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Barna im Interview

„Wichtig ist, als Team eine Einheit zu bilden“

DORTMUND Fünf Spiele ist die Bundesliga-Saison der Handballerinnen von Borussia Dortmund alt. Vor der anstehenden Länderspielpause spricht Trainerin Ildiko Barna über erste Eindrücke, ihre Hoffnungen und Leitwölfe in der Mannschaft.

„Wichtig ist, als Team eine Einheit zu bilden“

Eine Einheit – auf dem Feld und auf der Bank. Das erhofft sich Trainerin Ildiko Barna von Borussia Dortmunds Bundesliga-Handballerinnen. Der Spielplan macht ihr aber zumindest bis zum Januar einen Strich durch die Rechnung Foto: Ludewig

Mit 7:3 Punkten geht der BVB auf Rang fünf in die Pause. Wie zufrieden sind Sie mit der bisherigen Ausbeute?

Platz fünf ist berechtigt und auch die bisherigen Punkte sind in Ordnung – wenn wir nicht einen Zähler in Bad Wildungen liegengelassen hätten. Das Unentschieden hätten wir uns gerne erspart.

Also schmerzt das 27:27 vom Samstag noch etwas?

Wir waren letztlich nicht clever genug, das ist für alle Beteiligten ärgerlich. Dass wir die Führung in der Schlussphase noch hergeschenkt haben, ist unsere eigene Schuld. Wir haben wohl etwas auf Zeit gespielt und uns zurückgehalten, statt weiter genug Druck auszuüben und die Gegenstöße auch vernünftig zu nutzen.

Sind Sie denn soweit zufrieden mit der Spielweise ihres Teams in den ersten Partien?

Man merkt, dass wir noch nicht ganz in unserem Rhythmus sind. Die Abläufe zwischen den Positionen sind noch nicht harmonisch, aber damit kann ich leben. Natürlich wünschen sich die Zuschauer, dass das schneller vonstatten geht. Als Trainerin weiß ich das realistisch einzuschätzen. Immerhin müssen wir auch einige Neuzugänge und Rückkehrer – wie Nadja Mansson und Mira Emberovics – vernünftig integrieren.

Was lief bislang richtig gut?

Im Angriff haben wir schon gute Aktionen und schöne Spielzüge. Außerdem haben wir die Zahl der technischen Fehler in den vergangenen Partien deutlich reduzieren können und im Schnitt nur sechs Fehler in der Statistik gehabt. Dazu wird die Abwehr auch immer stabiler.

Und an welchen Stellen muss sich der BVB noch verbessern?

Wir müssen einfach unsere Chancen nutzen. Noch verwerfen wir zu viele Bälle freistehend vor dem gegnerischen Tor, da neigt sich meine Geduld dem Ende. Wenn wir uns im Abschluss nicht belohnen, nützt uns all der Aufwand nichts.

DORTMUND In Bad Wildungen reicht es für die BVB-Handballerinnen nur zu einem 27:27. Das unnötige Unentschieden beim Tabellenachten hatte so seine Spuren hinterlassen bei den Schwarzgelben.mehr...

Wer konnte von den Neuzugängen bislang am meisten überzeugen?

Ich muss sagen, dass Caroline Müller auf der Mitte gut zu Alina Grijseels passt und gezeigt hat, was sie kann. Aber auch sie benötigt noch Zeit für ein besseres Zusammenspiel, das ist auf der Mitte ganz besonders wichtig. Auch Irene Espinola Perez hat gute Ansätze gezeigt, bei ihr gibt es aber Licht und Schatten. Das ist nachvollziehbar, da sie sich an ein neues Land, die Sprache und die Art des Handballs hier gewöhnen muss. Auf Linksaußen ist Johanna Stockschläder sehr pflegeleicht, sie nutzt ihre Chancen gut. Nur Emilia Galinska hat bislang ein wenig darunter gelitten, dass ich Nadja Mansson mehr Spielanteile eingeräumt habe. Das bereitet mir ein schlechtes Gewissen. Aber Nadja war in der Abwehrarbeit bislang einfach stärker.

Ihr Abteilungsleiter Andreas Heiermann erklärte nach dem Remis in Bad Wildungen, dass dem Team eine Leitwölfin fehle. Sehen Sie das genauso?

Jede Spielerin hat ihre persönlichen Eigenschaften, die sich nicht gänzlich verändern lassen. Wichtiger ist, dass wir als Team eine Einheit bilden, denn erfolgreich sind wir nur zusammen. Eine Leitfigur kristallisiert sich dabei nicht über den Zeitraum von zwei Wochen heraus, das dauert seine Zeit.

Aktuell steht der BVB auf Rang fünf. Wie sehen Sie die Chance, bis zum Saisonende auf den Plätzen um den Einzug in den Europapokal mitzumischen?

Es ist schwierig, in einen vernünftigen Spielrhythmus zu kommen. Für die Weltmeisterschaft im Dezember muss sich jeder Verein momentan ein wenig opfern, für uns fällt der Spielplan aber in besonderem Maße negativ aus. Deshalb beginnt die Saison für mich erst im Januar so richtig. Dann habe ich alle Spielerinnen länger zur Verfügung und kann entsprechend arbeiten. Und dann sehe ich die aktuelle Platzierung auch als realistisch an.

Also spielt der BVB nächstes Jahr im Europapokal?

Ich vergleiche die Saison mit dem Bau eines Hauses. Aktuell sieht man nur das Fundament. Meine Aufgabe ist es nun, die Wände hochzuziehen und dem Ganzen ein Dach zu geben. Und am Ende der Saison sehen wir dann, wie schön das Haus geworden ist.

Wie wegweisend wird das Spiel beim viertplatzierten TuS Metzingen nach der Pause?

Zuvor haben wir ja noch das Pokalspiel gegen Bietigheim, das wird viel Energie verbrauchen. Wichtig wird sein, dass wir die Leistung entsprechend dosieren, die Fahrt nach Metzingen gut verarbeiten und als Nicht-Favorit eine gute Leistung bringen. Dann traue ich meiner Mannschaft viel zu.

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