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Tote Schweine entdeckt

Tierkadaver in Tonne ekeln Spaziergänger in Olfen

OLFEN Ein Radwanderweg, ein beschauliches Waldstück. Das ist die Straße zur Schafsbrücke in Olfen. Ute Thal hat vor Kurzem genau in dieser Idylle eine erschreckende Entdeckung gemacht. In einem Container lagen drei große tote Schweine, umgeben von Fliegen und Maden. Ekelig, aber nicht verboten.

Tierkadaver in Tonne ekeln Spaziergänger in Olfen

Wer seinen Spaziergang an der Schafsbrücke entlang plant, sollte besser Augen und Nase zuhalten. Hier steht ein Kadaver-Container.

Ute Thal hält sich die Nase zu und zeigt auf eine große Stahltonne, die am Waldrand steht – an der Straße zur Schafsbrücke, genau an einem Radwanderweg. „Das ist ja so ekelig, und das hier mitten am Weg.“

Es handelt sich bei der Tonne um einen Kadaver-Container für tote Tiere. Noch vor Kurzem, erzählen Ute Thal und ihr Ehemann Wolfgang, seien sie mit ihrem Hund an der gleichen Stelle spazieren gewesen. „Und da lagen drei große tote Schweine in der Tonne.“ Der Deckel sei nicht abgeschlossen gewesen. Im Gegenteil, er hatte halb offen gestanden.

Landwirtschaftliche Betriebe müssen Kadaver-Container haben

Ekelig ist das sicher – verboten ist es nicht. Es ist grundsätzlich erlaubt, dass Landwirte verendete Tiere in solchen Kadaver-Containern ablegen. „Jeder Betrieb muss so einen Container haben“, erklärt Christoph Hüsing, Pressesprecher des Kreises Coesfeld.

In landwirtschaftlichen Betrieben geschieht es immer wieder, dass Tiere verenden – oft sind es Ferkel, die nach der Geburt von der Muttersau versehentlich erdrückt werden.

Spezialfirmen sammeln die toten Tiere regelmäßig ein

Die Tierkörperbeseitigungsfirmen fahren auf einer Tour dann die Höfe ab. „Das geschieht in der Regel einmal wöchentlich, bei Bedarf – also wenn mal ein größeres Tier wie eine Kuh stirbt – dann auch öfter“, sagt Hüsing. Die Landwirte wollen dabei vermeiden, dass die Transporter der Tierkörperbeseitigungsanstalt auf das Hofgelände fahren – sie haben Angst, dass sich ihre gesunden Schweine mit Krankheitserregern infizieren. Deshalb stellen sie die Container außerhalb des Hofgeländes ab. „Das kann mitunter auch ein Stück vom Hof entfernt sein“, erklärt der Pressesprecher.

„Aber hier, so mitten am Weg, das finde ich nicht gut“, sagt Ute Thal. „Was ist, wenn Kinder den Container anfassen? Die können sich doch auch Krankheiten einfangen“, sagt die 64-Jährige. Und der Container, dessen Deckel daneben achtlos im Gras liegt, stinkt im wahrsten Sinne des Wortes zum Himmel. Fliegen summen und im Container und auf der Deckelinnenseite tummeln sich Maden.

Veterinäre wollen die Stelle an der Schafsbrücke nochmal überprüfen

Die Madenentwicklung sei normal, doch der Landwirt sei schon für eine regelmäßige Reinigung zuständig, so Hüsing. „Eigentlich darf ein Kadaver-Container nicht an so prominenter Stelle direkt am Radwanderweg stehen. Das ist eine ungünstige Situation“, gibt Hüsing zu. „Unsere Veterinäre werden sich diese Stelle noch einmal anschauen.“

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