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RB Leipzig von Hoffenheim zerlegt

Sinsheim. 1899 Hoffenheim hat seine „Ergebniskrise“ in 90 furiosen Minuten beendet. Den Kraichgauern tut es sichtlich gut, dass sie in der Europa League nur noch einmal zum Schaulaufen antreten müssen und sich ganz auf den Liga-Alltag konzentrieren können.

RB Leipzig von Hoffenheim zerlegt

Leipzigs Ibrahima Konate war nach dem 0:4 gegen 1899 Hoffenheim bedient. Foto: Uwe Anspach

Beim Balanceakt zwischen Bundesliga und Champions League ist RB Leipzig ins Straucheln gekommen. Drei Tage vor dem so wichtigen letzten Gruppenspiel gegen Besiktas Istanbul ging der Bayern-Verfolger im Duell der Europacup-Neulinge bei 1899 Hoffenheim mit 0:4 (0:1) unter.

„Das sagt für Mittwoch gar nichts“, meinte Mittelfeldspieler Stefan Ilsanker nach der höchsten Niederlage der Sachsen im Oberhaus trotzig. Das Team von Trainer Julian Nagelsmann hingegen hat das vorzeitige K.o. in der Europa League verdaut und spielte so befreit auf, als fange die Saison noch einmal von vorn an.

„Wir waren heute kein ebenbürtiger Gegner und haben es nicht gut gemacht“, räumte RB-Trainer Ralph Hasenhüttl ein. TSG-Sportchef Alexander Rosen sprach von einer „mentalen Frische“, die deutlich sichtbar gewesen bei seinem Team. Nagelsmann erzählte begeistert davon, dass er mit 26 Spielern eine Woche durchtrainieren konnte und dass nach so einigen Verletzungssorgen plötzlich wieder Konkurrenzkampf da sei. Das 1:3 bei Sporting Braga und das 0:3 beim Hamburger SV hat er ausgiebig aufgearbeitet - und abgehakt.

Im für Hoffenheim bedeutungslosen letzten Gruppenspiel am Donnerstag gegen Bulgariens Serienmeister Ludogorez Rasgrad will der 30-Jährige nun seinen hungrigen Reservisten eine Chance geben: „Die wollen sich profilieren und werden so aufs Gas drücken, dass uns niemand was vorwerfen kann.“

Die Leipziger schienen vor 28.299 Zuschauern in der Sinsheimer Rhein-Neckar-Arena mit dem Kopf schon in der Königsklasse. U21-Europameister Nadiem Amiri (13. Minute), zweimal Nationalspieler und Bayern-Leihgabe Serge Gnabry (52./62.) sowie Mark Uth (87.) mit seinem siebten Saisontreffer zerlegten den Tabellenzweiten, der nach der vierten Saisonniederlage schon sechs Punkte Rückstand auf Spitzenreiter München hat.

„Auch Spiele mit vielen Fehlern machen uns auf lange Sicht gesehen besser“, betonte Hasenhüttl, räumte aber auch ein: „Heute waren wir ungeduldig, überhastet und nicht so souverän.“ Ilsanker versprach für das Istanbul-Spiel: „Vor heimischer Kulisse werden wir uns ganz anders präsentieren.“

Die Leipziger sind allerdings trotz der 4:1-Gala kürzlich in Monaco im Fernduell mit dem FC Porto auf einen Ausrutscher der Portugiesen gegen AS Monaco angewiesen, wenn sie das Achtelfinale erreichen wollen. Sonst spielen sie im nächsten Jahr in der Europa League. „Trostpreis würde ich nicht sagen“, meinte Nationalstürmer Timo Werner zu diesem Szenario. „Natürlich haben wir noch die Chance, gegen Real oder ManU oder Barcelona zu spielen. Zum Glück ist es im Fußball so, dass jedes Spiel anders ist, von daher haben schon noch Hoffnung.“

Die Hoffenheimer empfahlen sich als Kandidat fürs internationale Geschäft in der nächsten Spielzeit und haben den Anschluss an die Spitzengruppe wieder hergestellt. Der starke Amiri war nach dem Coup „super erleichtert. Wir haben heute wieder mit viel Herz und Leidenschaft gespielt, viele Emotionen gehabt.“

Besonders groß war der Jubel bei Gnabry, der seit Wochen mit Oberschenkelproblemen kämpft und sich nun über seine beiden ersten Saisontore freute. Beim 3:0 düpierte der zweimalige Nationalspieler Torhüter Peter Gulacsi aus 43 Metern. „Wir haben ihn schon geholt, dass er mehr als die zwei Tore schießt“, erklärte Nagelsmann. „Er ist noch lange nicht da, wo er hin kann und auch hin muss, wenn er bei dem Verein spielen muss, dem er gehört.“

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