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Verena Stefan im Alter von 70 Jahren gestorben

Bern/Montreal. Ihr 1975 veröffentlichtes Werk „Häutungen“ erlangte Kultstatus innerhalb der Frauenbewegung. Jetzt ist Verena Stefan gestorben.

Die Schriftstellerin und Feministin Verena Stefan ist tot. Die Schweizer Autorin, die im Jahr 1975 mit „Häutungen“ ein Kultbuch der Neuen Frauenbewegung geschrieben hat, starb am Mittwoch in ihrer Wahlheimat Montreal.

Das teilte ihr Verlag Nagel & Kimche am Freitag in Zürich mit. Stefan wurde 70 Jahre alt. Bereits seit etwa zehn Jahren war bekannt, dass die Autorin krebskrank war.

Den Umgang mit der Krankheit verarbeitete Verena Stefan in ihrem Roman „Fremdschläfer“ (2007), der von einer Frau handelt, die nach ihrer Übersiedlung nach Kanada einen Tumor entdeckt, einen Fremdschläfer. Für das sprachlich virtuose Werk erhielt sie 2008 den Schillerpreis der Solothurner Literaturtage.

Zuletzt erschien 2014 im Verlag Nagel & Kimche Stefans Roman „Die Befragung der Zeit“, in dem sie die Geschichte ihrer Familie und somit ihre eigene aufrollte. Stefans Großvater Julius Brunner war ein Landarzt, der in den 1940er Jahren Frauen illegal zu Abtreibungen verhalf und dadurch in die Mühlen der Berner Justiz geriet.

Die Autorin, Tochter eines Deutschen und einer Schweizerin, kam 1947 in Bern zur Welt und wuchs bei ihren Großeltern auf. Nach dem Schulabschluss zog sie nach Berlin, wo sie zu den Gründerinnen der feministischen Gruppe „Brot und Rosen“ gehörte. Das 1975 veröffentlichte Werk „Häutungen“ erlangte Kultstatus innerhalb der Frauenbewegung.

Der Roman mit autobiografischen Zügen wird oft auch als „Bibel der Frauenbewegung“ bezeichnet und ist der erste deutschsprachige literarische Text einer Feministin der 70er Jahre. Die Autorin analysiert darin heterosexuelle Herrschaftsverhältnisse und beschreibt die Entdeckung der eigenen Sexualität. Für „Häutungen“, der in acht Sprachen übersetzt worden war, wurde Stefan mehrfach ausgezeichnet. Nach 30 Jahren in Deutschland wanderte Stefan um das Jahr 2000 herum nach Montreal aus.

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