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Tourismus-Statistik

Wohnmobilstellplätze in Nordkirchen kommen an

Dunkel, nass, kalt: Der November ist nicht ideal für Campingurlaub. Und doch verzeichnete der Wohnmobilstellplatz Am Gorbach im November 2017 fast 200 Übernachtungen. Das freut nicht nur den Betreiber.

Wohnmobilstellplätze in Nordkirchen kommen an

Michael Moll betreibt zusammen mit seiner Frau Monika seit Juli 2016 den Wohnmobilstellplatz in Nordkirchen. Foto: Foto: Marvin K. Hoffmann

Im Juli 2016 hatte Reinhard Moll den ganzjährig geöffneten Stellplatz am Ortsrand eröffnet: Platz für 23 Wohnmobile. Der Preis pro Nacht für zwei Erwachsene beträgt zehn Euro. Ein Angebot, das ankommt, wie am Dienstagabend auch im Ausschuss für Tourismus, Wirtschaft, Umwelt und ländliche Entwicklung zu hören war. Was Bürgermeister Dietmar Bergmann besonders freut und was Stellplatzbetreiber Reinhard Moll über seine Gäste sagt.


Zurzeit macht der Stellplatz Nordkirchen bundesweit von sich Reden. Warum?
Er ist nominiert für den Titel „Wohnmobilstellplatz des Jahres 2018“: eine bundesweite Auszeichnung, die das Fachmagazin „promobil“ vergibt. Nach nicht einmal eineinhalb Jahren unter den 25 Kandidaten der Kategorie „Stellplatz bis 30 Plätze“ zu sein, „ist schon ein richtiger Erfolg“, sagt Bürgermeister Dietmar Bergmann. Es zeige, dass Nordkirchen als touristisches Ziel gesehen werde. Die anderen Kandidaten kommen aus Rügen, Baden Reichenhall oder Oranienburg. Allerdings sind auch Haltern am See und Rünthe dabei. Die Abstimmung läuft noch bis zum 8. Januar. Im Februar wird der Sieger präsentiert.


Woher kommen die Leute, die mit ihrem Wohnmobil nach Nordkirchen kommen?
„Viele sind aus der Region“, sagt Betreiber Reinhard Moll am Mittwoch den RN: „Aus dem Ruhrgebiet, dem Bergischen Land und auch aus dem Münsterland.“ Er habe schon Gäste aus Lünen und Münster gehabt. „Einer hat mir wörtlich gesagt: ,Ich wollte mal andere Nachbarn sehen.“ Aber auch durchreisende Wohnmobilisten würden auf dem Weg nach Skandinavien oder Frankreich gerne Station machen. Und dann gebe es noch solche, die eine Woche und länger blieben. „In diesem Jahr hatten wir hier Belgier, die zwei Wochen Urlaub machten.“


Was unternehmen die Gäste in Nordkirchen?
Fahrradfahren sei neben Besuchen von Schloss und Park besonders beliebt, sagt Reinhard Moll. Nordkirchens Tourismus-Managerin Maike Teetz hat längst darauf reagiert. „Wir haben in diesem Jahr eine Karte mit den acht Pättkestouren neu herausgegeben“, sagte sie am Dienstagabend im Ausschuss: „alle top ausgeschildert“ mit blauen Schildern, auf denen weiße Ziffern stehen. Die acht Touren (23 bis 50 Kilometer lang) starten und enden alle am Ludwig-Becker-Platz. Auch an Fußgänger denkt Teetz. „Wir planen ein neues Wegeleitsystem für alle drei Ortsteile.“ Es soll Touristen ermöglichen, Capelle, Nordkirchen und Südkirchen auch ohne Gästeführer zu erkunden. Auf die bräuchte ab 2018 aber eigentlich niemand zu verzichten. Zurzeit werden fünf Gästeführer ausgebildet, die ab April in allen Ortsteilen Touren anbieten.


Und wenn Touristen schon alles gesehen haben in Nordkirchen?
„Wir haben viele Stammgäste, die immer wieder ihre Radtouren bei uns machen“, sagt Reinhard Moll. Im Gespräch mit ihm hat Maike Teetz aber auch etwas Neues für Besuche außerhalb entwickelt: eine Karte, die den Besitzern ermöglicht, in Münster zu vergünstigten Konditionen Museen zu besichtigen. Das komme gut an, bestätigt Moll. Die Gäste machten einen Tagesausflug nach Münster – meistens mit dem Zug vom Capeller Bahnhof aus – und kämen abends zurück nach Nordkirchen.


Gibt es neue Ideen für 2018?
Viele. Unter anderem will die Tourismusmanagerin verstärkt auf Pauschalangebote setzen: etwa organisierte Reisen zum Adventsbasar der Caritas-Werkstätten.


Und wie sieht die Zukunft des Wohnmobilstellplatzes aus?
Gut. So gut, dass Ausschussmitglieder am Dienstag schon nach Erweiterungsplänen fragten. „Wir werden das in Betracht ziehen“, sagt Reinhard Moll unserer Redaktion.

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