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Ungewohnte BVB-Rolle

Zagadou ist kein Spieler für die verrückten Dinge

DORTMUND Gleich vier Außenverteidiger des BVB sind derzeit verletzt. Also wird Dan-Axel Zagadou auch am Samstag (18.30 Uhr) gegen RB Leipzig für Borussia Dortmund auf der linken Außenbahn helfen. Die ungewohnte Rolle füllt er klaglos aus. Der 18-Jährige ist kein Spieler für die verrückten Dinge.

Zagadou ist kein Spieler für die verrückten Dinge

Dan-Axel Zagadou sagt: "Ich versuche nicht, Dinge zu machen, die ich nicht kann."

Wie Dan-Axel Zagadou seine Qualitäten ins Spiel von Borussia Dortmund einbringen kann, darüber wurde nach seiner Verpflichtung trefflich spekuliert. Doch die Realität hat alle theoretischen Gedankenspiele überholt. Zagadou hat sieben der bislang zehn Pflichtspiele mitgemacht, das ist eine Quote, die er selbst wohl kaum erwartet haben dürfte angesichts der Konkurrenz im Dortmunder Kader. Kurios dabei: Er hat noch nicht einmal auf der Position gespielt, für die man ihn eigentlich verpflichtet hatte.

Extreme Verletzungsproblematik

Die außergewöhnliche Verletzungsproblematik auf beiden Außenverteidiger-Positionen hat sich in dieser Woche noch einmal zugespitzt, als Lukasz Piszczek lädiert von der polnischen Nationalmannschaft zurückkehrte. Außenbandanriss im rechten Knie - damit dürfte für den 32-Jährigen die Hinrunde fast schon gelaufen sein. Die gute Laune, mit der die Dortmunder Verantwortlichen in die Länderspiel-Pause gegangen waren, sie war schlagartig dahin.

Piszczek trifft auf der Krankenstation bekannte Gesichter. Raphael Guerreiro kuriert immer noch einen Mittelfußbruch aus dem Juni aus. Erik Durm wurde an der Hüfte operiert, Comeback erst im neuen Jahr. Marcel Schmelzer befindet sich nach zwei Außenbandanrissen im Sprunggelenk noch am nächsten an einem möglichen Comeback. Auch deshalb zahlt sich aus, dass der BVB auf den letzten Drücker in Jeremy Toljan einen fünften Außenverteidiger verpflichtet hat.

Klaglos eingefügt

Im Liga-Topspiel gegen RB Leipzig wird Toljan daher auf der rechten Seite gebraucht. Und links? Schlägt dann wieder die Stunde von Zagadou, der zu seinem siebten Bundesliga-Einsatz kommen wird. Der Franzose, der aus der Nachwuchs-Schmiede von Paris St. Germain den Weg nach Dortmund ganz bewusst angetreten hat, „weil es hier immer wieder gelingt, junge Spieler ins Profiteam zu integrieren und sie auf höchstem Niveau weiterzuentwickeln“, hat sich klaglos in die für ihn ungewohnte Rolle gefügt. Wer 18 ist und weiterkommen will, der spielt da, wo ihn der Trainer aufstellt.  

Ein wenig schlaksig sieht das dann aus, wenn Zagadaou versucht, sich ins Offensivspiel einzuschalten, oder wenn er gezwungen wird, ins Sprint-Duell mit einem kleinen Außenspieler zu gehen. Er ist keiner, der wie Piszczek über 90 Minuten die Außenbahn rauf und wieder runter marschiert. Peter Bosz weiß, dass er das von Zagadou auch nicht erwarten kann und lobt stattdessen, dass sich Zagadou bescheiden einfügt ins Spiel und keine verrückten Sachen probiert. Das entspricht dem Selbstverständnis des Kapitäns der französischen U18-Nationalmannschaft. „Ich versuche nicht, Dinge zu machen, die ich nicht kann“, hat er dem Dortmunder Stadionmagazin „Echt“ unlängst verraten.

Engpass bis Ende November

Es wäre auch spannend, mehr von den Dingen zu sehen, die er richtig gut kann. Seine gute Spielübersicht blitzte ansatzweise schon auf, vor allem aber, dass ihn trotz seiner jungen Jahre kaum etwas aus der Ruhe bringen kann. Doch er bringt er vor allem alle Attribute mit, die einen modernen Innenverteidiger ausmachen: Kopfballstärke, körperliche Präsenz, eine gute Spieleröffnung.

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Davon dürfte mehr zu sehen sein, wenn Bosz Zagadou endlich mal auch auf seiner Lieblingsposition bringen kann. Bis Anfang November wird sich das wohl noch hinziehen, dann spätestens wird Schmelzer zurückerwartet, der schon jetzt Teile des Mannschaftstraining mitmachen kann und dem selbst gesteckten Zeitplan sogar etwas voraus ist. Um den Monatswechsel sollte auch Guerreiro ganz nahe an einem Comeback sein. Bis dahin wird Zagadou links seine Arbeit verrichten. Unaufgeregt. Wie es seine Art ist.

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