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Ein Job für Markus Trinks

Angekommen auf dem ersten Arbeitsmarkt

AHAUS/ALSTÄTTE Ein Mann hat einen sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplatz. Keine große Meldung wert, könnte man meinen. Nicht so bei Markus Trinks.

Angekommen auf dem ersten Arbeitsmarkt

Markus Trinks an seinem Arbeitsplatz im Katharinenstift. Foto: Foto: Ronny von Wangenheim

Fest angestellt sein am Katharinenstift als Mitarbeiter im Service – das ist keine einfache Sache für den Alstätter. Der erste Arbeitsmarkt war viele Jahre unerreichbar für Trinks. Viele Menschen haben geholfen, dass er jetzt in der Wohngruppe 4 in der Küche steht, die Spülmaschine ausräumt, kocht, ein Schwätzchen mit einem Bewohner des Seniorenzentrums hält oder bei der Pflege hilft. „Es macht mir Spaß, mit Menschen umzugehen“, sagt der 46-Jährige, „man bekommt so viel von ihnen zurück“.

Immer erfolgreicher
Markus Trinks ist einer von zwölf Menschen, die 2017 von den Integrationsassistenten der Stiftung Haus Hall in die sozialversicherungspflichtige Arbeit vermittelt wurden. Die Zahlen steigen. In den vergangenen fünf Jahren waren es insgesamt 26 Menschen, so Integrationsassistentin Walburga Boonk. 80 weitere sind in Außenarbeitsplätzen. Das bedeutet, dass sie in Firmen arbeiten, aber weiter über die Stiftung Haus Hall angestellt sind.

So war es auch bei Markus Trinks. Freimütig erzählt der 46-Jährige, wie ihn eine psychische Erkrankung aus der Bahn warf. Wie er nicht mehr in seinem Beruf als Bäcker arbeiten konnte. Und dann 2009 in den Werkstätten der Stiftung Haus Hall anfing. 2015 erfuhr er von der Möglichkeit, im Seniorenwohnheim in Alstätte zu arbeiten. Der Neustart klappte: Anfangs im 14-tägigen Wechsel mit der Werkstatt, dann Vollzeit. Seit 1. Oktober ist er nun Angestellter der Antonius-Hospital GmbH, die das Katharinen-Stift betreibt. Der lange Vorlauf war notwendig. Für alle. „Das war auch für mich völliges Neuland“, sagt Marion van der Wals, Leiterin des Senioren-Wohnheims.

Arbeitszeiten langsam gesteigert

Langsam wurden die Arbeitszeiten gesteigert, kamen Sonntagsdienste dazu. „Markus musste sich beweisen“, sagt Marion van der Wals, „wir mussten sehen, wie er mit den Belastungen eines normalen Arbeitsplatzes umgehen kann.“ Walburga Boonk war ständige Ansprechpartnerin. Aber auch die Kollegen haben Trinks gut unterstützt. „Ich würde es jederzeit wieder machen“, sagt die Heimleiterin. Das hört Walburga Boonk gerne. Trinks’ Beispiel soll Mut machen – Menschen mit einem Handicap und Firmen, die Stellen bereitstellen wollen.

Für Markus Trinks haben sich das Wagnis, die Mühe, die Herausforderungen gelohnt. „Vor zwei Jahren konnte ich noch nicht so frei und schwungvoll arbeiten“, sagt er. Auch seine Familie bestätige ihm, wie er sich verändert hat. „Ich fühl mich jetzt viel froher.“

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