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Sturm Xavier

Hunderte Reisende übernachteten in Hotelzügen

NRW Hunderte gestrandete Fahrgäste haben die Nacht zu Freitag sturmbedingt in Hotelzügen der Bahn verbringen müssen. Auch in Dortmund, Düsseldorf und Köln übernachteten Reisende auf den Gleisen. Zugfahrer und Pendler müssen auch einen Tag nach Sturmtief „Xavier“ mit Zugausfällen, Verspätungen und langen Wartezeiten rechnen. Ein Überblick.

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Fahrgäste stehen auf dem Hauptbahnhof in Berlin an einem Informationsschalter der Deutschen Bahn an. Foto: Gregor Fischer

Ein Feuerwehrmann räumt in Hannover Äste eines umgestürzten Baums von einer Straße. Foto: Silas Stein

Das Wichtigste in Kürze:

  • Sieben Menschen starben am Donnerstag durch den Sturm Xavier
  • In der Nacht hat die Bahn den Zugverkehr in Niedersachsen komplett eingestellt
  • Hunderte Reisende strandeten in der Nacht auf Bahnhöfen in Niedersachsen und NRW, sie übernachteten in Hotelzügen der Bahn, darunter auch in Dortmund, Düsseldorf und Köln
  • Auch heute Morgen ist der Zugverkehr stark eingeschränkt, viele Strecken im Norden und nordosten sind nicht befahrbar

Das Sturmtief hatte am Donnerstag mindestens sieben Menschen in Deutschland das Leben gekostet. Vier Tote gab es allein in Brandenburg. Ein 72 Jahre alter Mann wurde bei Hoppegarten von einem Baum erschlagen, als er Äste von der Straße entfernen wollte.

Nahe Gransee nördlich von Berlin fiel ein Ast in eine Windschutzscheibe und tötete einen Menschen. Zudem wurde in derselben Region eine Frau in einem Auto von einem Baum erschlagen. Ein weiterer Mensch kam bei Müllrose ums Leben. In Berlin starb eine Frau, als ein Baum auf ihr Auto stürzte. In Hamburg wurde ebenfalls in einem Wagen eine 54-jährige Frau getroffen und getötet. Das Opfer hatte als Beifahrerin darin gesessen. In der Nähe von Schwerin wurde ein Lastwagenfahrer von einem umstürzenden Baum erschlagen.

Am späten Abend entspannte sich zumindest die Wetterlage. Beim Verkehr ist eine Beruhigung der Situation noch nicht absehbar.

Viele Ausfälle im Bahnverkehr

Sieben Tote bei schwerem Sturm über Deutschland

BERLIN Tief „Xavier“ tötet mindestens sieben Menschen. Bei Unfällen gibt es viele Verletzte. ICE-Züge, S-Bahnen, U-Bahnen, Busse und Straßenbahnen kommen zum Stillstand. Flüge fallen aus. In Großstädten haben Menschen Probleme, von der Arbeit nach Hause zu kommen.mehr...

Hunderte Fahrgäste in Bahnhöfen gestrandet

Aufgrund des Sturmtiefs „Xavier“ hatte die Bahn den Zugbetrieb im angrenzenden Bundesland Niedersachsen in der Nacht eingestellt. Die Auswirkungen waren auch an NRW-Bahnhöfen zu spüren.    

Rund 470 gestrandete Fahrgäste haben die Nacht zu Freitag sturmbedingt am Mindener Bahnhof verbringen müssen. Nach Angaben der Feuerwehr saßen circa 370 Personen ab dem Abend in zwei ICEs fest. Für 100 weitere Fahrgäste einer Westfalenbahn war zunächst ebenfalls Endstation. Sie wurden für die Dauer des Aufenthaltes versorgt. Nach gut acht Stunden konnten die betroffenen Strecken am Freitagmorgen gegen 5 Uhr wieder freigegeben werde.  

Hotelzüge in vielen Städten

Die Nacht verbrachten viele Gestrandete in Hotels oder in von der Bahn bereitgestellten Zügen. Insgesamt 20 Züge stellte die Bahn zur Verfügung. So standen zum Beispiel drei Übernachtungszüge in Kassel-Wilhelmshöhe, außerdem gab es sogenannte Hotelzüge auch in Berlin am Hauptbahnhof und an den Stationen Spandau und Südkreuz sowie an den Hauptbahnhöfen in Köln, Dortmund, Bielefeld, Düsseldorf, Leipzig, Hamburg und Hannover.

In Dortmund wurde ein ICE, der eigentlich nach Hamburg fahren sollte, zum Hotelzug umgewandelt. Weitere Reisende wurden mit herbeigerufenen Bussen zu ihren Zielen gebracht, zum Beispiel nach Osnabrück.

DORTMUND Tausende Fahrgäste der Deutschen Bahn sind am Donnerstagabend am Dortmunder Hauptbahnhof gestrandet, als um die Mittagszeit der Bahnverkehr in Norddeutschland aufgrund großer Sturmschäden eingestellt werden musste. Ein Hotel-Zug auf Gleis 20 nahm 500 Menschen auf, andere fuhren weiter mit Bussen und Taxen.mehr...

In Kassel waren Schnellzüge gestrandet, weil sie aus dem Süden nicht weiter in Richtung Norden fahren konnten. Ähnliches passierte an Bahnhöfen in Köln und Leipzig.

