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Polizeiruf 110: Das Beste für mein Kind

Die Entführung eines Babys bringt das deutsch-polnische Ermittlerteam in ein dichtes Beziehungsgeflecht mit einer Reihe möglicher Väter und einem unerfüllten Babywunsch.

Polizeiruf 110: Das Beste für mein Kind

Ein Wiedersehen mit Maria Simon als Kriminalhauptkommissarin Olga Lenski und Lucas Gregorowicz als Kriminalhauptkommissar Adam Raczek im „Polizeiruf 110“. Foto: Patrick Pleul

Frankfurt (Oder) (dpa) - Süße Kulleraugen in den ersten Szenen. Ein Baby in der Trage. Wohin es geht und wer den kleinen Leon trägt - unklar. Aber die Hintergrundmusik deutet an, dass hier etwas Unrechtes passiert.

Nur fünf Minuten hatte die Mutter das Zimmer im Krankenhaus in Frankfurt (Oder) verlassen. Als sie zurückkommt, bricht sie in Panik aus. Ihr sechs Monate alter Junge ist entführt worden. Die Spur führt nach Polen. Das Erste strahlt den Krimi „Polizeiruf 110: Das Beste für mein Kind“ vom Rundfunk Berlin-Brandenburg (rbb) an diesem Sonntag (20.15 Uhr) aus.

Auf einem Parkplatz steckt sich der Mann, der das Baby in seinem Wagen weggefahren hat, nervös eine Zigarette an. Das Baby schreit. Ins Handy ruft der Mann auf Polnisch: „Ich habe etwas Dummes gemacht.“

Es ist die vierte Folge des Ermittlerduos Lenski und Raczek, die den brandenburgischen Dorfpolizisten Horst Krause beerbten. Ende 2015 lief die erste Episode der beiden. Im Kommissariat im Raum Frankfurt (Oder) wird im deutsch-polnischen Team im Grenzgebiet ermittelt. Kriminalhauptkommissar Adam Raczek (Lucas Gregorowicz), der Deutscher mit polnischen Wurzeln ist, fungiert immer wieder für seine Kollegin Olga Lenski (Maria Simon) als Übersetzer - und damit auch für den Zuschauer. Für die Macher ist das eine Möglichkeit, die polnische Sprache in den Film einzustreuen. Oftmals behelfen sie sich auch mit Untertiteln.

Nur Stunden nach der Entführung schließen die Eltern den Kleinen in einer polnischen Stadt wieder in die Arme. Kommissar Raczek macht das Ganze stutzig. Er fragt die Eltern: „Wer entführt ein Kind und bringt es vier Stunden später wieder zurück?“ Seine Vermutung ist, dass die Eltern Lösegeld bezahlt haben - der Vater streitet das allerdings ab. „Wir haben kein Geld bezahlt.“

Der Krimi entfaltet ein komplexes Beziehungsgeflecht. Die Ermittler finden heraus, dass die Mutter gar nicht die leibliche Mutter des Kindes ist. Als sie auf die biologische Mutter treffen, gibt diese als Begründung an, warum sie Leon nicht selbst großzieht: „Wir wollten immer nur ein Kind.“ Aber man spürt, dass ihr dieser Schritt schwer in den Knochen sitzt. Raczek mutmaßt, dass das Kind verkauft wurde. Dann erweist sich auch noch die Klärung der Vaterschaft als schwierig.

Der Krimi reißt viele gesellschaftliche Themen an: unerfüllte Babywünsche zum Beispiel und Eifersucht in der Beziehung. Es ist viel Melancholie und Verzweiflung im Spiel. Die Frauen zerren an dem Kind.

Der Entführer ist indes tot. Sein Wagen wird aus dem Wasser gezogen. Eine Kopfverletzung ist zu sehen. Und es liegen Geldbündel im Auto. Erst im späteren Verlauf wird klar, in welcher Beziehung er zu den anderen Figuren steht. Und dann folgt eine zweite Entführung des Babys.

Privat läuft es für den Ermittler Raczek nicht gerade rund. Seine Frau will wieder arbeiten gehen - ihm grummelt es im Magen. Die beiden zoffen sich.

Folge fünf des brandenburgischen „Polizeirufs 110“ ist schon in Planung und wird derzeit in Ostbrandenburg gedreht. Voraussichtlicher Sendetermin ist im Frühjahr 2018, wie es vom rbb heißt. In der Episode wird bei Kommissarin Lenski eingebrochen. Und es gibt einen riesigen Stromausfall.

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