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Geld sparen

Stromkunden wechseln häufiger den Versorger

BONN Mit einem Wechsel des Stromversorgers lässt sich viel Geld sparen - 100 Euro und mehr im Jahr. Das spricht sich zunehmend rum. Es wird häufiger gewechselt, auch auf einen günstigeren Vertrag beim selben Versorger.

Stromkunden wechseln häufiger den Versorger

Das Zählwerk eines Stromzählers (Archivbild) Foto: dpa

Deutschlands Stromkunden verhandeln häufiger ihre Verträge neu oder wechseln den Anbieter, um damit Geld zu sparen. Nach dem noch unveröffentlichten Entwurf des Monitoringberichts von Bundesnetzagentur und Bundeskartellamt stieg 2016 sowohl die Zahl der Vertragswechsel innerhalb des bestehenden Versorgers als auch die Zahl der Wechsel zu konkurrierenden Anbietern deutlich. Der Marktanteil der regional angestammten Grundversorger ging dagegen - wenn auch auf weiter hohem Niveau - merklich zurück. „Der Wettbewerb im Strommarkt wird härter“, sagte Energieexperte Udo Sieverding von der Verbraucherzentrale NRW.

Der Stromanbieter-Wechsel lohnt sich oft

Nach dem Bericht, der der Deutschen Presse-Agentur vorliegt, stieg 2016 die Zahl der Vertragswechsel beim selben Anbieter von 1,7 Millionen im Jahr davor auf rund 2,4 Millionen. Die Zahl der Lieferantenwechsel legte - Umzüge herausgerechnet - von knapp 3 auf knapp 3,6 Millionen 2016 zu.

Mit einem Vertragswechsel kann eine Durchschnittsfamilie mit rund 4000 Kilowattstunden Verbrauch je nach vorherigem Vertrag 100 Euro pro Jahr und mehr sparen. Vielfach locken Versorger zusätzlich mit Wechselprämien.

Die Auswahl regionaler und überregionaler Anbieter ist groß: Die Haushalte haben im bundesweiten Schnitt die Wahl zwischen mehr als 100 Angeboten. Oft lässt sich die Rechnung schon mit einem Wechsel vom Grundversorgungstarif mit zweiwöchiger Kündigungszeit zu einem meist länger laufenden Sondervertrag beim selben Anbieter drücken. Angebote gibt es über Vergleichsportale im Internet.

Raus aus der Grundversorgung

Zwar hält nach wie vor eine Mehrheit der Stromkunden ihrem regionalen Grundversorger die Treue. Der Anteil der Kunden mit einem anderen Versorger wuchs aber von 24,9 auf 28,6 Prozent. Vertragskündigungen sind für Haushaltskunden laut Gesetz kostenfrei. Die Umstellung auf den neuen Tarif muss innerhalb von drei Wochen erfolgen und die Stromversorgung jederzeit sichergestellt bleiben.

„Ich freue mich, dass immer mehr Haushalte ihren Stromanbieter wechseln“, sagte Sieverding. Allerdings kämpften besonders günstige Energiediscounter oft auch mit nicht kostendeckenden Tarifen um Neukunden. Im zweiten Jahr folge dann oft eine kräftige Preiserhöhung, warnt der Verbraucherschützer. „Gegen Strompreiserhöhungen, die im Kleingedruckten untergeschoben werden, gehen wir auch juristisch vor“, sagte er.

Hohe staatliche Abgaben

„Die steigenden Wechslerzahlen zeugen von einem gesunden Wettbewerb im Strommarkt“, sagte der Chef des Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW), Stefan Kapferer. In Sachen Wettbewerb liege Deutschland in der Spitzengruppe in Europa.

Allerdings wären noch weit höhere Einsparungen als mit einem Anbieterwechsel möglich, wenn der Staat den Kostenblock für staatliche Abgaben abschmelzen würde, sagte der BDEW-Chef. „Steuern, Abgaben und Umlagen machen inzwischen 55 Prozent des Strompreises aus, während die Energieversorger nur noch ein Fünftel des Strompreises beeinflussen können.“

von dpa

Das sollten Sie bei einem Anbieterwechsel beachten:

  • Verzichten Sie auf Verträge mit Vorkasse, die Mindestlaufzeit sollte 12 Monate nicht überschreiten, die Kündigungsfrist nicht mehr als 4 Wochen betragen.
  • Nutzen Sie verschiedene Vergleichsportale. Lassen Sie bei ihrer Suche zunächst Boni und Prämien ausgeschaltet - so können Sie sehen, ob sie tatsächlich am Strompreis sparen könnten, oder Sie nur über Wechselprämien Geld sparen.
  • Lassen Sie die Finger von Strompaketen. Sie können bei Über- oder Unterschreitung teuer werden.
  • Wenn Sie in der Grundversorgung sind (also noch nie den Anbieter oder Vertrag gewechselt haben), setzen Sie sich mit ihrem Anbieter in Verbindung. Ein Jahresvertrag bei den örtlichen Stadtwerken ist immer deutlich billiger als die Grundversorgung, wenn Sie zudem einen Online-Tarif nutzen (und somit alle Rechnungen nur digital erhalten), lässt sich oftmals noch mehr Geld sparen.

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