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Verletzung schockt DHB-Handballerinnen

Huber: Kim Naidzinavicius wird uns sehr fehlen

Leipzig Die Freude über den 28:15-Auftaktsieg bei der Heim-WM am Freitagabend gegen Kamerun war schnell verflogen. Zu sehr überschattete das WM-Aus von Kim Naidzinavicius auch am Tag danach den sportlichen Erfolg der deutschen Handballerinnen. Die Verletzung, sagte Svenja Huber, sei "ein Riesenschock" gewesen. Im Interview spricht die Dortmunderin über den Ausfall Naidzinavicius', die Stimmung und die weitere Zielsetzung.

Huber: Kim Naidzinavicius wird uns sehr fehlen

Svenja Huber erzielte im Auftaktspiel gegen Kamerun drei Tore. Foto: picture alliance / Klaus-Dietmar

Frau Huber, gegen Kamerun gab es ein 28:15 zum Auftakt. Sie erzielten drei Tore. Wie bewerten Sie den Start in die WM?

Ganz zufrieden können wir noch nicht sein. Wir haben uns phasenweise schon sehr schwergetan, was natürlich auch an dem doch sehr orthodoxen Spiel der Kamerunerinnen lag. Ich denke, wir müssen vor allem unsere Chancenverwertung verbessern. Aber wir sollten den Teufel jetzt auch nicht an die Wand malen, denn wir haben die Partie trotz allem von Anfang an souverän runtergespielt.


Hat die Verletzung von Kim Naidzinavicius die Mannschaft aus dem Konzept gebracht?

Insgesamt kamen einige Dinge zusammen. Zunächst einmal die Nervosität, dann war es das erste Spiel in dieser Halle. Wir haben hier zwar bereits trainiert, aber wenn dann 6000 Zuschauer da sind, ist es doch noch einmal etwas anderes. Und natürlich war die Verletzung von Kim ein Riesenschock. Wir alle kennen sie schon sehr lange. Und uns allen war aufgrund ihrer Reaktion sofort klar, dass etwas Ernstes passiert sein muss.


Sie war am Freitagabend bereits wieder bei der Mannschaft. Welchen Eindruck hat sie gemacht?

Sie ist am Boden zerstört. Das Spiel war gerade zwei Minuten alt, die WM hat noch nicht einmal richtig begonnen – und da war das Turnier für Kim schon wieder beendet. Das ist vor allem für sie extrem bitter. Aber auch für uns als Team, weil sie eine ganz wichtige Säule ist. Doch so hart das auch klingen mag: Es muss für uns weitergehen. Es ist unsere WM, es bleibt unsere WM – und es bleibt auch Kims WM. Und auch für sie müssen wir den Kopf da wieder hochnehmen.



Wie geht man als Mannschaft damit um?

Beim Abendessen hat kaum einer einen Bissen runterbekommen. Wir haben uns danach zusammengesetzt, ein bisschen geredet. Es gab auch Tränen. Aber wir haben auch mit ins Bett genommen, dass es weitergehen muss. Und dass wir den Fokus jetzt auf Südkorea legen müssen.

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Kim Naidzinavicius fällt – wie auch Anne Hubinger – nun aus. Wie kann die Mannschaft das kompensieren?

Das ist schon extrem hart, dass zwei solche Stützen ausfallen. Und Emily Bölk ist ja auch noch verletzt. Auf jeden Fall müssen wir enger zusammenrücken. Kim wird uns hinten im Mittelblock sehr fehlen. Und natürlich auch ihre Tore vorne. Da muss nun jeder ein Stückchen mehr Verantwortung übernehmen.



Drei Verletzte in drei Tagen – wird die Arena in Leipzig zur Unglückshalle?

In den vergangenen Tagen war die Halle auf jeden Fall kein Glücksbringer für uns. Im ersten Training hat sich Emily Bölk am Fuß verletzt. Im zweiten hat sich Nadja Mansson den Finger ausgekugelt. Und dann im ersten Spiel hat sich Kim das Kreuzband gerissen. Aber so etwas darf man gar nicht erst in den Kopf lassen. Wenn man mit so einem Gefühl reingeht, kann das nur schiefgehen. Man sollte es eher so sehen, dass wir alles Negative, was an Verletzungen kommen kann, jetzt schon hinter uns haben.

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Die Zielsetzung bleibt trotz der Ausfälle weiter Hamburg?

Definitiv. Es wäre auch falsch, wenn wir jetzt wegen einer Spielerin sagen würden: Der Traum ist vorbei. Gerade für Kim müssen wir das am Leben halten.



Es hieß im Vorfeld, der Funke müsse von der Mannschaft aufs Publikum überspringen und vor dort aus wieder zurück. Wie beurteilen Sie die Stimmung in Leipzig?

Ich denke, auch da ist noch ein bisschen Luft nach oben. Vielleicht waren wir auch ein bisschen verwöhnt von den Spielen zuvor wie in Hamburg vor 12.000 Zuschauern. Dass das nicht von Anfang an so sein kann, war allen klar. Und ich denke, auch wir haben im Spiel gegen Kamerun nicht alles dafür getan, dass der Funke überspringt. Das Spiel ist so ein bisschen dahin geflossen, es war nicht so spannend, dass es wirklich alle von den Sitzen reißt.



Ein kurzer Ausblick: Wie schätzen Sie den kommenden Gegner Südkorea ein?

Wir haben mit Borussia Dortmund vor Kurzem bereits gegen sie gespielt. Das ist eine extrem unangenehme Mannschaft. Ziemlich wenig, ganz stark im Eins-gegen-eins. Und sehr schnell. Da müssen wir auf jeden Fall in der Defensive zulegen, aber trotzdem von Anfang an versuchen, das Spiel zu kontrollieren.

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