Auf der einen Seite Dorfpolizist Frank Koops und seine Mitstreiter, auf der anderen Mitarbeiter des Landeskriminalamts (LKA).

Die Waffen gezückt, die Augen zusammengekniffen. So kündigt sich der Showdown bei „Die Kronzeugin“ an, dem neuen „Harter Brocken“-Krimi. Das Erste zeigt ihn am Samstag (25. November) um 20.15 Uhr.

Für den Auftakt der Reihe im März 2015 schalteten 7,51 Millionen Zuschauer ein. „Der Erfolg des ersten Films war so nicht vorhersehbar und gerade darum eine freudige Überraschung“, sagt der Hauptdarsteller Aljoscha Stadelmann. „Harter Brocken“ war von Anfang an als Reihe geplant, wie eine Sprecherin der ARD-Filmtochter Degeto erklärt. Weil die Premiere für „Die Kronzeugin“ aber fürs diesjährige Filmfest München geplant war, musste die Ausstrahlung des Films etwas warten.

Stadelmann spielt Koops, gewissermaßen der Sheriff von Sankt Andreasberg. Ein gemütlicher Typ, behäbig, unaufgeregt. Er steht sinnbildlich für den Klischee-Cop vom Dorf, für den schon ein gestohlenes Fahrrad zu den spektakuläreren Fällen gehört. „Je stiller die Stille, desto mehr kann man hören“, sagt Koops einmal, als er auf die Tristesse angesprochen wird. Selbst der Nachrichtensprecher im Radio startet mit der Info: „Nichts los im Harz, wie immer. So mögen wir das.“ Die Langweile in der Provinz wird mehrmals aufs Korn genommen.

Doch diesmal ist Frank Koops tatsächlich gefordert: Unter höchster Geheimhaltung will das LKA eine Zeugin in Sankt Andreasberg verstecken, die in einem Mordprozess gegen einen Mafiaboss aussagen soll. Der hat sein Netz vom Gefängnis aus bis in die Ermittlungsbehörden gespannt - und dort Unterstützer. Ein konspiratives Treffen zwischen einem Maulwurf und dem Gangster findet beim Boule-Spielen im Knasthof statt.

Bei einer Schießerei in dem vermeintlichen Versteck sterben fünf Menschen - am Ende stellt sich heraus, dass die Kronzeugin noch lebt. Koops macht es zu seiner Mission, die Frau bis zum Prozess zu schützen und pünktlich ins Landgericht zu bringen.

Seine gemütliche Art führt wieder dazu, dass der Polizist unterschätzt wird. Er hat mehr drauf als seine Widersacher ahnen. Mit liebevoll platzierten Dialogen schafft es der Autor Holger Karsten Schmidt, den Menschen Koops nahzubringen. „Man kann das Schlechte nicht mit schlechten Mitteln bekämpfen. Ich glaube, dabei geht was verloren“, sagt er. „Was denn?“, fragt die Zeugin. „Das Augenmaß.“

Der Zuschauer bekommt auch Einblicke in die Charaktere anderer Figuren wie den Postboten Heiner Kelzenberg (Moritz Führmann) und die Zeugin Matilda Schönemann (Alwara Höfels) - und kann sie in sein Herz schließen. Mitten in diesem Killer-Thriller wirken sie liebenswert. Kelzenberg entwickelt sich im Laufe der Serie zu einem loyalen Freund des Polizisten. Matilda Schönemann startet als verängstigte Frau. Doch dann muss die Pazifistin irgendwann zu Messer und Pistole greifen.

Wer jetzt erst einsteigt und Gefallen an den „Harten Brocken“ findet, braucht keine zweieinhalb Jahre mehr auf die nächsten Folge zu warten. Der dritte Teil, „Der Bankraub“, folgt schon am ersten Weihnachtstag. Darin spielt erneut Julia Koschitz mit - als frisch aus der Haft entlassene Ganovin, die die Zuschauer aus der „Brocken“-Premiere kennen. Die Betrügerin verspürt Rachegelüste und bringt Koops in Bedrängnis.

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