Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.

Anschlag auf BVB-Bus

Prozess gegen Sergej W. beginnt wohl erst 2018

DORTMUND Der Prozess gegen den mutmaßlichen BVB-Bomber Sergej W. beginnt möglicherweise erst Anfang 2018. Das Dortmunder Landgericht hat aktuell beim Oberlandesgericht (OLG) in Hamm einen Antrag auf Verlängerung der Untersuchungshaft gestellt. Damit sei ein schneller Verhandlungsbeginn „ungewiss“, sagt ein Gerichtssprecher.

Prozess gegen Sergej W. beginnt wohl erst 2018

Der Anschlag auf den BVB-Mannschaftsbus ereignete sich am 12. April 2017.

Der 28-jährige Sergej W. wurde am 21. April in Freudenstadt festgenommen. Üblicherweise muss eine Hauptverhandlung am Gericht spätestens sechs Monate nach Beginn der Untersuchungshaft beginnen. Die Frist läuft also am 21. Oktober ab. Das Dortmunder Landgericht konnte bislang aber nicht einmal über die Zulassung der Anklage entscheiden. Deshalb musste das OLG eingeschaltet werden.

Lehnt das OLG den Antrag ab würde Sergej W. freigelassen

Wie schnell in Hamm über den Antrag auf Verlängerung der Untersuchungshaft entschieden wird, lässt sich nicht absehen. Klar sei nur, dass die Entscheidung zügig erfolgen solle, sagt Gerichtssprecher Jungkamp. Lehnt das Oberlandesgericht den Antrag aus Dortmund ab, würde Sergej W. am Wochenende freigelassen werden müssen. Von diesem Szenario geht derzeit aber nicht einmal die Verteidigung selbst aus.

Für den Umstand, dass die Sechsmonats-Frist bis zum Beginn der Verhandlung nicht eingehalten werden kann, gibt es mehrere Gründe. „Zum einen ist der Umfang der Sache außergewöhnlich groß“, erläutert Thomas Jungkamp. Zum anderen habe der Angeklagte erst kürzlich seinen Verteidiger gewechselt.

Gibt das Oberlandesgericht dem Antrag des Schwurgerichts statt, könnte Sergej W. erst einmal drei weitere Monate in Untersuchungshaft bleiben. Zum 21. Januar könnte es dann einen neuen Prüfungstermin geben. Wenn bis dahin die Hauptverhandlung noch nicht begonnen haben sollte.

Unter den zehn Nebenklägern sind neun Profis von Borussia Dortmund

Aktuell haben sich zehn Nebenkläger für das Verfahren gemeldet. Neben einem verletzten Polizisten soll es sich dabei um neun Profis von Borussia Dortmund handeln.

Bei dem Anschlag vor dem Champions-League-Spiel gegen Monaco waren auf der Fahrt vom Mannschaftshotel zum Stadion mehrere Sprengsätze neben dem Bus gezündet worden. Abwehrspieler Marc Bartra erlitt dabei eine Armverletzung, einer der Begleit-Polizisten ein Knalltrauma.

Anzeige
Anzeige