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Verleger Elmar Faber gestorben

Leipzig/Berlin. „Büchermachen“ war Elmar Fabers Passion, in der DDR und der Marktwirtschaft. Er führte den Berliner Aufbau-Verlag in die neue Zeit und schnell auch einen eigenen Verlag - bis zum „Sittenverfall des Buchhandels“.

Verleger Elmar Faber gestorben

Der Verleger Elmar Faber ist im Alter von 83 Jahren gestorben. Foto: Waltraud Grubitzsch

Der langjährige Verleger Elmar Faber ist tot. Der gebürtige Thüringer starb am Sonntag im Alter von 83 Jahren in seinem Haus in Leipzig. „Er war schwer krank“, sagte seine Witwe der Deutschen Presse-Agentur am Montag. Zuerst hatte die „Leipziger Volkszeitung“ online darüber berichtet.

Die Nachricht sorgte beim Berliner Aufbau Verlag, dessen Chef Faber von 1983 bis 1992 war, für große Trauer. „Mit ihm geht einer der Großen der deutschen Verlagsbranche.“

Leipzigs Kultur-Beigeordnete Skadi Jennicke würdigte ihn als „Verlegerpersönlichkeit, die sich ihr ganzes Leben zwischen den Welten bewegt“ habe. Von seinem Erfolg habe auch die Buchstadt Leipzig profitiert.

Der studierte Germanist stand von 1975 bis 1992 an der Spitze großer ostdeutscher Verlagshäuser. Er habe Aufbau „mit viel Feingefühl und dem richtigen Blick für die Literatur“ geführt, teilte der Verlag mit. Dort betreute er unter anderen Christa Wolf als Autorin. 1989 war Faber mitverantwortlich für die Privatisierung, 1991 gründete er den Aufbau Taschenbuch Verlag.

Die Leipziger Beigeordnete Jennicke lobte rückblickend den Mut, mit dem Faber sich in der Mitte seines Lebens gemeinsam mit Sohn Michael selbstständig machte. Auch dort setzte der Senior auf Qualität und traditionelle Handwerkskunst. Sein Credo: ein Auge für die Literatur und die Kunst, das andere schaut ins Portemonnaie. 1995 wechselte Faber & Faber in die Buchstadt Leipzig. 2009 schied der Junior aus, nachdem er Kulturbürgermeister geworden war.

Zwei Jahre später machte auch der Senior, für den jedes Buch eine Besonderheit war, Schluss. Die Buchhändler, einst literarische Missionare, seien zu Warenkundlern geworden, „die ebenso gut Filetsteaks verkaufen könnten“, beklagte er den „Sittenverfall im Buchhandel“.

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