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Nach Entschärfung

Staatsschutz übernimmt Ermittlungen zu Paket in Potsdam

Potsdam In der Potsdamer Innenstadt ist ein verdächtiges Paket an einen Apotheker geliefert worden. Er bemerkte beim Auspacken Drähte, brachte das Paket sofort aus der Apotheke und informierte die Polizei. Die sperrte den Bereich schnell ab und entschärfte den verdächtigen Gegenstand. Jetzt übernimmt der Staatsschutz die weiteren Ermittlungen. Aus guten Gründen.

Staatsschutz übernimmt Ermittlungen zu Paket in Potsdam

Wegen eines verdächtigen Gegenstands hat die Polizei in der Potsdamer Innenstadt einen Sperrkreis eingerichtet. Dabei handelte es sich wohl um einen Sprengsatz. Foto: dpa

Nahe einem Weihnachtsmarkt in der Innenstadt von Potsdam ist am Freitag ein Paket gefunden worden - offensichtlich mit einem Spreng- oder Brandsatz. Der betroffene Bereich - darunter der Weihnachtsmarkt und zahlreiche Geschäfte - wurde geräumt, wie ein Polizeisprecher am Freitag sagte. Das Paket wurde mit einem Wasserstrahl geöffnet und entschärft. Von einer Terrorlage war zunächst nicht die Rede.

In dem Paket war zuvor durch Spezialkräfte der Bundespolizei ein „Gefahrenstoff“ festgestellt worden. Die Polizei sprach in dem Zusammenhang von einer „Unkonventionellen Spreng- oder Brandvorrichtung“. Dieser Begriff wird häufig für eine Bombe benutzt.

Paket war Nachmittag in einer Apotheke abgegeben worden

Das Paket war am Nachmittag laut einem Bericht der „Potsdamer Neuesten Nachrichten“ (PNN) von einem Boten bei einer Apotheke abgegeben worden. Der Apothekeninhaber sagte den PNN, beim Auspacken habe man gemerkt, „dass da so komische Drähte herausguckten“. Daraufhin sei das Paket sofort aus der Apotheke getragen worden und man habe die Polizei informiert. Die Polizei sperrte vorsorglich einen Bereich um den Fundort ab. Sie informierte auf Twitter über das Geschehen.

Laut Brandenburgs Innenminister waren in dem Paket Nägel

Nach Angaben von Brandenburgs Innenminister Karl-Heinz Schröter (SPD) waren in dem Paket Nägel. Es sei unklar, ob es sich um eine Attrappe oder einen Sprengkörper gehandelt habe, sagte der Innenminister am Freitagabend in Potsdam. „Die Ermittlungen stehen ganz am Anfang.“

Dass in dem Paket Nägel waren, habe eine Röntgenuntersuchung gezeigt. Aber es sei nicht klar, ob in dem Paket auch Sprengstoff oder nur Gips oder ein anderes „Fakemittel“ waren. Die Nägel seien in einem Metallgefäß ähnlich einer Konservendose gewesen. Nach Angaben eines Polizeisprechers befanden sich auch Drähte in dem Paket. Nach Angaben der Polizei konnte bisher keine Zündvorrichtung gefunden werden.

Keine weiteren Pakete in der Umgebung gefunden

Am Abend suchte die Polizei nach weiteren möglichen Paketen, die in der Umgebung ausgeliefert worden sein könnten. Die Suche erstrecke sich auf einen Radius von 300 bis 400 Metern. Bislang sei aber kein weiteres Paket entdeckt worden. Die Polizei gehe davon aus, dass der Potsdamer Weihnachtsmarkt am Samstag wieder regulär öffnen kann.

Staatsschutz übernimmt die Ermittlungen

Noch am Freitagabend hat der für politische Straftaten zuständige Staatsschutz des Landeskriminalamtes die Ermittlungen übernommen. Hintergrund sei, dass ein politisches Motiv nicht ausgeschlossen werden könne, sagte der Sprecher des Polizeipräsidiums, Torsten Herbst, am Freitagabend. Zudem gebe es beim Staatsschutz Spezialisten für Spreng- und Brandsätze.

Scharfe Sicherheitsvorkehrungen auf Weihnachtsmärkten

Anfang der Woche waren in Deutschland zahlreiche Weihnachtsmärkte eröffnet worden. Die Sicherheitsvorkehrungen waren nach dem Attentat auf einen Berliner Weihnachtsmarkt vor fast einem Jahr bundesweit verschärft worden. In vielen Städten wurden Betonbarrieren aufgestellt. Gleichzeitig appellierten Politiker an die Menschen, sich durch die Terrorbedrohung nicht einschüchtern zu lassen.

Am 19. Dezember 2016 war der Attentäter Anis Amri mit einem entführten Lastwagen in den Markt an der Berliner Gedächtniskirche gefahren. Er tötete 12 Menschen und verletzte mehr als 70.

dpa

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