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27:27 in Bad Wildungen

Remis wirft Fragen nach Leitwölfen bei Borussia auf

DORTMUND In Bad Wildungen reicht es für die BVB-Handballerinnen nur zu einem 27:27. Das unnötige Unentschieden beim Tabellenachten hatte so seine Spuren hinterlassen bei den Schwarzgelben.

Remis wirft Fragen nach Leitwölfen bei Borussia auf

Stella Kramer vergab die Chance zum Sieg. Foto: STUMMBILLIG

Das mit Spannung erwartete Wiedersehen mit dem ehemaligen Sportlichen Leiter des BVB, Jochen Busch, es wurde nach Angaben der Beteiligten mehr zum fröhlichen Plausch als zum verbalen Scharmützel, das im Vorfeld vielleicht so mancher erwartet hatte. Zumindest vor dem Spiel. Das gemeinsame Pils im Anschluss an das 27:27 (11:12) am Samstag dürfte dann doch eher Bad Wildungens Jochen Busch, der den BVB in diesem Sommer nach Querelen verlassen hatte, etwas besser geschmeckt haben als seinen Gegenübern aus Dortmund.

„Sehr enttäuscht von unserer Leistung“

„Ich habe den Verantwortlichen des HSG zum Remis gratuliert. Sie haben sich das verdient. Aber ich war wirklich sehr enttäuscht von unserer Leistung“, sagte BVB-Abteilungsleiter Andreas Heiermann am Sonntag.

Das unnötige Unentschieden beim Tabellenachten hatte so seine Spuren hinterlassen bei den Schwarzgelben. „Uns fehlt die absolute Gier, die positive Aggressivität, solche Spiele nach Hause zu bringen“, betonte Heiermann und verwies auf den Einbruch nach einem kurzen Zwischenspurt seiner Mannschaft Mitte der zweiten Halbzeit. Der BVB hatte die Partie trotz einer zwischenzeitlichen Vier-Tore-Führung (23:19) rund acht Minuten vor dem Ende noch aus der Hand gegeben. In den Schlusssekunden scheiterte zu allem Überfluss Stella Kramer bei 27:27 mit einem allerletzten Wurf.

Individuelle Fehler

„In dieser Situation hätten wir das Spiel klar für uns entscheiden müssen“, sagte auch BVB-Trainerin Ildiko Barna hörbar verschnupft. „Aber vielleicht waren wir uns unserer Sache da schon zu sicher.“ Ihre Mannschaft schaltete einen Gang runter. Individuelle Fehler und eine mangelhafte Chancenverwertung brachten die Gastgeberinnen ebenso zurück ins Spiel wie die Umstellungen von Tessa Bremmer.

Die Trainerin von Bad Wildungen setzte fortan auf eine offensive 4:2-Abwehrformation und ließ im Angriff 7:6 spielen. Der BVB stand seinerseits zu defensiv und der Mittelblock zeigte Schwächen, was die HSG angeführt von Laura Vasilescu und der mit zehn Treffern überragenden und vor der Saison auch von Dortmund umworbenen Anouk Nieuwenweg aus dem Rückraum immer wieder eiskalt ausnutzte. Als Sabine Heusdens vor den 840 enthusiastischen Zuschauern schließlich drei Minuten vor dem Ende zum 25:25 ausglich, drohte die Partie ganz zu kippen.

Turbulente Schlussminuten

„Wir haben die Ruhe in unserem Spiel verloren“, beschrieb Barna die turbulenten Schlussminuten und gab zu, dass es ihrer Mannschaft auch nach fünf Saisonspielen in Stresssituation schwerfalle, kühlen Kopf zu bewahren.

Anders formulierte es Andreas Heiermann, der vor allem ein emotionales Dagegenhalten gegen aufgeputschte Gastgeberinnen vermisste. In Torhüterin Clara Woltering, die nach ihrer Erkältung 60 Minuten auf der Bank saß, verfüge der BVB zwar über eine Akteurin, die auch „emotional vorangehen kann“, wie Heiermann sagte. „Aber auf dem Feld fehlt uns einfach ein solcher Leitwolf.“ Darüber müsse man nun reden, kündigte der Abteilungsleiter an. Genau wie über die sportliche Situation. Mit 7:3-Punkten und Platz fünf liege der BVB zwar im Soll. „Aber ganz zufrieden sein können wir mit uns bislang auch noch nicht.“

BVB: Woltering, Burrekers, Ferenczi, Kramer (2), Grijseels (7/2), Weisheitel (1), C. Müller (3), A. Müller, Espinola Perez (1), Galinska, Stockschläder (2), van Kreij (2) Huber (3), Mansson (4), Emberovics, Vaszari (2)

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