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Sergio Ramírez erhält Cervantes-Preis

Madrid. Sein Heimatland Nicaragua hat Sergio Ramírez wie kaum ein Zweiter geprägt. Kulturell und intellektuell, aber auch im politischen und sozialen Bereich. Mit 75 Jahren wird der Autor und Menschenrechtler mit dem höchsten spanischen Literaturpreis geehrt.

Sergio Ramírez erhält Cervantes-Preis

Sergio Ramírez wird geehrt. Foto: Susana Gonzalez

Der nicaraguanische Schriftsteller, Menschenrechtler und Ex-Politiker Sergio Ramírez wird mit dem diesjährigen Cervantes-Literaturpreis ausgezeichnet.

Der 75 Jahre alte Autor von „Maskentanz“ habe die Nachricht von seiner Ehrung am Telefon „mit großer Freude aufgenommen“, sagte der spanische Kulturminister Íñigo Méndez de Vigo bei der Bekanntgabe des Siegers am Donnerstag in Madrid. Der Cervantes-Preis ist mit 125 000 Euro dotiert und gilt als die wichtigste literarische Auszeichnung der spanischsprachigen Welt.

Ramírez war nach der sandinistischen Revolution in Nicaragua von 1979 an Mitglied der Regierungsjunta und von 1984 bis 1990 Vizepräsident des mittelamerikanischen Landes. Heute gilt er als einer der wichtigsten zeitgenössischen Autoren Lateinamerikas. Seine mehr als 50 Bücher wurden in zahlreiche Sprachen übersetzt. Auf Deutsch erschienen neben „Maskentanz“ auch „Die Spur des Caballeros“ und „Tropischer Walzer“. 2001 war der Schriftsteller als Gastprofessor an der Freien Universität Berlin.

Ramírez sei ausgezeichnet worden, weil er in seinem Werk „Erzählung und Poesie sowie die Genauigkeit des Beobachters und des Darstellers“ verbinde, sagte Méndez de Vigo. Mit „außergewöhnlicher literarischer Klasse schafft er es, die Wirklichkeit in ein Kunstwerk zu verwandeln“, zitierte der Minister vor Journalisten aus der Mitteilung der Jury. Am Telefon habe Ramírez ihm versichert, dass er „sehr stolz“ sei.

Ramírez schrieb Romane, Essays, Erzählungen und Gedichte. In zwei Büchern widmete er sich auch dem Thema der Gastronomie. Zur Zeit leitet der in Nicaraguas Hauptstadt Managua lebende Autor die Digitalzeitschrift „Carátula“. Er schreibt daneben auch für die spanische Renommierzeitung „El País“ und für viele andere Medien. Neben zahlreichen Auszeichnungen erhielt er 1985 den Bruno-Kreisky-Preis für Verdienste um die Menschenrechte.

Die Jury hielt sich mit ihrer Entscheidung an die ungeschriebene Regel, wonach die Auszeichnung abwechselnd spanischen und lateinamerikanischen Autoren zugesprochen wird. Im Vorjahr hatte der Spanier Eduardo Mendoza (74) den Cervantes erhalten. Spaniens König Felipe VI. wird Ramírez den Preis am 23. April nächsten Jahres in der Universität von Alcalá de Henares östlich von Madrid  - dem Geburtsort von Cervantes - überreichen.

Die nach dem „Don Quijote“-Autor“ Miguel de Cervantes benannte Auszeichnung wird seit 1976 alljährlich vom spanischen Kulturministerium verliehen. Der Sieger wird nicht für ein einzelnes Buch, sondern für sein gesamtes Lebenswerk ausgezeichnet.  

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