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„Santas“ zahlen in US-Läden Spielzeug für fremde Kinder

Cherry Hill. Das Zurücklegen und Abstottern von Spielzeugen in Läden ist für viele US-Eltern die einzige Möglichkeit, ihre Kinder zu Weihnachten zu beschenken. Aber nicht selten kommt ihnen ein Weihnachtsmann oder Engel zuvor - und bezahlt anonym ihre Rechnung.

„Santas“ zahlen in US-Läden Spielzeug für fremde Kinder

Charlie K. macht Familien zu Weihnachten glücklich. Foto: CBS 3 Philly KYW-TV

Eigentlich wollte der Amerikaner Charlie K. im Spielzeugladen in Cherry Hill nur nach ein paar Geschenken für seinen Sohn schauen. Als er später Toys 'R' Us wieder verließ, war er um fast 11 000 Dollar ärmer - und doch zugleich reicher, wie er selbst findet.

Dank seiner Großzügigkeit können nun auch Dutzende andere Familien in der Stadt und Umgebung ihren Sprösslingen etwas unter den Christbaum legen - ohne mühsam Dollar für Dollar zusammenkratzen zu müssen.

Sie sind wieder unterwegs: Hunderte, wenn nicht Tausende von „LayawaySantas“ oder „Layaway Angels“, die in den USA Eltern das Beschenken ihrer Kinder zu Weihnachten leichter machen. Und dafür jedes Jahr zusammen Millionen Dollar aus der eigenen Tasche hinblättern, oft anonym. „Layaway“ ist ein Angebot, das viele große Ladenketten Kunden zu den Feiertagen machen: Übersetzt heißt es das Zurücklegen von Waren, die dann in Etappen abgezahlt und mit nach Hause genommen werden können, wenn die Rechnung voll beglichen ist.

Das ermöglicht es Käufern, temporäre Preisnachlässe zu nutzen, ohne gleich voll bezahlen zu müssen - ein nützliches Angebot für alle, die mit jedem Cent rechnen müssen, aber sich und ihren Lieben zum Fest eine Freude machen wollen.

Und hier kommen die „Layaway“-Weihnachtmänner und -Engel ins Spiel. Wie Charlie K., der sich kurzfristig entschloss, zurückgelegte Waren von Fremden im Wert von 10 780 Dollar (9033 Euro) auf einen Schlag abzubezahlen. Das heißt, mehr als 60 Kunden können nun die Spielzeuge nach Hause holen, ohne sie weiter abstottern zu müssen. Oder ohne am Ende mit leeren Händen dazustehen, weil sie über die - stets erforderliche - Anzahlung hinaus einfach kein Geld mehr zur Verfügung hatten.

Charlie im US-Staat New Jersey schilderte in einem CBS-Interview, er habe schlicht Familien helfen wollen, denen es nicht so gut gehe wie ihm selbst. Zugleich sei es eine Gelegenheit gegeben, der Gemeinde, in der er lebe, etwas zurückzugeben. Ihr habe er letztlich den Wohlstand zu verdanken, der ihm jetzt Großzügigkeit erlaube. „Ich versuche, Menschen etwas Glück zu bringen, der Gemeinde, die mich und meine Familie glücklich gemacht hat“, sagt der „Layaway Santa“ - und legt prompt noch nach. Alle Kunden, die sich derzeit im Geschäft befinden, dürfen auf seine Kosten drei Spielzeuge für eine alljährliche US-weite Geschenkaktion des Marinekorps zugunsten von Kindern aussuchen.

Die Zahl von „Layaway“-Wohltätern ist im Laufe der vergangenen Jahre stetig gewachsen, auch dank der sozialen Medien, in denen Weihnachtsmänner und Engel andere zum Mitmachen anspornen. Manche tun es alljährlich, für andere ist es eine spontane Sache, wie etwa in einem Fall in Austin (Texas): Da erfuhr ein Finanzberater vor dem Christfest 2016 zufällig, dass eine Frau die 55 Dollar Restbetrag für eine Puppe und andere Geschenke für ihre Kinder nicht aufbringen konnte. Er ging zum Laden und beglich die Rechnung.

In mehr als einem Dutzend Fällen gaben einzelne Wohltäter im vergangenen Jahr mehr als 300 000 Dollar aus, um für Waren aufzukommen, die sonst wohl wieder in den Regalen gelandet wären, weil die Frist für das Bezahlen fast abgelaufen war. In Pennsylvania reiste ein Mann der „USA Today“ zufolge sogar in mehrere verschiedene Städte, um in Walmart-Geschäften die Rechnungen für 239 Kunden zu begleichen - im Durchnitt 200 Dollar pro Person.

In einem anderen Laden in Florida sah ein Mann zufällig hinter einem „Layaway“-Tresen all die verschiedenen zurückgelegten Waren. Er fragte den Manager, wie viel sie wohl zusammen kosteten. Es waren rund 90 000 Dollar. So viel konnte sich der 40-Jährige nicht leisten - aber er übernahm 21 000 Dollar. „Er hat nur einfach seine Kreditkarte immer wieder durch das Gerät gezogen und jedes Mal „Frohe Weihnachten“ gesagt“, zitierte NBC News eine Zuschauerin.

Diese Wohltat im Jahr 2013 sorgte für Schlagzeilen und hat seitdem viele andere inspiriert. Und man muss nicht Tausende auf dem Bankkonto haben, um Fremden eine derartige Weihnachtsfreude zu bereiten. Seit 2011 gibt es eine Organisation, die ganz aus Freiwilligen besteht und per Internet Geld sammelt, um dann für zurückgelegte Waren zu bezahlen. Mit Hilfe dieser Spenden hat „PayawaytheLayaway“ mittlerweile Santas und Engel in Läden in mehr als 50 Städten US-weit entsandt. Der Lohn: viele Freudentränen erleichterter Eltern.

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