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Schock nach erfolgreichem WM-Auftakt

DHB-Frauen siegen 28:15 - Turnier-Aus für Naidzinavicius

Leipzig Die deutschen Handball-Frauen starten mit einem 28:15 (12:7)-Sieg in die Heim-WM. Doch die Freude über das scheinbare Traumergebnis währt nur kurz - denn die Mannschaft von Bundestrainer Michael Biegler musste den Erfolg gegen Kamerun teuer bezahlen.

DHB-Frauen siegen 28:15 - Turnier-Aus für Naidzinavicius

WM gelaufen: Kim Naidzinavicius hat sich im Auftaktspiel gegen Kamerun einen Kreuzbandriss zugezogen. Foto: dpa

Der Start in die Weltmeisterschaft im eigenen Land ist geglückt, doch längst läuft noch nicht alles rund bei den deutschen Handball-Frauen. Überschattet wurde der 28:15 (12:7)-Auftaktsieg gegen Kamerun am Freitagabend gegen Kamerun von der schweren Verletzung von Kim Naidzinavicius. Beste Schützin für die DHB-Auswahl war Anna Loerper mit fünf Treffern.

Schock nach 140 Sekunden

Gerade einmal 140 Sekunden waren gespielt, als den 6000 Zuschauern in der ausverkauften Arena Leipzig das erste Mal der Atem stockte. Nach einem Zusammenstoß mit der Kamerunerin Yvette Yuoh blieb Naidzinavicius mit schmerzverzertem Gesicht liegen. Die 26 Jahre alte Rückraum-Spielerin aus Bietigheim fasste sich ans Knie und wurde direkt aus der Halle ins Krankenhaus gebracht. "Wir können mit Sicherheit davon ausgehen, dass wir Kim im Turnier nicht wiederhaben werden", sagte Bundestrainer Michael Biegler nach der Partie niedergeschlagen.

Am späten Freitagabend folgte dann die Bestätigung durch den Deutschen Handballbund (DHB). "Kim Nadzinavicius erlitt im Auftaktspiel gegen Kamerun einen Riss des vorderen Kreuzbandes im linken Knie. Damit ist die Weltmeisterschaft für die 26-Jährige bereits beendet", teilte der Verband mit. "Das ist ein schwerer Schlag für Kim und unsere Mannschaft, aber wir müssen auch für diese Situation Lösungen finden", sagte Sportdirektor Wolfgang Sommerfeld.

Die Verletzung wirkte bereits im Spiel wie ein Schock für die deutsche Auswahl, deren Auftreten gegen einen aggressiven Gegner gerade im ersten Durchgang geprägt war von Nervosität und Fehlern.

Unorthodoxe Spielweise

Biegler hatte sein Team vor der Partie mehrmals vor der unorthodoxen Spielweise der Afrikanerinnen gewarnt und "Ruhe und Kalkül" eingefordert. Und er sollte recht behalten: Die Kamerunerinnen wechselten in der Abwehr immer wieder zwischen einem offensiven 4:2 oder gar 3:3 sowie einer defensiven 6:0-Deckung. Gelang es den "Biegler-Ladies" doch einmal, die großen Lücken im Defensiv-Verbund zu finden, vergaben vor allem die Außenspielerin Svenja Huber und Angie Geschke mehrmals freistehend aus guter Postition. Dennoch reichte es zu einer beruhigenden 12:7-Halbzeitführung.

"Es war ein harter Kampf", erklärte Nadja Mansson (2 Tore). "Der Sieg ist uns alles andere als leicht gefallen." Und ihre Dortmunder Teamkollegin Clara Woltering, die im DHB-Tor den Vorzug gegenüber Katja Kramarczyk erhielt, sagte: "Es ist natürlich noch Luft nach oben. Aber wir sind glücklich, dass wirdie zwei Punkte haben."

Führung ausgebaut

Erst nach dem Wechsel baute das deutsche Team angeführt von einer starken Lone Fischer (4 Tore) ihren Vorsprung Treffer um Treffer aus. Kamerun, das bisher erst einmal bei einer Weltmeisterschaft dabei war und 2005 mit null Punkten und 182 Gegentoren ausgeschieden war, konnte das Tempo nicht mehr mitgehen. Und so ging die Mannschaft von Michael Biegler nach 45 Minuten uneinholbar mit 23:9 in Führung.

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Was der Sieg und vor allem die Leistung gegen Kamerun am Ende tatsächlich wert sind, wird wohl erst das zweite Gruppenspiel am Sonntag gegen Südkorea (20.30 Uhr/Sport1) zeigen. Die Asiatinnen dürften sich jedenfalls als weitaus stärkerer Gegner erweisen. Mit einem Sieg, soviel ist allerdings auch klar, würden die Deutschen einen großen Schritt Richtung Achtelfinale machen.

DHB: Kramarczyk, Woltering - Behnke (3), Fischer (4), Geschke (2), Gubernatis (4), Huber (3/2), Karolius (2), Klein, Lauenroth (2), Loerper (5/5), Mansson (2), Naidzinavicius, Smits, Wohlbold (1)

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