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Fußball: Im Kreis Ahaus/Coesfeld

Schiedsrichtermangel kostet Vereine rund 37 000 Euro im Jahr

KREIS Vielen Fußballvereinen im Kreis gelingt es nicht, genügend Schiedsrichter zu finden, um das vom Verband geforderte Soll zu erfüllen. Ist das der Fall, werden die Klubs vierteljährlich zur Kasse gebeten. Die Beträge, die dabei zusammenkommen, sind zum Teil erheblich. „Spitzenreiter“ des unrühmlichen Rankings war im zweiten Quartal 2017 der SuS Stadtlohn, der allein für diesen Zeitraum 1050 Euro berappen muss.

Schiedsrichtermangel kostet Vereine rund 37 000 Euro im Jahr

Während sich einige Vereine schwertun, genügend Schiedsrichter zu finden, ist die SpVgg Vreden mit Maik Kerstan (l.) ein positives Beispiel: Der Verein hat sein Soll sogar übererfüllt

Wer nicht ausreichend Schiedsrichter hat, der soll einen Ausgleich dafür zahlen – so sieht es der Verband vor. Rund 37 000 Euro Strafen sind so in der vergangenen Saison im Fußballkreis Ahaus/Coesfeld zusammengekommen. „Die Summe ist in diesem Jahr außergewöhnlich hoch. Das war in den vergangenen Jahren deutlich weniger“, sagte der Kreisvorsitzende Willy Westphal am Montag im Gespräch mit den Ruhr Nachrichten. Allein für das zweite Quartal bat der Kreis 29 Vereine zur Kasse – und verlangte von diesen rund 8000 Euro.

„Definitiv ein Problem“

Über ein Achtel davon gehen auf Kosten des SuS Stadtlohn. „Das Thema Schiedsrichter ist definitiv ein Problem bei uns, daran müssen wir arbeiten“, sagt SuS-Geschäftsführer Michael Schley. Der Verein müsse neidlos anerkennen, dass es „in anderen Klubs wie Eintracht Ahaus oder SpVgg Vreden, wo erfahrene Schiedsrichter die Sache in die Hand genommen haben, besser läuft“. Die beiden Genannten zählen zu den elf Vereinen, die ihr Soll zuletzt sogar übererfüllt haben – dafür gibt es wiederum einen finanziellen Bonus.

Der SuS muss kreisweit hinter der SpVgg und dem SV Gescher mit die meisten Schiedsrichter stellen. Die Richtlinie des Westdeutschen Fußball- und Leichathletikverbands fordert, dass für jede Mannschaft, die ein Verein bei den Männern, Frauen, A- und B-Junioren zum Spielbetrieb meldet, auch Unparteiische stellen muss. Allein für sein Westfalenligateam müsste der SuS drei aufbieten; zwei für die Westfalenliga-A-Junioren und je einen für die Mannschaften in der Bezirks- und Kreisliga sowie die A- und B-Junioren in der Landes- und Kreisliga. Insgesamt sind das elf, der SuS stellte aber lediglich vier Unparteiische. Und diese müssen mindestens 15 Partien pro Saison leiten, um anerkannt zu werden.

Zwei-Stufen-Plan

Der zu zahlende Betrag erhöht sich für den SuS noch einmal durch den sogenannten Zwei-Stufen-Plan des Verbandes. Denn bei den Klubs, die nicht auf die Sollstärke von 60 Prozent kommen, legt der Kreis noch einmal einen Aufschlag von 50 Prozent oben drauf. Strafen wie Turnierverbote oder Zwangsabstieg hat der Verband mittlerweile abgeschafft.

Die Strafgelder fließen in die Kreiskasse – und sind hier der größte Einnahmeposten. Bei etwa 50 000 Euro liegt der Etat des Kreises pro Jahr, erklärte Westphal. „In der Kreiskasse macht das sehr viel aus“, gibt er zu. Mehr als 50 Prozent der Einnahmen durch Ordnungsgelder wegen verpasster Schiedsrichter-Solls würden aber zurück in die Förderung und Ausbildung gehen. „Der Schiedsrichterausschuss ist der teuerste Ausschuss bei uns. Und das meine ich gar nicht kritisch“, so Westphal.

Geld für Ausstattung

Der Kreis erstatte Fahrtkosten für die Ehrenämtler, die zu Beobachtungen und Lehrgängen fahren. „Wir stecken viel Geld in die Ausstattung unserer Verbandsschiedsrichter“, sagt Westphal. Erst kürzlich habe der Kreis ein Kopfhörer-System angeschafft, um Nachwuchsschiedsrichter auf dem Feld coachen zu können. Und die Schiedsrichterausbildung biete der Kreis für die Vereine auch kostenlos an.

Den Job des Schiedsrichters schmackhaft zu machen, scheint weiterhin nötig zu sein: Im gesamten Kreis fehlen nach Angaben des Ausschusses 62 Schiedsrichter. 328 müsste er haben, 266 gebe es aktuell, die zum Soll zählen.

 

Schiedsrichter der Klubs aus dem Verbreitungsgebiet

Verein                 Soll     Ist

Eintracht Ahaus      8       9

VfB Alstätte            8       4

SF Ammeloe           3       1

Germania Asbeck    2       1

SF Graes                4       2

SV Heek                 9       4

SuS Legden            8       4

GW Lünten             4       5

RW Nienborg          5       3

FC Oeding              6       3

FC Ottenstein         7       4

Eintracht Stadtlohn 8       9

SuS Stadtlohn      11       4

SC Südlohn            2       3

FC Vreden              5       1

SpVgg Vreden       12     15

Union Wessum        8       4

TuS Wüllen             5       6

SC Ahle                  4       0

ASV Ellewick           7       6

TSV Ahaus              1       4 

FC Oldenburg          5       4

TG Almsick              2       0

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