Reisende brauchen weiterhin Geduld

Reisende und Pendler müssen auch einen Tag nach Sturmtief „Xavier“ mit Zugausfällen, erheblichen Verspätungen und langen Wartezeiten an Bahnhöfen rechnen. Die Einstellung des Verkehrs im Norden und Nordosten Deutschlands am Donnerstag könne sich auch auf das bundesweite Netz der Bahn auswirken, sagte ein Sprecher in der Nacht.

Für Freitagmorgen sollten Fernreisende eher Geduld als Hoffnung auf schnelle Besserung mitbringen. „Strecken, auf denen wir am Abend nicht mehr gefahren sind, werden wir auch am Morgen gar nicht oder nur sehr eingeschränkt befahren können“, sagte der Sprecher. Für die Reisenden im Norden und Nordosten werde es nach Angaben der Bahn „größtenteils“ keine Züge im Fernverkehr geben. Der Sprecher rät Reisenden deutschlandweit, sich mithilfe einer App über Ausfälle und Verspätungen am Freitag zu informieren.

Der Sturm legte am Donnerstag nicht nur den Fernverkehr lahm. Auch die öffentlichen Netze von Großstädten wie Berlin oder Hamburg waren beeinträchtigt. „Am stärksten betroffen ist aber der Fernverkehr“, betonte der Bahn-Sprecher. Er wirke sich am stärksten auf das gesamte Netz aus. Nach dem Unwetter, das die Bahn am Donnerstag zur Einstellung von einigen Teilen des eigenen Netzes zwang, drohen auch am Freitag große Beeinträchtigungen und viele Zugausfälle.

Zugverkehr in mehreren Regionen komplett eingestellt

Die Bahn hatte am Donnerstag wegen des Sturms den Zugverkehr in mehreren Regionen eingestellt. Besonders betroffen waren Hamburg, Schleswig-Holstein, Niedersachsen, Berlin, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt. Wie lange die Arbeiten dauern würden, war in der Nacht zum Freitag noch ungewiss. Es sei nicht auszuschließen, dass es auch am Wochenende noch Auswirkungen auf den Verkehr gebe, hieß es. Die Bahn überprüfe die ganze Nacht ihre Strecken. Auf manchen Abschnitten sei dies aber ohne Tageslicht nicht oder nur schlecht möglich, erklärte der Sprecher. 

„Leider gibt es immer noch große Beeinträchtigungen“, sagte ein Sprecher der Deutschen Bahn am Freitag. „Wir konnten in der Nacht nicht alle Oberleitungen und Schieneninfrastruktur reparieren.“ Weiterhin sind die Strecken Hannover-Berlin, Hamburg-Berlin, Hamburg-Hannover, Leer-Berlin, Bremen-Wunstdorf, Hamburg-Kiel und Hamburg-Westerland nicht befahrbar. Einige dieser Verbindungen könnten im Laufe des Tages wieder freigegeben werden. Die Bahn rät, Durchsagen zu beachten und die Online-Fahrpläne zu checken.

Die aktuelle Lage in Norddeutschland

Die Strecken Rheine-Norddeich, Kassel-Wilhelmshöhe nach Hannover sind inzwischen wieder frei. In Kassel-Wilhelmshöhe mussten gestrandete Leute in Übernachtungszügen schlafen. In Niedersachsen sind die Strecken der Züge RE5 zwischen Cuxhaven und Hamburg, RE4 und RB41 zwischen Hamburg und Bremen voraussichtlich bis weit in den Tag hinein gesperrt. Bei der RE3 und der RB31 zwischen Lüneburg und Hamburg ist mit Verspätungen zu rechnen. Die Haltestellen Radbruch und Bardowick können nicht angefahren werden. Die Strecke zwischen Uelzen und Lüneburg ist noch ganz gesperrt. Die Bahn rechnet damit, dass sie gegen 6.30 wieder befahrbar ist, allerdings ebenfalls mit Verspätungen. Die R2 fährt zwischen Uelzen und Hannover nicht und zwischen Hannover und Göttingen ist mit Verspätungen zu rechnen.

Bei der RE50 ist die Strecke zwischen Braunschweig und Hildesheim gesperrt und auf der Teilstrecke Hildesheim - Braunschweig fahren Züge mit Verspätung. Zwischen Wolfsburg und Hannover ist mit der RE30 kein Zugverkehr möglich.

Straßen wieder befahrbar

Die Straßen sind in Norddeutschland weitgehend wieder befahrbar. Die meisten Bäume sind weggeräumt. In Hamburg hatte die Feuerwehr in der Nacht mehr als ein Dutzend Einsätze wegen überfluteter Keller. Sie erwarten noch mehr Einsätze.

Bahnhofstafeln

Die Hinweistafeln von Bahnhöfen in der Region

Viele Reisende schauen in der Eingangshalle der Bahnhöfe zunächst auf die Hinweistafel. Das geht auch online. Wir haben die Tafeln der wichtigsten Bahnhöfe in der Region zusammengefasst:

 

dpa

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Fahrgäste stehen auf dem Hauptbahnhof in Berlin an einem Informationsschalter der Deutschen Bahn an. Foto: Gregor Fischer

Ein Feuerwehrmann räumt in Hannover Äste eines umgestürzten Baums von einer Straße. Foto: Silas Stein

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