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Radiopreis „1Live Krone“ in Bochum verliehen

Bochum. Acht kleine, goldene Kronen wurden am Donnerstag in der Bochumer Jahrhunderthalle verliehen. Die „1Live Krone“ war ein Abend voller authentischer Momente. Was fehlte, waren weibliche Preisträger.

Radiopreis „1Live Krone“ in Bochum verliehen

Der Radiosender 1Live verleiht in Bochum den Musikpreis 1Live Krone. Foto: R. Vennenbernd/Archiv

Mehrmals küsst Mark Forster seine Krone, bevor er seine Dankesrede beginnt. Der Musiker freut sich sichtlich, als er bei der Verleihung der „1Live Krone“ in Bochum in der Kategorie beste Single („Sowieso“) gewinnt. „Meine Seele hat Narben, und das liegt an 1Live“, sagte Forster, der bereits acht Mal für eine Krone nominiert gewesen, aber immer leer ausgegangen war. Kurze Zeit später nimmt er seine zweite Krone entgegen - dieses Mal in der Kategorie beste Künstlerin/bester Künstler.

Zum 18. Mal und vor rund 1400 Zuschauern verlieh die WDR-Jungwelle die Auszeichnungen am Donnerstagabend in der Bochumer Jahrhunderthalle. In sechs Kategorien entschied das Publikum, das mehrere Wochen lang online für seine Favoriten abstimmen konnte.

Das ging auch für Kraftklub gut aus, die ebenfalls gleich doppelt abräumten: Die fünfköpfige Band aus Chemnitz gewann in den Kategorien bester Live-Act und wurde zudem mit einer Krone als beste Band geehrt. RAF Camora gewann die Krone für den besten Hip-Hop-Act und auch RIN bekam für sein Album „Eros“ einen der begehrten Preise.

In zwei weiteren Kategorien entschied die 1Live-Redaktion selbst: Mit der Comedy-Krone ehrte sie den Komiker Der Dennis, Fußballer Kevin Prince-Boateng wurde für sein Engagement gegen Rassismus mit dem Sonderpreis bedacht. „Ich muss ganz ehrlich sagen, das ist der schönste Pokal und der wichtigste meiner Karriere“, sagte der Bundesligaspieler von Eintracht Frankfurt, der per Video zugeschaltet wurde - das Publikum belohnte ihn dennoch mit Standing Ovations.

Der gebürtige Berliner hatte im Oktober den Videobeweis bei rassistischen Vorfällen in Fußballstadien gefordert. Im Januar 2013 hatte er bei einem Freundschaftsspiel mit dem AC Mailand gegen den Viertligisten Pro Patria zusammen mit der ganzen Mannschaft den Platz verlassen, nachdem er und andere dunkelhäutige Mitspieler von Zuschauern beleidigt worden waren.

Zum zweiten Mal moderierte Klaas Heufer-Umlauf die Show. Er war sich auch selbst nicht zu schade, ein paar Töne zu singen: In Fliege und dunkelgrünem Sakko gab er den Schlagersänger und interpretierte Hip-Hop-Songs unter anderem von Cro und Sido ganz neu. Auf der Bühne traten unter anderem Mark Forster oder Macklemore auf.

Die Verleihung fand dieses Jahr unter besonders starken Sicherheitsvorkehrungen statt. Mit zahlreichen mit Steinen befüllten Containern wird die Auffahrt zur Jahrhunderthalle geschützt. Auch einen öffentlichen roten Teppich hatte es in diesem Jahr als Teil des Sicherheitskonzepts nicht gegeben. Einen konkreten Grund habe es dafür aber nicht gegeben, sagte eine Mitarbeiterin vor Ort.

Was an diesem Abend fehlte, waren weibliche Preisträger. Die Frauen gingen alle leer aus. Nominiert waren drei weibliche Acts - von insgesamt rund 30 Musikern und Bands.

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