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NADA-Chefin: Russland ließ Athleten „schändlich im Stich“

Berlin. Dopingjägerin Andrea Gotzmann hat der russischen Sportspitze wegen des systematischen Dopings von Athleten Verantwortungslosigkeit vorgeworfen.

NADA-Chefin: Russland ließ Athleten „schändlich im Stich“

Andrea Gotzmann wünscht sich einen Olympia-Ausschluss Russlands. Foto: Paul Zinken

„Sie nehmen ja in Kauf, dass schwerste gesundheitliche Schäden auftreten“, sagte die Chefin der Nationalen Anti-Doping-Agentur (NADA) bei sueddeutsche.de vor der Entscheidung des Internationalen Olympischen Komitees über Sanktionen gegen Russland. Die Offiziellen im russischen Sport hätten ihre Athleten „schändlich im Stich gelassen“, sagte Gotzmann.

Im deutschen Sport habe die Arbeit des Doping-Opfer-Hilfevereins gezeigt, welche Folgen Dopingmanipulationen für die Athleten habe. „Im russischen Fall ist das bisher noch nicht thematisiert worden. Da wurde die Verantwortung, die wir alle für Sportlerinnen und Sportler haben, nicht übernommen“, sagte Gotzmann.

Vom IOC erwarte sie eine klare Entscheidung im Fall Russland, betonte die NADA-Chefin. Das Ausmaß des Dopingbetrugs sei durch die Ermittlungen des kanadischen Rechtsprofessor Richard McLaren und die Erkenntnisse der Welt-Anti-Doping-Agentur belegt. „Hier wird klar, dass das Regelwerk und die Chancen der ehrlichen Athleten über Jahre hinweg mit Füßen getreten worden sind. Das muss harte Konsequenzen haben“, sagte Gotzmann. Sollte Russland nicht von den Winterspielen in Pyeongchang 2018 ausgeschlossen werden, wäre sie „zutiefst enttäuscht und sprachlos“.

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